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Verlängerung fürs 9-Euro-Ticket? Lindner wird im „Sommerinterview“ deutlich - und stichelt gegen Grüne-Kollegen

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Von: Patrick Mayer

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Stand im ARD-Sommerinterview Rede und Antwort: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), hier mit Journalistin Tina Hassel.
Stand im ARD-Sommerinterview Rede und Antwort: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), hier mit Journalistin Tina Hassel. © Christophe Gateau/dpa

Finanzminister Christian Lindner ordnet im ARD-Sommerinterview Forderungen nach einer Fortsetzung des 9-Euro-Tickets ein – Seitenhieb gegen die Grünen inklusive.

München/Berlin - „Ich muss nicht Kanzler werden, wie andere im Bundeskabinett.“ Christian Lindner (FDP) hat am Sonntag im ARD-„Sommerinterview“ gegen Bußenministerin Annalena Baerbock und Wirtschaftsminister Robert Habeck (beide Grüne) gestichelt. Als ihm ein harmonisches Foto von der Bildung der Ampel-Koalition gezeigt wurde, meinte der Bundesfinanzminister im „Bericht aus Berlin“: „Damals wurde auch schon gestritten. Es ist damals nur in einem vertraulicheren Rahmen gelungen, wie das heute in der Regierungsarbeit der Fall ist.“

Christian Lindner im ARD-Sommerinterview: Bundesfinanzminister lehnt Nachfolger von 9-Euro-Ticket ab

Auf der Agenda der „Ampel“ aus SPD, Grünen und Lindners FDP steht momentan neben dem Russland-Ukraine-Krieg auch eine mögliche Zukunft des 9-Euro-Ticket als Entlastung der Bürger wegen der Inflation. Wird es ein Nachfolgemodell der bei Bürgerinnen und Bürgern beliebten Maßnahme geben? Wird das 9-Euro-Ticket sogar verlängert?

Das würde 14 Milliarden Euro kosten.

Christian Lindner (FDP) über das 9-Euro-Ticket

Lindner wies Forderungen nach einer Verlängerung in der ARD-Sendung zurück. „Das würde 14 Milliarden Euro kosten“, erklärte er. Dieses Geld würde andernorts für die Bildung oder für Investitionen in das Schienennetz fehlen. Die Idee eines kostenfreien Öffentlichen Nahverkehrs sei „nicht finanzierbar“, erklärte er. Aus Lindners Sicht wäre das auch „nicht nachhaltig“ und würde am Ende „auch nicht zu ökologisch verantwortbaren Entscheidungen“ führen.

Im Video: Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket?

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte an diesem Sonntag (21. August) das 9-Euro-Ticket fast zeitgleich beim „Tag der offenen Tür“ der Bundesregierung noch ein Erfolgsmodell genannt. „Es war eine der besten Ideen, die wir hatten“, sagte Scholz: „Viele Leute würden gern öfter Bahn und Bus benutzen, wenn es für sie einfacher wäre.“ Zu einer möglichen Nachfolgeregelung für das Ende August auslaufende 9-Euro-Ticket äußerte sich der Kanzler indes nicht. Die SPD hatte zuletzt schnellstmöglich Beratungen mit den Ländern über eine Nachfolge für das Ticket gefordert.

Christian Lindner im ARD-Sommerinterview: Bundesfinanzminister kündigt Reise in die Ukraine an

„Wenn wir zu Beginn 2023 ein neues bundesweites Ticket einführen wollen, muss der Prozess dafür jetzt beginnen und der Zeitplan klar sein“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dorothee Martin, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Im Oktober, wie von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) avisiert, sei das zu spät. Wissings Parteichef Lindner blieb im Gespräch mit der ARD jedoch konsequent. Ein Nachfolgemodell kommt für ihn offenbar kategorisch nicht in Frage.

Stattdessen kündigte er an, demnächst in die Ukraine reisen zu wollen. Im ARD-Sommerinterview erklärte er auf die Frage, wann er nach Kiew fahre: „Jetzt im Spätsommer oder Herbst. Ich bin mit meinem ukrainischen Kollegen darüber im Gespräch.“ (pm/AFP)

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