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„Mehr Vorfälle“: Deutschlands Luftwaffenchef zieht „rote Linie“ für Putins Kampfflugzeuge

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Von: Patrick Mayer

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Ingo Gerhartz, Generalleutnant und Inspekteur der Luftwaffe, spricht auf dem Rollfeld eines Flughafens der Nato in Rumänien. (Archiv)
Ingo Gerhartz, Generalleutnant und Inspekteur der Luftwaffe, spricht auf dem Rollfeld eines Flughafens der Nato in Rumänien. (Archiv) © Christophe Gateau/dpa

Die deutsche Luftwaffe registriert vermehrt Vorfälle mit russischen Flugzeugen an der Nato-Ostgrenze. Ihr Inspekteur, Ingo Gerhartz, antwortet Moskau verbal.

München/Baltikum - Italiener und Deutsche machten gemeinsame Sache. Im rumänischen Konstanza am Schwarzen Meer, wo sechs deutsche und zwölf italienische Eurofighter stationiert waren und die Außengrenze des transatlantischen Verteidigungsbündnisses Nato unweit des Kriegsschauplatzes Ukraine sicherten. Und über dem Baltikum, wo im estnischen Ämari fünf Eurofighter stehen, plus Unterstützung durch die spanischen Luftstreitkräfte.

Russische Militärflugzeuge über dem Baltikum und der Ostsee gesichtet

Laut deutscher Luftwaffe sollen künftig auch spanische Kampfjets das Nato-Kontingent im nördlichsten der drei baltischen Länder verstärken. Denn: Hier gibt es offenbar mächtig zu tun. Konkret: Laut der Bundeswehr hat die Zahl der militärischen Begegnungen mit russischen Flugzeugen über der Ostsee zugenommen, nachdem Wladimir Putin seiner Armee befohlen hatte, das westliche Nachbarland anzugreifen. „Ja, das merken wir durchaus: Wir haben mehr Vorfälle, so wie wir das nennen“, sagte der Inspekteur der deutschen Luftwaffe, Ingo Gerhartz, im „Morgenmagazin“ des ZDF.

Wir haben mehr Vorfälle, so wie wir das nennen.

Ingo Gerhartz, Inspekteur der deutschen Luftwaffe

Konkret: Russische Militärflugzeuge würden sich dem Nato-Luftraum nähern und daraufhin von Nato-Kampfflugzeugen begleitet, erzählte Gerhartz in der Sendung. Allerdings blieben die Nato-Jets „auf Abstand“. Russische Flugmanöver im internationalen Luftraum seien „völlig in Ordnung“. Zugleich werde signalisiert, dass der Nato-Luftraum eine „rote Linie“ sei, die von russischen Militärflugzeugen nicht überschritten werden dürfe, meinte der 56-jährige Pfälzer weiter.

Erst am Freitag sei ein von Kampfflugzeugen begleitetes Aufklärungsflugzeug vom russischen Kaliningrad aus in den Ostseeraum geflogen, erzählte Gerhartz: „Dann steigen wir auf.“

Im Video: Deutsche Luftwaffe überwacht den Nato-Luftraum über dem Baltikum

Eine weitere sogenannte Alarmrotte der Luftwaffe zur Verteidigung des deutschen und des Nato-Luftraums steht in Niedersachsen bereit. Nur ein Beispiel: Ein über der Ostsee bei Rügen anfliegendes russisches Aufklärungsflugzeug hatte die deutsche Luftwaffe Ende April alarmiert. Als Reaktion darauf stiegen damals zwei Bundeswehr-Eurofighter vom Fliegerhorst Laage in Mecklenburg-Vorpommern zu einem sogenannten Alarmstart auf.

Ansage an Moskau: Deutscher Luftwaffen-Chef - Ostseeraum wird „im Notfall“ verteidigt

Gerhartz betonte im „Morgenmagazin“, dass die Nato die Sicherheit im Ostseeraum „im Notfall“ gegen etwaige Angriffe verteidigen könne. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den geplanten Beitritt der bisher neutralen Länder Schweden und Finnland zu dem Bündnis. Dadurch stünden weitere erhebliche Luftstreitkräfte in der Region bereit.

Insgesamt sei die Nato ein „starkes Bündnis“, mit dem man sich besser nicht anlegen solle. Die deutsche Luftwaffe ist über das Baltikum und Rumänien hinaus derzeit stark in Nato-Missionen eingebunden. Mitten im Taiwan-Konflikt waren kürzlich sechs Bundeswehr-Kampfjets aus Bayern zu einer Pazifik-Übung zum Verbündeten Australien aufgebrochen - begleitet von drei Tankflugzeugen des Typs A330 sowie vier Bundeswehr-Transportflugzeugen A400M. (pm/AFP)

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