1. Mannheim24
  2. Politik & Wirtschaft

Lokführer streiken - Diese Rechte haben Bahnreisende jetzt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Markus Hofstetter

Kommentare

Die Lokführer streiken, Fern- und Regionalverkehr werden stark beeinträchtigt sein. Das sind die Rechte der Fahrgäste bei Zugverspätungen und Ausfällen.

München - Bahnreisenden droht schon ab Mittwoch Chaos. Claus Weselsky*, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), hat im Tarifstreit mit der Bahn zu Streiks aufgerufen. Wenn Züge ausfallen, deutlich zu spät kommen oder dadurch der Anschluss verpasst wird, haben Fahrgäste ein Recht auf Entschädigung. Hier erfahren Sie alles, was Sie müssen wissen.

Bahnstreik - Wann gibt es Entschädigung?

Die EU-Fahrgastverordnung gilt auch bei Streiks und regelt den Anspruch auf Entschädigung. Wer mindestens eine Stunde zu spät am Ziel ankommt, bekommt 25 Prozent des Fahrpreises erstattet, bei zwei Stunden muss das Bahnunternehmen 50 Prozent des Preises erstatten. Fahrgäste können laut Bahn dabei zwischen einem Gutschein oder der Auszahlung des Betrags wählen.

Bei einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof können Fahrgäste einen anderen Zug nehmen. Dabei können auch höherwertige, nicht reservierungspflichtig Züge benutzt werden. Der Aufpreis wird zurückerstattet. Zeitkarten werden pauschal ab einer Verspätung von mindestens einer Stunde entschädigt. Da Beträge unter vier Euro nicht ausgezahlt werden, müssen Fahrgäste meist Verspätungen sammeln und gemeinsam einreichen.

Bahnstreik - Kann ich die Fahrt abbrechen?

Wenn absehbar ist, dass der Zug mindestens eine Stunde später als geplant am Ziel ist, dürfen Fahrgäste von der Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen. Das gilt auch für ausgefallene Züge oder verpasste Anschlüsse.

Wer schon unterwegs ist und die Fahrt deshalb abbricht, kann sich den nicht genutzten Teil erstatten lassen. Wer zum Ausgangsbahnhof zurückfährt, bekommt den vollen Preis zurück.

Bahnstreik und die Folgen - Wie komme ich an mein Geld?

Die Bahn empfiehlt, sich Verspätungen immer von Mitarbeitern bestätigen zu lassen. Verbraucherschützer raten zudem dazu, Fotos von Anzeigetafeln zu machen, auf denen die verspäteten oder gestrichenen Züge stehen, oder Screenshots aus der App oder von der Internetseite zu erstellen. Mit diesen Belegen, der Fahrkarte und dem ausgefüllten Fahrgastrechte-Formular kann die Reise reklamiert werden.

Das Formular gibt es direkt im verspäteten Zug, im Reisezentrum der Bahn oder online zum Herunterladen. Die Unterlagen müssen an die Bahn geschickt oder im Reisezentrum abgegeben werden. Wenn das Ticket online oder mobil gekauft wurde, ist eine digitale Rückerstattung möglich. Die Entschädigung kann einfach über das eigene Kundenkonto in der Bahn-App oder auf bahn.de beantragt werden.

Alle Rückerstattungen müssen innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Geltungsdauer der zugehörigen Fahrkarte geltend gemacht werden. Der erste Geltungstag ist auf dem Ticket vermerkt.

Was steht mir nach dem Bahnstreik noch zu?

Wer abends an einem Bahnhof strandet und nicht weiterkommt, hat Anspruch auf eine Ersatzbeförderung oder im schlimmsten Fall auf eine Unterkunft und einen Transport dorthin. Bei einer Verspätung von über 60 Minuten müssen die Bahngesellschaften außerdem kostenlos Erfrischungen und Mahlzeiten anbieten.

Wie komme ich trotz Bahnstreik ans Ziel?

Die Bahn hat in der Vergangenheit Sammelfahrten per Taxi oder Bus organisiert und gibt dann dafür entsprechende Gutscheine aus. Wenn das nicht gelingt, können Fahrgäste auch selbst mit dem Taxi weiterreisen, dann gelten aber Einschränkungen bei der Rückerstattung der Kosten. So gibt es zum Beispiel nur dann Geld zurück, wenn die planmäßige Ankunft zwischen Mitternacht und 05.00 Uhr morgens liegt und die erwartete Verspätung am Zielbahnhof mindestens eine Stunde beträgt. Außerdem muss meist geprüft werden, ob der Zielbahnhof bis Mitternacht noch mit einem anderen Verkehrsmittel erreicht werden kann. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare