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Atomenergiebehörde meldet: Uran-Bestände des Iran übersteigen Höchstwert um das 18-Fache

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Ein Techniker in einer Urananreicherungsanlage in der iranischen Stadt Isfahan. Ein Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde vom Montag (30. Mai) zeigt, dass Irans Urananreicherung den Höchstwert um das 18-Fache übersteigt (Archivbild, 2009). © imago stock&people / Xinhua / Imago

Ein aktueller Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde zeigt, dass die Uran-Bestände des Iran den vereinbarten Höchstwert mittlerweile um mehr als das 18-Fache übersteigen.

Wien - Die Bestände des Iran an angereichertem Uran übersteigen nach Angaben der Internationalen Atomenergebiebehörde (IAEA) den im internationalen Abkommen von 2015 vereinbarten Höchstwert um mehr als das 18-Fache. Das teilte die Nachrichtenagentur AFP am Montag mit.

Atomenergiebehörde: Iran verfügt über 18-mal mehr angereichertes Uran als vereinbart

Laut dem jüngsten IAEA-Bericht, den AFP am Montag einsehen konnte, befanden sich Mitte Mai schätzungsweise 3809,3 Kilogramm in den Beständen des Iran. In dem Abkommen, das 2018 von den USA einseitig aufgekündigt worden war, hatte sich der Iran zu einer Grenze von 202,8 Kilogramm verpflichtet.

Dem Bericht zufolge reichert der Iran zudem weiterhin Uran höher als auf den in dem Abkommen festgehaltenen Wert von 3,67 Prozent an. Der Bestand an auf bis zu 20 Prozent angereichertem Uran stieg demnach seit März um 56,3 Kilogramm auf 238,4 Kilogramm, der an auf bis zu 60 Prozent angereichertem Uran um 9,9 Kilo auf 43,1 Kilo. Zum Bau von Atombomben ist auf rund 90 Prozent angereichertes Uran notwendig. Der Iran beharrt darauf, dass sein Atomprogramm rein zivilen Zwecken diene.

Internationales Atomabkommen sicherte dem Iran die Lockerungen von Sanktionen zu

Das internationale Atomabkommen von 2015 sicherte dem Iran die Lockerung von Sanktionen zu. Dafür sollte Teheran sein Atomprogramm einschränken. Die USA stiegen unter dem früheren Präsidenten Donald Trump 2018 einseitig aus dem Abkommen aus. In der Folge hielt auch Teheran seine Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht mehr ein und weitete sein Atomprogramm wieder aus.

Ende des Jahres 2020 war bekannt geworden, dass der ehemalige US-Präsident Donald Trump Pläne für einen Militärschlag gegen den Iran gehabt haben soll. Das ging aus einem Bericht der New York Times hervor. Demnach hatte es der Ex-US-Präsident auf die Atomanlagen des Landes abgesehen. Der damalige iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte sich hinsichtlich Trumps Nachfolger Joe Biden offener gezeigt. In einem Interview mit der Regierungszeitung Iran sah er 2020 eine realistische Chance auf eine Einigung mit dem künftigen US-Präsidenten im Streit um das iranische Atomprogramm und lobte dessen politische Erfahrung. Aktuelle Gespräche der USA unter Präsident Joe Biden über eine Wiederbelebung des Abkommens kommen derzeit allerdings nicht voran (AFP).

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