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Bayerns Gesundheitsminister Holetschek: „Brauchen Impfquote von 85 Prozent“

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Von: Thomas Schmidtutz

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Klaus Holetschek (CSU): Bayerns Gesundheitsminister will die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte abschaffen.
Klaus Holetschek (CSU): Bayerns Gesundheitsminister sieht noch kein Ende der Corona-Pandemie. © Sven Hoppe/dpa

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek lehnt einen Freedom Day ab. Er halte nichts davon, „ein fixes Datum für das Ende der Pandemie zu setzen“, erklärte Holetschek gegenüber Merkur.de

München – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU)* sieht noch kein Ende von Corona. „Die Pandemie ist nach wie vor nicht beendet – und es ist weiterhin wichtig, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern“, erklärte Holetschek im Interview gegenüber Merkur.de.*

Auch Forderungen nach einem „Freedom Day“ erteilte Holetschek eine eindeutige Absage: „Ich sage auch ganz klar: Ich halte nichts davon, ein fixes Datum für das Ende der Pandemie festzulegen. Das Virus wird sich nicht an ein Datum halten.“

Gesundheitsminister Holetschek: „Impfquote von 85 Prozent“

Nach Einschätzung von Experten „brauchen wir eine Impfquote von 85 Prozent bei allen 12- bis 59jährigen und von mindestens 90 Prozent bei den Über-60-Jährigen. Davon sind wir selbst mit der neuen Schätzung des RKI noch deutlich entfernt“, sagte Holetschek, der zurzeit auch Vorsitzender der Gesundheitsmininisterkonferenz (GMK) ist.

Erst vor gut anderthalb Wochen hatte das Robert Koch-Institut (RKI) die Impfquote überraschend nach oben korrigiert. Danach ging das RKI zum Stichtag 5. Oktober davon aus, dass bundesweit rund 80 Prozent aller Erwachsenen vollständig geimpft waren. Das waren rund fünf Prozentpunkte mehr als zuvor gedacht. Zur Begründung für die neue Einschätzung hatte das RKI auf den Abgleich seiner Zahlen mit Bürgerbefragungen und Meldedaten verwiesen.

Aktuell liegt die Impfquote bei der besonders gefährdeten Altersgruppe über 60 Jahren bundesweit bei 86,5 Prozent und damit 3,5 Punkte unter dem von Holetschek genannten Zielwert von „mindestens 90 Prozent“.

Holetschek: Impfquote noch weit von Zielwert entfernt

Bei den jüngeren Jahrgängen ist der Abstand zwischen der aktuellen Impfquote und dem Zielwert von 85 Prozent jedoch deutlich höher. Danach sind in der Altersgruppe der 18- bis 59jährigen bislang 71,4 Prozent vollständig geimpft, bei den 12- bis 17jährigen hingegen nur 44 Prozent. Über alle Altersgruppen liegt der Durchschnittswert bundesweit bei 65,7 Prozent (Stand: Jeweils 15. Oktober 2021).

Holetschek: RKI-Präsident Wieler muss zum Rapport

Mit Blick auf die jüngste Korrektur der RKI-Daten sieht Holetschek zudem erheblichen Aufklärungsbedarf. „Wir brauchen dringend Klarheit und Wahrheit bei den Daten“. Das RKI müsse „umgehend klären, woher die neuen Daten kommen und welche Defizite es bei den Daten“ gebe. Daher habe man RKI-Präsident Lothar Wieler zur nächsten Sitzung der Gesundheitsminister-Konferenz eingeladen.

Holetschek lehnt 2G-Regel ab: Betroffene „können keine Lebensmittel kaufen“

Zugleich wies Holetschek Überlegungen zurück, nach dem Vorbild der hessischen Landesregierung auch für Bayern eine freiwillige 2G-Regelung für Lebensmittel-Läden einzuführen. „Mit einer 2G-Regel in Supermärkten wird Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, der Zugang zu lebenswichtigen Einrichtungen letztlich verweigert“, warnte der CSU-Politiker. „Vor allem im ländlichen Raum kann selbst eine freiwillige 2G-Regel dafür sorgen, dass ein Teil der Menschen beispielsweise keine Lebensmittel mehr einkaufen kann. Die Regelung käme einer faktischen Impfpflicht gleich, die wir bisher stets abgelehnt haben“, sagte Holetschek.

Hessen hatte am Dienstag das sogenannte 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet, und damit auch auf Lebensmittel-Geschäfte. Damit dürfen Einzelhändler nun wählen, ob sie in ihren Läden – etwa zu bestimmten Uhrzeiten - nur noch Corona-Geimpfte und Genesene empfangen. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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