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„Kein Ukrainer wird jemals ihren Tesla-Mist kaufen“: Elon Musk zieht Zorn des Botschafters auf sich

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Von: Julian Baumann

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Tesla-Chef Elon Musk (link) und der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk (rechts).
Tesla-Boss Elon Musk (links) hat mit einem Lösungsansatz für den Ukraine-Krieg unter anderem den Zorn des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk (rechts) auf sich gezogen. © Carina Johansen/dpa & Stefan Puchner/dpa (Fotomontage: BW24)

Tesla-Boss Elon Musk hat auf Twitter erklärt, wie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine beendet werden könnte. Der ukrainische Botschafter und Präsident Selenksyj sind alles andere als begeistert.

Stuttgart/Austin - Eigentlich müsste Tech-Milliardär Elon Musk alle Hände voll zu tun haben. Der umstrittene Visionär ist nicht nur Chef des E-Autobauers Tesla und des Weltraumunternehmens SpaceX, sondern betreibt mit The Boring Company auch ein Tunnelbohrunternehmen und liefert sich nebenbei einen Rechtsstreit mit Twitter. Nichtsdestotrotz verwendet der reichste Mensch der Welt den Kurznachrichtendienst weiterhin fleißig, um seine Meinung kund zu tun und schießt dabei mitunter deutlich über das Ziel hinaus.

So mischte sich der Tesla-Boss jetzt in den anhaltenden Ukraine-Krieg ein und präsentierte auf Twitter seinen Lösungsvorschlag für den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Bei dem zuletzt in Berlin stationierten Botschafter Andrij Melnyk sorgte das nicht gerade für Begeisterung und auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete sich zu Wort. Daraufhin schlug Elon Musk einfach einen alternativen Lösungsansatz für den Konflikt vor.

Elon Musk twittert Lösungsansatz zum Ukraine-Krieg - Melnyk und Selenskyj reagieren

Auf Twitter ist Elon Musk einer der meistgefolgten User überhaupt. Diese Reichweite nutzt der Tesla-Chef regelmäßig, um mal mehr, mal weniger seriöse Umfragen zu starten. Eine solche erstellte er auch für seinen Lösungsvorschlag zum Russland-Ukraine-Konflikt. „Ukrainisch-russischer Frieden: Wiederholen Sie die Wahlen in den annektierten Regionen unter UN-Aufsicht. Wenn es der Wille des Volkes ist, verlässt Russland die Region“, lautet der erste Punkt seines Vorschlags.

„Die Krim gehörte seit 1783 (bis zu Chruschtschow‘s Fehler (Nikita Chruschtschow, sowjetischer Politiker, Anm.d.Red.)) zu Russland“, so der zweite und die letzten beiden Punkte lauten: „Die Wasserversorgung der Krim muss gesichert sein“ und „die Ukraine bleibt neutral.“

Diese Ausführung versah Elon Musk mit den Abstimmungsmöglichkeiten „Nein“ und „Ja“. Stand 4. Oktober, 15:30 Uhr, haben bereits rund 2,4 Millionen User abgestimmt. Was der ukrainische Botschafter von dem Vorschlag des Tesla-Chefs hält, wurde allerdings ohne Abstimmung mehr als deutlich. „Das einzige Ergebnis ist, dass kein Ukrainer jemals Ihren verdammten Tesla-Mist kaufen wird“, schrieb Melnyk. „Fick dich ist meine sehr diplomatische Antwort an Sie.“

Nur rund zwei Stunden später meldete sich auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Wort und präsentierte auf Twitter eine eigene Abstimmungsmöglichkeit. „Welchen Elon Musk bevorzugen Sie?“, lautet die Frage. Die Antwortmöglichkeiten sind: „Den, der die Ukraine unterstützt“ und „den, der Russland unterstützt“.

Elon Musk zieht Zorn der Ukraine auf sich - Russland begrüßt Ansatz

Äußerungen des Tesla-Chefs in der Vergangenheit zeigen, dass Elon Musk den Krieg zwischen der Ukraine und Russland mit Sorge verfolgt. In einer Textnachricht soll er geschrieben haben, dass es keinen Sinn mache, Twitter zu kaufen „wenn wir auf den dritten Weltkrieg zusteuern.“ Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges hatte er der Ukraine das Starlink-Satellitennetz zur Verfügung gestellt. Auf eine Morddrohung aus Russland reagierte Elon Musk mit einem sarkastischen Tweet. Von seinem Lösungsvorschlag zeigten sich die ukrainischen Politiker allerdings eher angegriffen.

Nach den Antworten von Melnyk und Selenskyj an Elon Musk kommentierten unter anderem auch Politiker anderer osteuropäischer Länder den Lösungsvorschlag des Tesla-Chefs. „Tesla-Ford-Friede“, schrieb beispielsweise der polnische Politiker Cezary Tomczyk. „Ich schlage vor, dass Tesla von nun an zu Ford gehört, schließlich gehörten Autos einst hauptsächlich zu Ford.“ Die russische Seite begrüßte den Ansatz von Elon Musk dagegen. „Es ist doch positiv, dass jemand wie Elon Musk nach einem friedlichen Ausweg aus der Situation sucht“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Staatsagentur Ria Nowosti. „Was aber die Durchführung von Referenden betrifft, haben die Einwohner bereits ihre Meinung geäußert. Und hier kann nichts anderes gelten.“

Elon Musk selbst hatte nach der deutlichen Kritik von Botschafter Andrij Melnyk, Präsident Wolodymyr Selenskyj und einer großen Anzahl an Twitter-Usern einen neuen Lösungsvorschlag präsentiert. „Versuchen wir es mal so“, schrieb er. „Der Wille der Menschen, die im Donbass und auf der Krim leben, soll entscheiden, ob sie zu Russland oder zur Ukraine gehören.“ Dieser Ansatz rief allerdings auch eine geteilte Resonanz nach sich. Viele User kommentierten, dass die Ukraine eine solche Abstimmung bereits vor über 30 Jahren durchgeführt und dass sich jede einzelne Region für die Unabhängigkeit von Russland ausgesprochen habe.

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