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Weltwirtschaftsforum: Habeck sieht vier globale Krisen gleichzeitig - und warnt vor Rezession

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Von: Thomas Schmidtutz

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Robert Habeck: Der Wirtschaftsminister sieht die Weltgemeinschaft vor großen Herausforderungen.
Robert Habeck: Der Wirtschaftsminister sieht die Weltgemeinschaft vor großen Herausforderungen. © Laurent Gillieron/dpa

In Davos treffen sich ab heute führende Vertreter von Politik und Wirtschaft zum Weltwirtschaftsforum. Doch selten zuvor war das Umfeld so angespannt wie in diesem Jahr.

Update vom 23. Mai, 12.04 Uhr - Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) hält eine globale Rezession für möglich. Es gebe derzeit mindestens vier miteinander verbundene Krisen, sagte der Bundeswirtschaftsminister am Montag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Konkret nannte er hohe Inflation in vielen Ländern, eine Energiekrise, Lebensmittelknappheit und die Klimakrise.

„Wir können die Probleme nicht lösen, wenn wir uns nur auf eins der Probleme konzentrieren“, warnte Habeck. „Wenn aber keins der Probleme gelöst wird, dann sorge ich mich wirklich davor, dass wir uns in eine globale Rezession hineinbewegen.“ Diese hätte gravierende Auswirkungen nicht nur auf den Klimaschutz sondern auf die globale Stabilität insgesamt. Wenn ein Teil der Welt im kommenden Jahr Hunger leide, dann gehe es nicht nur darum, was schon schlimm genug sei, sondern um weltweite Stabilität, sagte Habeck.

Erstmeldung vom 23. Mai, 09.52 Uhr - Die reichsten Menschen der Welt sind seit Beginn der Corona-Pandemie noch reicher geworden. Nach Berechnung der Hilfsorganisation Oxfam ist das Vermögen der Milliardäre um 42 Prozent gewachsen. Gleichzeitig droh über einer Viertelmilliarde Menschen der Sturz in extreme Armut. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation in einem aktuellen Bericht, den sie zur Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos veröffentlicht hat.

In dem Schweizer Alpenort treffen sich von Montag (23. Mai) an fast 2500 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um über Lösungen für internationale Probleme zu diskutieren. Neben den Folgen des Ukraine-Kriegs und der Corona-Pandemie dürfte auch das Thema Klimawandel eine wichtige Rolle spielen.

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Weltwirtschaftsforum: Oxfam fordert stärkere Besteuerung der Super-Reichen

Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam forderte angesichts wachsender Ungleichheit eine stärkere Besteuerung von Unternehmen und sehr hoher Vermögen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Konzerne und die dahinter stehenden Milliardärinnen und Milliardäre Rekordgewinne einfahren, während Millionen Menschen Mahlzeiten ausfallen lassen müssen, die Heizung abdrehen, mit ihren Rechnungen im Rückstand sind und sich fragen, was sie als nächstes tun können, um zu überleben“, sagte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland.

Regierungen müssten dringend gegensteuern und Konzerne sowie Superreiche in die Pflicht nehmen. In Deutschland müsse die Vermögensteuer wiedereingeführt werden. Außerdem sei eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen und eine Übergewinnsteuer für Konzerne angesagt.

Laut Oxfam haben die Corona-Pandemie und steigende Preise für Energie und Lebensmittel Armut und soziale Ungleichheit zuletzt noch befeuert. Die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre sei seit 2020 um mehr als 570 auf 2668 gewachsen. Zusammen verfügten sie über ein Vermögen von 12,7 Billionen Dollar. Allein während der Pandemie sei es um 42 Prozent gewachsen und entspreche nun 13,9 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Weltwirtschaftsforum: Studie - Drastisch wachsende Armut weltweit

Gleichzeitig seien rund 260 Millionen Menschen gefährdet, wegen zunehmender Ungleichheit und steigender Lebensmittelpreise in Armut abzurutschen. Im vergangenen März habe es den größten Sprung der Lebensmittelpreise seit Beginn der Aufzeichnungen der Vereinten Nationen im Jahr 1990 gegeben.

Auch die Ungleichheit zwischen Staaten nehme wieder zu. Mehr als jedes zweite einkommensschwache Land könne seine Schulden bald nicht mehr zurückzahlen. „Derzeit ersticken einkommensschwache Länder unter ihrer Schuldenlast, und weltweit explodieren Ungleichheit und Armut“, sagte Schmitt. Befeuert werden die steigenden Preise und auch die Schuldenproblematik derzeit durch den russischen Krieg in der Ukraine. (dpa/utz)

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