1. Mannheim24
  2. Politik & Wirtschaft

Bundespräsidentenwahl 2022: Frank-Walter Steinmeier vor Wiederwahl

Erstellt:

Von: Felix Busjaeger

Kommentare

Die Bundesversammlung wählt einen neuen Bundespräsidenten. Dass es wieder Frank-Walter Steinmeier wird, gilt als sicher. Es gibt auch andere Kandidaten für das Amt.

Berlin – Mit einem ausgetüftelten Coup gelang es vor fünf Jahren, Frank-Walter Steinmeier* ins Amt des Bundespräsidenten zu wählen: Als es 2017 an eine Bundespräsidentenwahl ging, fehlte der Union ein geeigneter Kandidat. Der damalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel nutzte die Gunst der Stunde und brachte schließlich den damaligen Außenminister Steinmeier ins Gespräch, der schließlich am 22. März 2017 ins Schloss Bellevue einzog. Nun, fünf Jahre später, ist Steinmeiers erste Amtszeit vorbei und er will weitermachen. Am Sonntag stellt er sich der Wiederwahl durch die Bundesversammlung.

Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland:Frank-Walter Steinmeier
Geboren:5. Januar 1956 (Alter 66 Jahre), Detmold
Größe:1,78 m
Ehepartnerin:Elke Büdenbender (verh. 1995)

Bundespräsidentenwahl: Frank-Walter Steinmeier hat drei Mitbewerber bei Wahl des Staatsoberhauptes

Dass Frank-Walter Steinmeier, dessen Gehalt als Bundespräsident* überraschend wirkt, im Amt bestätigt wird, gilt als äußerst wahrscheinlich. Zu groß ist die Mehrheit, die er in der Bundesversammlung genießen wird. Der Sozialdemokrat, der seine Parteizugehörigkeit als Staatsoberhaupt nun ruhen lässt, wird von den Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP sowie von der CDU/CSU-Opposition unterstützt. Dennoch: Es gibt auch drei Gegenkandidaten: Für die Linke kandidiert der Mediziner Gerhard Trabert* (65) und für die AfD der Ökonom Max Otte* (57), der Mitglied der CDU ist. 

Bundesversammlung Bundespräsidentenwahl
Die 16. Bundesversammlung kam 2017 zusammen, um einen neuen Bundespräsidenten zu wählen. Fünf Jahre später wird nun erneut gewählt. (Archivbild) © Michael Gottschalk/photothek.net/Imago

Seitdem sich Otte für die AfD-Nominierung entschieden hat, hat sich seine Partei gegen ihn gestellt und ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet. Wenige Tage vor der Bundespräsidentenwahl 2022* haben die Freien Wähler die Physikerin Stefanie Gebauer (41) ins Rennen um das Staatsamt geschickt. Alle drei gelten angesichts der deutlichen Mehrheit der Steinmeier-Wähler als chancenlos. SPD, Grüne, FDP und CDU/CSU stellen zusammen 1223 der insgesamt 1472 Mitglieder der Bundesversammlung bei der Bundespräsidentenwahl*. 

Wer wird Bundespräsident 2022? Frank-Walter Steinmeier benötigt absolute Mehrheit der Bundesversammlung

Wer wird Bundespräsident 2022*? Frank-Walter Steinmeier, der mit seiner Frau Elke Büdenbender* und Tochter Merit* in Zehlendorf lebt, benötigt für die notwendige absolute Mehrheit in der Bundesversammlung 737 Stimmen. Er könnte also die Bundespräsidentenwahl im ersten Wahlgang für sich entscheiden – der Ablauf der Bundespräsidentenwahl 2022* folgt dabei einem klaren Muster. Erst im dritten Wahlgang würde ihm auch eine einfache Mehrheit der Stimmen reichen. Bei seiner ersten Wahl zum Bundespräsidenten erhielt Steinmeier vor fünf Jahren 931 von 1253 abgegebenen Stimmen – diese stammten von Union und SPD, die damals eine Große Koalition bildeten, sowie von Grünen und FDP.

Das Wichtigste aus der Politik: Ausgewählt von unserer Politikredaktion und um 7:30 Uhr verschickt – jetzt kostenlos anmelden.

Wiederwahl von Frank-Walter Steinmeier bei der Bundespräsidentenwahl 2022 gilt als sicher

Aber nicht nur seine Wiederwahl als Bundespräsident gilt bei der Bundespräsidentenwahl 2022 als sicher, Frank-Walter Steinmeier genießt auch große Zustimmung in der Bevölkerung. Im aktuellen Trendbarometer des ZDF waren 85 Prozent der Befragten der Meinung, dass der Sozialdemokrat seine Arbeit als Bundespräsident eher gut machen würde. Nur zehn Prozent bewerteten seine bisherige Arbeit als eher schlecht. Bereits im vergangenen Mai kündigte er an, erneut für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren zu wollen. „Wir haben uns wundgerieben im Streit um den richtigen Weg. Ich möchte helfen, diese Wunden zu heilen“, begründete er damals seine Entscheidung.

Wenn Steinmeier am Sonntag von der Bundesversammlung, die so groß wie nie und deren ältestes Mitglied eine Nazi-Zeitzeugin* ist, gewählt wird, reiht er sich als erst der fünfte Bundespräsident, der eine Reihe an Aufgaben* hat, in die Reihe seiner Vorgänger ein, die eine zweite Amtszeit antraten. Zehn Jahre lang bekleideten jeweils Theodor Heuss, Heinrich Lübke und Richard von Weizsäcker das Amt. Lübke verfehlte allerdings knapp das offizielle Ende seiner zweiten Amtszeit. Horst Köhler wurde zwar 2009 wiedergewählt, trat aber ein Jahr später zurück. Steinmeiers mögliche Wiederwahl als Bundespräsidenten können Interessierte live im TV* mitverfolgen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare