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Laschet zu Besuch in Hessen: „Union jetzt im Wahlkampfmodus“

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Von: Mirko Schmid

Bei einem Auftritt vor der Jungen Union in Hessen schaltet Armin Laschet in den Wahlkampfmodus und verspricht, „bis zum Ende“ kämpfen zu wollen.

Gießen – Bisher kam der Wahlkampf des CDU*-Kanzlerkandidaten Armin Laschet nicht so recht ins Rollen. In Umfragen sind die Unionsparteien abgerutscht, in der Kanzlerfrage liegt Laschet in Umfragen hinter Finanzminister Olaf Scholz* (SPD). Angesichts dieser besorgniserregenden Aussichten steht der Parteivorsitzende der größten Regierungspartei zunehmend unter Druck.

Bei einem Besuch bei der Jungen Union, der Parteijugend der Unionsparteien, in Hessen schaltete Laschet nun in den Angriffsmodus und teilte Spitzen gegen die Mitbewerber von SPD*, Grünen* und Linken*aus. Deren Programme, so Laschet in Gießen, seien „nicht von Modernisierung gekennzeichnet“. Steuererhöhungen, wie sie die Parteien links der Mitte in ihren Programmen stehen haben, hält der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen für falsch. Diese würden „den Wohlstand gefährden“, kleine und mittlere Einkommen und Familien belasten und „die wirtschaftliche Dynamik, die wir jetzt nach der Pandemie brauchen“ ausbremsen.

Wahlkampf CDU - Armin Laschet in Gießen
Armin Laschet beim Landestag der Jungen Union Hessen in Gießen. © Frank Rumpenhorst/dpa

Stattdessen forderte der CDU-Chef schnellere Planungsprozesse im Land. Wenn die Energiewende vorangetrieben werden, indem mehr Züge fahren, um Flüge einzusparen, dann könne nicht 20 bis 25 Jahre auf eine Genehmigung von Bahnstrecken gewartet werden. Die Grünen kritisierte Laschet dafür, sich einerseits vor Ort gegen Waldrodungen auszusprechen und andererseits auf Bundesebene den schnelleren Ausbau von Schienennetzen einzufordern.

Armin Laschet will eine „Zuspitzung“ im Wahlkampf zur Bundestagswahl

Nun müsse im Wahlkampf eine „Zuspitzung“ her, um Unterschiede zu verdeutlichen. Die Union sei unter ihm als Kanzlerkandidat „jetzt im Wahlkampfmodus“ und wolle „kämpfen“. Am Ende seien es „die Wähler“, welche entscheiden würden, „wie es in Deutschland weitergeht“. Gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder* und Bundeskanzlerin* Angela Merkel* werde er den Wahlkampf „am kommenden Samstag eröffnen“, kündigte Laschet an. Ab dann werde „überall im Land, in Bayern und in den CDU-Landesverbänden gekämpft“. CDU und CSU* würden gemeinsam als geschlossene Union auftreten, versprach der Kanzlerkandidat.

Kandidat/inLaschetScholzBaerbockKeine Angabe
ParteiCDUSPDGrüne
Zustimmung21441619
Trend-8+10-4+2

Aus Laschets Sicht ist mehr Engagement im Wahlkampf nötig, schließlich sinken die Umfragewerte der Union, in der Kanzlerfrage hat Laschet enorm an Zustimmung verloren und musste Olaf Scholz deutlich an sich vorbeiziehen lassen. Während laut einer aktuellen Umfrage der ZDF-Sendung “Politbarometer“ 44 Prozent der Befragten gerne den SPD-Politiker als Nachfolger von Angela Merkel im Kanzleramt sehen würden, kam Laschet nur noch auf 21 Prozent.

Annalena Baerbock liegt in der Kanzlerfrage auf dem letzten Platz, Scholz vorbei an Laschet

Dies bedeutet einen Verlust von acht Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Kanzlerfrage, Scholz konnte dagegen um zehn Prozent zulegen*. Auf dem letzten Platz liegt Annalena Baerbock*, die sich nur noch 16 Prozent der Befragten als Kanzlerin wünschen – womit Baerbock bei einem Verlust von vier Prozentpunkten in ihren persönlichen Beliebtheitswerten hinter den Umfragewerten ihrer Partei zurückliegt. (Mirko Schmid mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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