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Simonischek bescheinigt Berlin mangelnde Umgangsformen

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Der Schauspieler Peter Simonischek bescheinigt Berlin mangelnde Umgangsformen. Foto: Jens Kalaene/dpa

Der österreichische Schauspieler Peter Simonischek hat viel Zeit in der deutschen Hauptstadt verbracht. Der Charme der Berliner sei sehr gewöhnungsbedürftig, so seine Erfahrung.

Berlin (dpa) - Der hauptstadterfahrene österreichische Schauspieler Peter Simonischek (73) bescheinigt Berlin mangelnde Umgangsformen und den Wienern mangelnde Wahrheitsliebe.

Eines habe er in seinen Jahrzehnten in der deutschen Hauptstadt registriert, sagte der gebürtige Grazer der "Berliner Zeitung": "Ich würde sagen, es ist die Abwesenheit jeglichen Charmes im Umgang. Es ist alles direkt, und daran muss man sich erst einmal gewöhnen."

Als er vor 20 Jahren nach Österreich zurückgekehrt sei, habe er wieder umlernen müssen. "In Berlin kann man das, was gesagt wird, gerne für bare Münze nehmen", sagte Simonischek, der dort etwa 20 Jahre bis 1999 an der Schaubühne spielte. "Damit ist man in Österreich ganz schlecht beraten, weil man ganz selten zu hören kriegt, was die Leute wirklich denken."

In seinem Heimatland hat Simonischek beobachtet: "Die Konvention ist: Lügen ohne Not. Die Lüge ist in Österreich Teil der Kultur, Schnitzler wäre gar nicht denkbar ohne die Kultur der Lüge", meinte der Burgschauspieler, den viele auch aus TV und Kino ("Toni Erdmann") kennen. "Lügen, weil es Spaß macht. Es geht nicht um wesentliche Dinge. Es kann den Umgang auch weicher machen."

Einer seiner Berlin-Lieblingswitze spiele in einem Kino: "Ein Zuschauer muss kurz vor Filmbeginn noch mal raus und tritt dabei einer Dame auf den Zeh, sie schreit laut Aua. Als er wieder reinkommt, muss er seinen Platz im Dunkeln suchen und fragt dieselbe Frau: Sagen Sie, Sind Sie die Dame, der ich beim Rausgehen uffn Fuß jetreten habe. Und sie sagt: Ja, ist ja schon gut. Worauf er sagt: Na, denn iss et die richtige Reihe."

Der neue Film "Crescendo", in dem Peter Simonischek einen Dirigenten spielt, kommt am Donnerstag (16.1.) ins Kino.

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