Selbstmord von Linkin-Park-Frontmann

Todestag von Chester Bennington war womöglich kein Zufall

Er beging am 53. Geburtstag seines verstorbenen Freundes Chris Cornell Selbstmord. Dass Chester Bennington wie der Soundgarden-Rocker den Freitod gewählt hatte, war womöglich kein Zufall.

Los Angeles - Ein Freund verriet „RadarOnline“: „Chesters Beziehung zu Chris war sehr eng, fast sein ganzes Leben lang. Nach dessen Tod war er nicht mehr der Alte.“ Allerdings habe der „Linkin Park“-Frontmann selbst enge Bekannte und seine eigene Familie davon überzeugen können, dass er den Schock verkraftet hatte: „Er hat gesagt ‚Ich weiß, dass Chris an einem besseren Ort ist. Mir fehlen für diese Tragödie die Worte.“

Todesnachricht erreicht die Band auf Tour

Der 41-Jährige hatte sich Donnerstagmorgen in seinem Haus im Los Angeles-Vorort Palos Verdes erhängt. Als seine Haushälterin ihn fand, kam jede Hilfe zu spät. Bennington war Dienstagabend aus Arizona eingeflogen, wo er einen Urlaub mit Ehefrau Talinda verbracht hatte. Das ehemalige Playboymodel und ihre drei Kinder blieben zurück. Benningtons Band befand sich mitten auf Tournee und hatte zwei Stunden vor der Todesnachricht noch das neuste Musikvideo veröffentlicht.

Der Freund: “Chesters Familie, Freunde und Bandkollegen stehen unter Schock. Er hatte zwar immer mit Suchtproblemen in der Vergangenheit zu kämpfen gehabt, aber in der letzten Zeit schien er den richtigen Pfad gefunden zu haben.“ Auch seine Fans und Kollegen haben mit Bestürzung auf den Tod von Linkin Park-Sänger Chester Bennington reagiert. Er sei "schockiert und untröstlich", schrieb der Gitarrist der erfolgreichen US-Rockband, Mike Shinoda, im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Bennington nahm bereits in seiner Jugend Drogen

Nur Stunden vor Benningtons Tod hatte die Crossover-Band Linkin Park ein Video zu ihrer jüngsten Single veröffentlicht. In dem Titel "Talking to Myself" (etwa: "Ich rede mit mir selbst") scheint Bennington den Blickwinkel seiner Frau Talinda Ann Bentley einzunehmen, die ihn anfleht, seinen Drogenmissbrauch in den Griff zu bekommen. Bereits in seiner Jugend hatte Bennington begonnen, Alkohol zu trinken und harte Drogen zu nehmen. 

Vor einigen Jahren machte Bennington öffentlich, dass er während seiner Kindheit von einem Freund seiner Eltern vergewaltigt wurde, zum ersten Mal im Alter von sieben Jahren. Der Missbrauch habe sein "Selbstvertrauen zerstört", sagte der Sänger 2014 der britischen Musikseite Team Rock. "Wie die meisten Leute hatte ich zu viel Angst, etwas zu sagen. Ich wollte nicht, dass die Leute denken, dass ich schwul bin oder lüge." Als Bennington elf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. 

Die Musik war sein Ventil für den Zorn

Als Ventil für seinen Zorn entdeckte Bennington schließlich die Musik. Sein charakteristischer wütend-fauchender, aber immer wieder auch melodischer Gesang wurde stilbildend für das Genre des Nu Metal, in dem harte Metal-Klänge unter anderem mit rhythmusorientierten Hip-Hop-Elementen verwoben werden. 

Das im Jahr 2000 erschienene Debütalbum von Linkin Park, "Hybrid Theory", wurde allein in den USA mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Titel wie "In the End" und "Crawling" wurden zu Hits. Auch in Deutschland fuhr die Band immer wieder Chart-Erfolge ein, unter anderem mit dem Stück "Numb/Encore", das Linkin Park gemeinsam mit dem US-Rapper Jay-Z aufnahm. 

Anzeichen für einen Selbstmord habe es nicht gegeben

2013 sprang Bennington kurzzeitig als Frontmann für die Stone Temple Pilots ein. Zuvor hatte sich die Grunge-Band von Sänger Scott Weiland getrennt, der wenig später an einer Überdosis starb. Der Tod einer weiteren Grunge-Größe, von Soundgarden-Frontmann Chris Cornell vor zwei Monaten, hatte Bennington zuletzt tief bewegt. Anzeichen dafür, dass der Linkin Park-Sänger sich zurückziehen und von der Welt abwenden könnte, gab es allerdings nicht.

In der kommenden Woche sollte die neue Tour der Band starten. Geplant war unter anderem ein Auftritt im New Yorker Citi-Field-Baseballstadion mit Bands wie Blink-182 und dem Wu-Tang Clan. Sängerin Avril Lavigne reagierte bestürzt auf den Tod Benningtons, mit dem sie bereits im Jahr 2004 beim Festival "Rock am Ring" in Deutschland auf der Bühne gestanden hatte. "Einen der Besten" zu verlieren, sei eine "grauenvolle Nachricht", schrieb die kanadisch-französische Musikerin im Online-Dienst Instagram. Ihr bleibe vor allem die Liebenswürdigkeit des Sängers in Erinnerung.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/.

Lesen Sie auch: So trauern Fans und Kollegen um Chester Bennington

Erinnerung an Linkin-Park-Sänger: Chester Bennington beim Hurricane

Video: Glomex

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