Exhumierung steht bevor 

Ist diese Frau Dalís Tochter oder eine Hochstaplerin? 

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Pilar Abel Martínez (61) behauptet die Tochter von Salvador Dalí zu sein.

Hat der legendäre Maler Salvador Dalí eine Tochter? 30 Jahre nach seinem Tod soll diese Frage nun geklärt werden. Ein historischer Moment in Spanien.

Madrid/Figueres - Pilar Abel Martínez stellt dieser Tage in Spanien Fußballstars wie Cristiano Ronaldo und ranghohe Politiker wie Regierungschef Mariano Rajoy in den Schatten. 

Die 61-Jährige hat einen historischen Countdown in Gang gesetzt und hält damit das Land und die Kunstwelt in Atem. Sie behauptet nämlich, Tochter von Salvador Dalí zu sein. Das verkündet sie zwar schon seit 2007. 

Warum wird die Leiche von Salvador Dalí jetzt erst exhumiert?

Nun hat sie aber im Rahmen einer Vaterschaftsklage vor Gericht die Exhumierung der Leiche des Künstlers mit dem Zwirbel-Schnurrbart durchgesetzt. Ein DNA-Gutachten soll klären: Hatte der offiziell kinderlos gebliebene „Vater des Surrealismus“ doch Nachkommen?

Frau Abel Martínez war am Dienstag überall in den spanischen Medien. Sie war aber schon vor der Exhumierungsanordnung von Richterin María del Mar Crespo keine Unbekannte. Denn sie war mit ihrer Behauptung in die Öffentlichkeit gegangen, hatte im Laufe der Jahre viele Interviews gegeben und im Fernsehen als Wahrsagerin auch die Karten gelegt. „Jasmine“ lautet ihr Künstlername noch heute. Dass sie die Tochter des legendären Dalí sein soll, erfuhr sie nicht durchs Kartenlegen. „Das hat mir meine Oma, die Mutter des Mannes meiner Mutter, erzählt, als ich sieben war. Sie sagte mir auch: Du bist nicht die Tochter meines Sohnes, trotzdem liebe ich dich.“

Hat Salvador Dalí eine Tochter?

Später habe ihre Mutter Antonia diese Aussage bestätigt. Die Mamá habe Mitte der 1950er Jahre als Angestellte im Haus einer Familie gearbeitet, bei der der damals noch ledige Dalí zeitweilig gewohnt habe. Die beiden hätten eine enge Freundschaft geschlossen, die sich schließlich zu einer heimlichen Liebesbeziehung entwickelt habe. Antonia ist 86 und lebt noch. Da sie aber an Demenz leidet, steht sie als direkte Informationsquelle nicht mehr zur Verfügung.

Mutter und Tochter wohnen im katalanischen Figueres - dem Geburts- und Sterbeort Dalís. Hier, unweit der Grenze zu Frankreich rund 100 Kilometer nordöstlich von Barcelona, liegt der Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller begraben. Er starb am 23. Januar 1989 im Alter von 84 Jahren an Herzversagen. Der Mann, der unter anderem auch eine enge Beziehung zur damaligen Disco-Queen Amanda Lear unterhielt, wurde auf eigenen Wunsch in der Krypta unter der Glaskuppel seines „Theater-Museum Dalí“ beigesetzt.

Hier ist Salvador Dalí begraben

Die Exhumierung werde in der kleinen 45.000-Einwohner-Gemeinde, in der fast jeder jeden kennt, „einen wahren Skandal“ auslösen, befürchtet die renommierte Zeitung „El País“. Das Blatt meint, das Ganze sehe aus wie „Happening post mortem“ im besten Stile Dalís.

Im Interview des Radiosenders „Cope“ meinte Abel Martínez am Dienstag, der Exhumierungsbeschluss mache sie „glücklich, aber auch traurig“. „Ich muss an die verlorenen Jahre denken, an die Anwälte, die mir nicht geholfen haben, an die vielen Menschen, die mir nicht glauben“, sagte die kokette Frau, die sich mal mit platinblond, mal mit tiefschwarz gefärbten Haaren präsentiert.

Salvador Dalí  „Vater des Surrealismus“ starb am 23. Januar 1989 im Alter von 84 Jahren an Herzversagen.

Dalí, verriet die Frau jetzt, habe sie in Figueres in ihren jungen Jahren oft getroffen. „Wir haben uns aber nur angeschaut.“ Wieso hat sie ihn nicht gefragt, ob er ihr Vater sei? „Ich glaube, er hat's gewusst. Aber wie sollte ich kleines Mädchen ihn fragen?“

Sie spricht mit fester, resoluter Stimme, selbstsicher und ruhig. Dabei gibt es natürlich Vermutungen, dass sie es auf den millionenschweren Pflichterbteil abgesehen habe. Sein Vermögen und die Rechte auf seine Werke hinterließ Dalí, dessen Ehe mit Gala (1894-1982) kinderlos geblieben war, dem Staat und der Stiftung „Fundación Gala - Salvador Dalí“.

Die Stiftung teilte unterdessen mit, man werde Einspruch gegen die Exhumierungsanordnung erheben. Dieser Maßnahme räumen die Medien in Spanien allerdings keine großen Erfolgschancen ein. Geht es, so wird gefragt, der Stiftung nur ums Prinzip, dass Dalí weiter in Frieden ruhen und nicht gestört werden soll? Oder hegt man vielleicht bestimmte (finanzielle) Befürchtungen?

Wann soll die Dalís Exhumierung stattfinden?

Im Gespräch mit „Cope“ beteuerte Abel Martínez derweil, sie habe hehre Absichten: „Mir ist das Geld egal.“ Nach der Exhumierung, die laut Anwalt Enrique Blánquez „schon im Juli“ stattfinden könnte, sollen dem einbalsamierten Körper von Dalí biologische Spuren entnommen werden, um ein DNA-Abstammungsgutachten zu erstellen. Zweifel wird es dann nicht mehr geben. „Ich werde meine Identität kennen. Wissen, wer ich bin. Und vielleicht ein Lächeln auf dem Gesicht meiner Mutter sehen, ein kleines Lächeln. Das ist alles, was ich will“, sagt die Mutter von vier Töchtern.

"Theater-Museum Dalí" - Gruft Salvador Dalí

Von Emilio Rappold, dpa

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