Gala in Wien

„Romy“-Preise: Berben und Böhmermann sorgen für politische Töne

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Der Romy-Preisträger Jan Böhmermann.

Jan Böhmermann hatte schon im Vorfeld angekündigt, die Wiener Galaveranstaltung für ein starkes Statement nutzen zu wollen. Doch Iris Berben stahl ihm letztendlich die Show.

Wien - Mit einem Plädoyer für Demokratie hat Iris Berben die „Romy“ für ihr Lebenswerk als Schauspielerin entgegengenommen. Politische Statements zogen sich Samstagabend wie ein roter Faden durch die diesjährige Verleihung der österreichischen TV- und Filmpreise in Wien. Der Satiriker Jan Böhmermann wurde bei der Gala in der Wiener Hofburg als bester deutschsprachiger Comedian ausgezeichnet und benutzte seinen Auftritt für einen Seitenhieb auf den politischen Rechtsruck in Österreich.

Doch Berben war der Star des Abends. Schon in der Laudatio machte ihr Kollege Peter Simonischek („Toni Erdmann“) klar, dass sie die Platin-„Romy“ nicht nur für ihre Karriere verdiene, sondern auch für ihr zivilgesellschaftliches Engagement. „Wir Künstler haben eine Stimme, und ich finde die müssen wir nutzen“, sagte Berben in einer emotionalen Rede. „Denn wir haben etwas zu verteidigen: unsere Demokratie, unseren Zusammenhalt“, sagte der 68-jährige Star und verwies auf negative Entwicklungen in Europa und anderswo. Berben feierte vor 50 Jahren ihr Schauspieldebüt. Sie war seitdem in zahlreichen Kino- und TV-Produktionen („Sketchup“, „Das Erbe der Guldenburgs“, „Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte“, „Traumfrauen“) zu sehen.

Eigentlich hatte Böhmermann („Neo Magazin Royale“) angekündigt, seinen Preis in einer Burka und mit hundert syrischen Flüchtlingen im Schlepptau entgegenzunehmen - als Reaktion auf Österreichs neue rechtskonservative Regierung. Der 37-Jährige gewann zwar das von der Wiener Zeitung „Kurier“ organisierte Online-Voting in der Kategorie „Show/Unterhaltung“. Doch die Provokation blieb er dann schuldig. „Ich habe sie angelogen von vorn bis hinten“, sagte Böhmermann dem Publikum. „Sie wurden von einem unseriösen, windigen Populisten hinters Licht geführt - wahrscheinlich zum allerersten Mal in ihrer Geschichte.“

In der Kategorie „beliebtester Schauspieler“ im Fernsehen oder Kino bekam Elyas M'Barek („Fack ju Göhte“) die meisten der insgesamt 200 000 abgegebenen Stimmen. Die Schauspieler Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau bekamen eine „Romy“ für ihre ARD-Krimiserie „Hubert und Staller“.

Für die „Romy“ waren 31 TV- und Filmstars in sechs Kategorien nominiert. Die mit 24 Karat Gold veredelte Statuette wurde zum 29. Mal verliehen. Sie ist nach der österreichischen Schauspielerin Romy Schneider benannt, die dieses Jahr 80 Jahre alt geworden wäre.

dpa

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