Mit 89 Jahren

Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben

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Roger Moore ist tot: Der James-Bond-Darsteller ist nach Angaben seiner Familie mit 89 Jahren an Krebs.

Trauer um eine James-Bond-Legende: Roger Moore ist tot: Der britische Schauspieler ist nach Angaben seiner Familie mit 89 Jahren an Krebs gestorben.

London - Für viele Fans war er der beste 007-Darsteller: Roger Moore spielte James Bond mit einem Humor und einem Frauenverschleiß, wie sie kein anderer Schauspieler in der Rolle des britischen Super-Agenten hinkriegte. Am Dienstag vermeldete seine Familie den Tod der Schauspiel-Legende:

Mit schwerem Herzen müssen wir verkünden, dass unser liebender Vater, Sir Roger Moore, heute in der Schweiz nach einem tapferen Kampf gegen den Krebs verstorben ist“, heißt es in einem Statement, das seine Kinder Deborah, Geoffrey und Christian am Dienstagnachmittag auf Moores Twitter-Account posteten. „

Die Liebe, von der er in seinen letzten Tagen umgeben war, war so groß, dass man sie in Worten alleine nicht ausdrücken kann. Wir wissen, dass unsere Liebe und Bewunderung von Menschen auf der ganzen Welt getielt werden wird,  die seine Filme kennen, seine Fernseh-Sendungen und seine leidenschaftliche Arbeit für Unicef (die für ihn seine größte Errungenschaft war).

Die Zuneigung, die unser Vater verspürte, wenn er auf eine Bühne trat oder vor einer Kamera stand, gaben ihm großen Auftrieb und ließ ihn bis in sein 90. Lebensjahr arbeiten, bis zu seinem letzten Auftritt im November 2016 in Londons Royal Festival Hall. 

Die Menschenmenge bejubelte ihn auf und neben der Bühne und brachte die Grundfesten des Gebäudes zum Beben, das nicht weit von seinem Geburtsort war.

Danke Papa dass Du der bist, der Du bist und dass Du für so viele Menschen so besonders warst.

Unsere Gedanken müssen nun bei Kristina sein, die wir in dieser schwierigen zeit unterstützen. Den Wünschen unseres Vaters entsprechend wird es eine private Trauerfeier in Monaco geben.

Deborah, Geoffrey und Christian“ 

Roger Moore ist tot: Niemand spielte James Bond öfter als er 

In sieben Filmen spielte Roger Moore von 1973 bis 1985 den englischen Geheimagenten James Bond. Er übernahm die Rolle 1973 in „Leben und sterben lassen“ von Sean Connery, der 007 zu einer weltweiten Kino-Marke gemacht hatte. Roger Moore gab James Bond, den sein Vorgänger eher als Gentleman-Killer verkörpert hatte, eine humoristische Note. Mit beißendem Witz brachte er die Bösewichter zur Strecke. So spießte er den Rollstuhl von Oberbösewicht Blofeld mit einem Hubschrauber auf und versenkte ihn in einem Fabrik-Schornstein.

Legendär sind auch seine ironischen Sprüche als 007: Als ihm eine Frau in „Der Spion, der mich liebte“ vorhielt: "Sie sind etwas misstrauisch, Mr. Bond", antwortete er: „Lieber etwas misstrauisch als etwas tot.“ Zu einer Dame meinte er im Film“Der Mann mit dem goldenen Colt“: „Miss Anders, ich habe Sie gar nicht erkannt – in Ihren Kleidern.“

Als James Bond war Roger Moore auch „Mister Gadget“. Er setzte so viele coole Technik-Gimmicks ein, wie kein anderer 007-Darsteller. Eine Auswahl seiner Spezialwaffen: Killer-Regenschirm, Anti-Hai-Kanone, Ring-Kamera, Ärmel-Knarre, Rolex-Submariner mit Miniatur-Säge, Unterwasser-Auto, Roboter-Hund und Krokodil-Verkleidung.

Unerreicht bleibt auch sein Frauenverschleiß als 007: 19 Bond-Girls wurden bei ihm schwach. Damit ist er absoluter Rekordhalter aller 007-Darsteller. In keinem seiner sieben Filme verführte er weniger als zwei Frauen, in "Im Angesicht des Todes" steigt er gar mit vier hübschen Ladies ins Bett.

Roger Moore im Jahr 2013.

Roger Moore ist tot: Sein Leben als Schauspieler und Unicef-Botschafter

Roger George Moore wurde am 14. Oktober 1927 in der britischen Hauptstadt London geboren. Schauspieler wurde er eher aus Zufall. Er kam mit dem Beruf in Berührung als ein Freund ihn überredete hatte, mit ihm zu einer Schauspielschule zu gehen. Während seiner Zeit in der britischen Armee spielte er in kleinen Theater-Stücken mit. 

Seinen großen Durchbruch hatte er mit der Rolle des Privatdetektivs Simon Templar in der gleichnamigen TV-Serie, die von 1962 bis 1969 gedreht wurde. Mit dieser Rolle machte er auch die 007-Produzenten auf sich aufmerksam. Roger Moore war in der engeren Auswahl als Kandidat für die Rolle von James Bond im ersten 007-Film  „Dr. No“ und später noch als Connery-Nachfolger in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, Beide Male verhinderten seine Verträge als Simon Templar ein Engagement.

1973, war es dann so weit. Man brauchte wieder einen neuen 007 – und Roger Moore, die Wunschbesetzung von Anfang an, war frei. Der Engländer gestaltete die Figur des Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten humorvoller, ging sie als charmanter Gentleman mit blasierter Ironie an. Wo Connery seinem Bond noch beigebracht hat, wie man mit Fäusten umgeht, erklärte ihm Moore, welche Temperatur Champagner haben muss (8 Grad). Mit sieben Aufträgen war er der meistbeschäftigte Bond-Darsteller – und einer, der das Publikum stark polarisierte: den Connery- Fans war er zu geschniegelt, aber er hatte eine neue Generation durch die 70er Jahre und in die 8oer hinein begleitet. Doch jetzt, als immerhin 58-Jähriger, musste er seine Lizenz zurückgeben.

Roger Moore ist tot: Unicef-Botschafter war seine größte Rolle

Nicht als Superagent auf der Leinwand sondern als Unicef-Botschafter rettete Roger Moore Millionen Menschen ganz real vor Hunger, vor Durst und vor Verwahrlosung. Dafür wurde er von der Queen 2003 zum Commander of the British Empire und schließlich Ritter geschlagen; dafür wurde er auch mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Als Roger Moore vor seinem 80. Geburtstag gefragt wurde, was sich in seinem Leben mit dem Herzschrittmacher verändert habe, scherzte er: „Ich gebe inzwischen mehr Geld für Batterien aus als früher.“

Früher, das waren die Zeiten in denen er keine Affäre, keine Rauferei und vor allem keine Drinks ausließ. Selbst seine als standfest geltenden Kollegen Richard Harris und Richard Burton soll Moore unter den Tisch getrunken haben – und trotzdem am nächsten Morgen pünktlich und gut gelaunt am Set erschienen sein. Wenn er dann noch seine Augenbrauen halb erstaunt, halb amüsiert nach oben zog, konnte ihm eh keiner mehr böse sein. Und die Frauenherzen eroberte er damit im Sturm. Drei Ehen hatte er hinter sich, in vierter Ehe war er bis zu seinem Tod mit der Schwedin Kristina Tholstrup, 69, verheiratet. Mit ihr lebte er abwechselnd in Monte Carlo und im schweizerischen Gstaad. Einmal gestand Moore allerdings, dass er sich bei den Bettszenen in seinen Filmen meist habe doubeln lassen. Es sei ihm peinlich gewesen, dass seine Filmgeliebten seine Töchter hätten sein können. 

Ruhig und beschaulich lebt der Ex-Agent zuletzt, der 1927 als Sohn einer Hausfrau und eines Polizisten im Londoner Viertel Stockwell geboren wurde. Diät-Vorschriften würden jetzt sein Leben bestimmen verriet er in Interviews: „Zum Frühstück gibt es nur Früchte, Tee und Blütenpollen“, sagt er. Seine großen Leidenschaften wie schwarze Schokolade und Kaffee-Eis gönne er sich nur selten, ab und zu auch mal ein Gläschen Champagner mit seiner Frau.

Gesundheitlich musste Roger Moore einige Schicksalschläge hinnehmen. Zu Beginn der Neunziger Jahre erkrankte er schwer an Prostatakrebs. 1993 hatte er die Krankheit glücklicherweise überwunden. Seit 2003, nach einem Kollaps bei einer Theateraufführung in New York, musste er allerdings mit einem Herzschrittmacher leben.

Rückblickend meinte er über sein Schaffen: „Unicef ist meine beste Mission, das Wichtigste, das ich in meinem Leben gemacht habe“.

Roger Moore ist tot: In diesen Filmen verkörperte er James Bond

Roger Moore übernahm mit 46 Jahren die Rolle des 007 und stieg mit 58 Jahren wieder aus. „Im Angesicht des Todes“ war 1985 sein letzter Bond-Streifen

  • „Leben und sterben lassen“ („Live and Let Die“, 1973, Regie: Guy Hamilton)
  • „Der Mann mit dem goldenen Colt“ („The Man with the Golden Gun“, 1974, Regie: Guy Hamilton)
  • „Der Spion, der mich liebte“ („The Spy who Loved Me“, 1977, Regie: Lewis Gilbert)
  • „Moonraker – Streng geheim“ („Moonraker“, 1979, Regie: Lewis Gilbert)
  • „In tödlicher Mission“ („For Your Eyes Only“, 1981, Regie: John Glen)
  • „Octopussy“ („Octopussy“, 1983, Regie: John Glen)
  • „Im Angesicht des Todes“ („A View to a Kill“, 1985, Regie: John Glen) 

fro/Agenturen/Video: SnackTV

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