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Oscars 2017: Die Favoriten - und die deutschen Hoffnungen

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Die Oscars sind heiß begehrt.

Los Angeles - Wird „La La Land“ abräumen? Dem Oscar-Favoriten sind einige Trophäen so gut wie sicher, doch die 89. Preisgala ist für Überraschungen gut. Und was bekommt Donald Trump ab?

Update vom 24. Februar 2017: Viele Filme gehen ins Rennen - aber welche Meisterwerke holen einen oder mehrere Oscars? Wir haben die Favoriten und Prognosen für die Oscars 2017 zusammengefasst.

Update vom 23. Februar 2017: Mit 14 Nominierungen ist La La Land klarer Favorit bei den diesjährigen Oscars. In manchen Kategorien hat der Musical-Film aber starke Konkurrenz. Wer in der Nacht auf Montag auf seinen Schlaf verzichten will, der bekommt hier alle Infos zu TV-Übertragungen und Live-Streams von der Oscarverleihung 2017.  

Geht es bei der Oscar-Gala leicht beschwingt zu, untermalt von den verspielten „La La Land“-Klängen? Oder wird es die Nacht der Kampfansage an US-Präsident Donald Trump, mit harten politischen Tönen? Beides kann passieren, wenn Hollywood zum 89. Mal sich und seine größten Stars feiert. Nach einer langen Trophäen-Saison und dem Machtwechsel im Weißen Haus sind zwei Dinge so gut wie sicher: Für Trump gibt es Hiebe, für die Musical-Romanze „La La Land“ Preise.

Die Golden-Globe-Gala im Januar war ein Vorgeschmack: „La La Land“ stellte mit sieben Weltkugeln einen historischen Globe-Rekord auf, doch am Ende sprachen alle über Meryl Streep. Die Schauspielerin hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Pressefreiheit und den Schutz von Minderheiten und teilte mahnend gegen Trump aus, ohne seinen Namen zu nennen. In der Oscar-Nacht (26./27.2.) könnten es ihr viele Stars nachmachen, wenn das liberale Amerika vor einem Millionenpublikum im Rampenlicht steht.

Oscars 2017: 14 Nominierungen für „La La Land“

Mit sensationellen 14 Nominierungen ist „La La Land“ der große Oscar-Favorit. So viele Gewinnchancen hatten bislang nur das Drama „Titanic“ aus dem Jahr 1997 und der Klassiker „Alles über Eva“ von 1950. Die Romanze von Damien Chazelle, mit Emma Stone und Ryan Gosling als tanzendes und singendes Paar, erinnert an Musicalklassiker des alten Hollywood.

In der 88-jährigen Oscar-Geschichte haben nur zehn Musicals den Spitzenpreis als „Bester Film“ geholt, zuletzt gelang das „Chicago“ (2003), Jahrzehnte davor „Oliver“ (1969). „La La Land“ hat beste Chancen - schließlich gab es im Januar schon den Filmpreis der US-Produzenten, traditionell holt dieser Gewinner auch den Top-Oscar. Der erst 32 Jahre alte Damien Chazelle könnte seinen ersten Regie-Oscar in der Hand halten. Anfang Februar sahnte er bereits die wichtige Auszeichnung der US-Regisseursvereinigung DGA ab.

„Ich habe diesen Film vor sechs Jahren in einer sehr anderen Zeit geschrieben, die in der Welt hoffnungsvoller schien“, sagte Chazelle bei der Verleihung. Er wünsche sich, dass sein Film „eine Art Hoffnung gibt“. Es gibt allerdings auch schon einen „La La Land“-Backlash. Charmant, aber alles recht seicht, kreiden Gegner dem Musical an. Und Stone und Gosling könnten weder tanzen noch gut singen.

„La La Land“ scheinen Trophäen sicher, doch die 89. Oscar-Gala bleibt weiter spannend. Schließlich sind unter den neun Anwärtern für den „Besten Film“ hochkarätige Dramen wie „Manchester by the Sea“, „Moonlight“, „Lion“ und „Fences“. Gleich acht Nominierungen holte das berührende Independent-Drama „Moonlight“ über das schwierige Heranwachsen eines schwarzen schwulen Sohnes einer drogensüchtigen Mutter.

Oscars 2017: Schwarze Stars und Themen neben „La La Land“ im Rampenlicht

Schwarze Stars und Themen stehen neben „La La Land“ im Rampenlicht. Hatten es bei den letzten beiden Oscar-Verleihungen keine Afroamerikaner in die vier begehrten Schauspielerkategorien geschafft, so ist diesmal Vielfalt angesagt.

Gleich drei schwarze Schauspielerinnen treten in der Sparte „Beste Nebendarstellerin“ an: Viola Davis für „Fences“, Octavia Spencer als NASA-Wissenschaftlerin in „Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen“ und Naomie Harris als Mutter und Junkie in „Moonlight“.

Denzel Washington könnte mit dem von ihm inszenierten Rassismusdrama „Fences“ zweifach gewinnen, als Produzent und als Hauptdarsteller. Auch Casey Affleck sollte eine Dankesrede parat haben. Mit seinem packenden Porträt eines gebrochenen Mannes in „Manchester by the Sea“ wird er schon lange als Favorit gehandelt.

Emma Stone könnte eine der vierzehn „La La Land“-Nominierungen in Gold umsetzen und damit ihren ersten Oscar gewinnen. Meryl Streep, unlängst von Donald Trump als eine „der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood“ attackiert, hat schon drei Oscars. Die 20. Nominierung verdankt sie jetzt ihrer Rolle einer untalentierten Opernsängerin in der biografischen Komödie „Florence Foster Jenkins“.

Es ist auch ein starkes Jahr für „Made in Germany“. Vor zehn Jahren stand Florian Henckel von Donnersmarck mit dem Auslands-Oscar für das Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ triumphierend auf der Bühne. Nun könnte es ihm Maren Ade mit ihrer Vater-Tochter-Geschichte „Toni Erdmann“ nachmachen. Der Düsseldorfer Komponist Volker Bertelmann (Künstlername: Hauschka) ist mit seiner Musik für „Lion“ im Rennen, Marcel Mettelsiefen mit der Flüchtlings-Doku „Watani: My Homeland“.

Der Dokumentarfilmer begleitete dafür eine syrische Familie auf ihrer Flucht nach Deutschland. Nun soll ihn die vierfache Mutter Hala, deren Mann von der Terrormiliz IS entführt wurde, auf dem roten Teppich begleiten. „Dieser Film ist wichtig, gerade jetzt zu Zeiten von Trump“, sagt der Regisseur. Die Oscar-Bühne als Plattform für Protest? Es wird eine „politische Veranstaltung“, prophezeit der Oscar-Kandidat.

Oscars 2017: Deutsche Hoffnungen im Überblick

Gleich mehrere Oscars könnten bei der diesjährigen Verleihung an deutsche Filmschaffende und Kinoproduktionen gehen. Ein Überblick:

REGISSEURIN MAREN ADE: Die Tragikomödie „Toni Erdmann“ der in Berlin lebenden Regisseurin Maren Ade (40) geht ins Rennen um den Auslands-Oscar. Das Werk ist einer von fünf Anwärtern in der Sparte „Bester nicht-englischsprachiger Film“. „Toni Erdmann“ erzählt von einer ehrgeizigen Unternehmensberaterin, deren Leben auf den Kopf gestellt wird, als ihr Alt-68er-Vater sie besuchen kommt und ihre Geschäftswelt mit seinen unkonventionellen Ideen durcheinander bringt. In den Hauptrollen sind Sandra Hüller und Peter Simonischek zu sehen. Beim Europäischen Filmpreis wurde das Werk Anfang Dezember mit fünf Trophäen ausgezeichnet.

Der letzte deutsche Film, der für den Auslands-Oscar nominiert wurde, war 2010 „Das weiße Band“ von Michael Haneke. 2007 holte der Stasi-Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck die Auszeichnung nach Deutschland.

KOMPONIST HAUSCHKA: Für den Soundtrack zu dem Drama „Lion“ ist auch der deutsche Komponist und Pianist Volker Bertelmann nominiert. Der Düsseldorfer (Jahrgang 1966) ist bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka - und ist nun gemeinsam mit dem US-Musiker Dustin O'Halloran in der Kategorie „Bestes Original-Drehbuch“ mit „Lion“ im Rennen.

DOKUMENTARFILMER MARCEL METTELSIEFEN: Mit seiner Flüchtlings-Doku „Watani: My Homeland“ ist Marcel Mettelsiefen einer von fünf Anwärtern in der Sparte „Bester Kurz-Dokumentarfilm“. Für die britische Produktion, die er mit Stephen Ellis drehte, begleitete er eine syrische Familie nach Deutschland.

DEUTSCHE KOPRODUKTION: „Unter dem Sand“ ist wie Maren Ades „Toni Erdmann“ für den Auslands-Oscar nominiert. Das Drama geht für Dänemark ins Oscar-Rennen, wurde aber auch mit Geldern aus Deutschland finanziert und ist deswegen eine dänisch-deutsche Koproduktion. „Land of Mine“, wie der englische Titel des Films lautet, spielt nach dem Zweiten Weltkrieg: Junge deutsche Soldaten müsssen als Kriegsgefangene Landminen in Dänemark bergen.

Der Oscar - mit Gold überzogen und heiß begehrt

Der Oscar gilt als begehrtester Filmpreis der Welt und höchste Auszeichnung Hollywoods. Er wird seit 1929 vergeben, bis heute fast 3000 Mal in unterschiedlichen Kategorien. Die Statuette ist 35 Zentimeter hoch, vier Kilogramm schwer und mit Gold überzogen. Die Figur gleicht einem Ritter, der auf einer Filmspule steht und sich auf ein Schwert stützt. Mit ihr belohnen die weltweit vertretenen Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die besten Leistungen der (meist angelsächsischen) Produktionen des Vorjahres. Schon eine Nominierung gilt als Ehre. Die erste Trophäe erhielt 1929 der deutsche Schauspieler Emil Jannings.

Oscars 2017: Wie werden die Preisträger gewählt?

Jeweils am Dienstag vor der Vergabe der Oscars müssen die Stimmzettel eingegangen sein. Die mehr als 6600 Mitglieder der Akademie können in der Endrunde in allen 24 Kategorien von Schnitt bis bester Film abstimmen. Die meisten Nominierungen waren zuvor von den Branchen gewählt worden. Es gibt 17 Berufszweige, darunter stellen die Schauspieler und die Produzenten die größten Gruppen.

Man kann sich keine Mitgliedschaft erkaufen, man wird berufen. Der Weg in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences führt über eine Oscar-Nominierung, über Empfehlungen oder besondere Verdienste um den Film.

2016 wurden 683 Einladungen an neue Mitglieder verschickt, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Auf der Liste standen 283 internationale Filmschaffende, darunter die deutsche Regisseurin Maren Ade, die in diesem Jahr mit „Toni Erdmann“ für den Auslands-Oscar nominiert ist.

41 Prozent der Angeschriebenen waren Schwarze, Latinos und Asiaten, der Frauenanteil lag bei 46 Prozent. Damit hatte der Filmverband auf Kritik reagiert, dass es dem Gremium an Vielfalt mangele. Lange gaben überwiegend ältere, männliche Mitgliedern weißer Hautfarbe den Ton an, Frauen und Minderheiten waren deutlich in der Unterzahl.

Mit den Neuzugängen von 2016 sind nun 11 Prozent aller Mitglieder Afroamerikaner, Asiaten oder Latinos, drei Prozentpunkte mehr als zuvor. Frauen machen jetzt 27 Prozent des Filmverbandes aus, zuvor waren es 25 Prozent. Bis zum Jahr 2020 will die Akademie die Zahl von Frauen und Minderheiten verdoppeln.

Die Oscar-Juroren müssen ihre Stimmzettel mit der Post oder online einreichen. Nach alter Tradition zählt die Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers die Stimmen aus. Am Ende kennen nur zwei Mitarbeiter vorab den Ausgang der Wahl. Die streng gehüteten Ergebnisse in 24 Kategorien werden in versiegelten Umschlägen direkt zur Preis-Gala gebracht.

dpa

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