Besuch in Weimar

Niederländisches Königspaar verneigt sich vor NS-Opfern

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Königin Maxima der Niederlande und König Willem-Alexander in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.

Weimar - Die beiden Gesichter Weimars: In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald verneigt sich das niederländische Königspaar vor NS-Opfern, in Weimar lässt es sich Schätze der Weltkultur zeigen. Die Royals haben viele Fragen.

Es ist ein Ort des Martyriums für 280.000 Menschen: Nationalsozialisten verschleppten sie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in das Terrorlager Buchenwald bei Weimar. An das eiserne Lagertor brachten ihre Peiniger die zynischen Worte „JEDEM DAS SEINE“ an. Als das niederländische Königspaar am Mittwoch das Tor passiert, bekommen Willem-Alexander und Máxima einen Eindruck von dem unmenschlichen Dasein in dem Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar.

Ein eisiger Wind bläst den sichtlich frierenden Royals entgegen - sie trägt einen leichten grauen Wollmantel, Hut und hochhackige Stiefel. „Da kann man sich ein bisschen vorstellen, was die Häftlinge erlitten haben“, sagt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), während sie den Appellplatz überqueren und am ehemaligen Barackenlager vorbeigehen. Willem-Alexander nickt.

Dann betreten sie das Lagergelände - und stehen auf einem Friedhof: 56.000 Menschen überlebten das Martyrium Buchenwald nicht. Sie starben an Hunger und Kälte, Zwangsarbeit, medizinischen Experimenten, wurden von der SS erschossen.

Ernst und konzentriert wirken Willem-Alexander und Máxima beim Besuch der Gedenkstätte. Sie bemüht sich trotzdem immer wieder um ein Lächeln, auch, als sie Landsleute wie den Historiker Jeroen van Zijderveld in der 2016 neu gestalteten Ausstellung trifft. Er erzählt dem Königspaar von seiner ehrenamtlichen Arbeit an einer Datenbank über die niederländischen Buchenwald-Häftlinge - das Schicksal der mehr als 3000 Menschen solle nicht vergessen werden. Marco van der Sluijs bittet: „Wir möchten, dass es mit der Forschung weitergeht.“ Er hat Angehörige in NS-Konzentrationslagern verloren.

Auch Angestellte des niederländischen Königshauses waren in Buchenwald

Die Nazis hätten 1940 auch niederländische Geiseln - darunter Angestellte des Königshauses - wegen eines Vorfalls in Niederländisch-Indien nach Buchenwald gebracht, schildert Rikola-Gunnar Lüttgenau, Vizechef der Gedenkstättenstiftung. „Der Privatsekretär Ihrer Großmutter war auch dabei“, erzählt er Willem-Alexander.

Der König will wissen, was aus den Geiseln wurde. Er stellt viele Fragen: Nach dem Grund für die neue Ausstellung, zu den medizinischen Experimenten von NS-Ärzten, zum Alltag der Häftlinge und zur Befreiung des Lagers 1945.

Dann geht es vorbei an einem dick bereiften Stacheldrahtzaun und einem Wachturm der SS zu einer Stahlplatte mit den Namen der Nationen, aus denen die NS-Opfer kamen. Ein kurzer Moment der Stille, dann tritt das Königspaar vor, beide legen jeweils eine weiße Rose nieder. Der König berührt kurz mit der Hand die Platte; sie ist stets auf 37 Grad temperiert - menschliche Körpertemperatur.

Königin Maxima der Niederlande (m) und König Willem-Alexander in Erfurt vor der Staatskanzlei. 

Immer an der Seite der Royals sind Thüringens Ministerpräsident und dessen Frau Germana Alberti vom Hofe. Im Gegensatz zu anderen in seiner Partei hat der 60 Jahre alte Ramelow keine Berührungsängste, wenn es um Königshäuser geht: Der Linke-Politiker ließ vor seiner Staatskanzlei in Erfurt einen roten Teppich für Willem-Alexander und Máxima ausrollen.

Bereits wenige Wochen nach seinem Amtsantritt hatte der erste deutsche Ministerpräsident der Linken das niederländische Königspaar nach Thüringen eingeladen. Die Begründung damals: „Wir würden uns freuen, wenn mehr Niederländer über das Sauerland weiterfahren in den Thüringer Wald und bei uns Urlaub machen.“

Daraus ist nun mehr geworden. Nur wenige Kilometer entfernt vom Ort der Barbarei erleben die Royals Weimar von seiner anderen Seite: Mit der niederländischen Nationalhymne und orangefarbenen Rosen empfängt die Stadt das Königspaar. Es besucht mit der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und dem Goethe- und Schiller-Archiv einen Teil des Unesco-Weltkulturerbes der Klassikerstadt. Dort kommen auch Hunderte Schaulustige auf ihre Kosten, die in der Kälte ausharren, um dem Paar zu winken und einen Blick zu ergattern.

dpa

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