Nach mutmaßlichen sexuellen Übergriffen

New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Harvey Weinstein

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Der Fall Harvey Weinstein zieht immer größere Kreise: Jetzt ermittelt auch die Staatsanwaltschaft von New York.

Die Ermittlungen im Harvey-Weinstein-Skandal weiten sich aus. Matt Damon und George Clooney zeigen sich schockiert. Auch US-Regisseur James Toback werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

New York - Nach der Polizei in New York und Los Angeles ermittelt nun auch die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Filmmogul Harvey Weinstein wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe. Staatsanwalt Eric Schneiderman habe zahlreiche Dokumente von der in New York ansässigen Weinstein Company (TWC) angefordert, sagte eine mit den Ermittlungen vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Bei den Ermittlungen geht es darum, ob leitende TWC-Mitarbeiter gegen Bürgerrechte im Bundesstaat New York verstoßen haben. Die Abteilung für Bürgerrechte untersucht häufig, ob Berichte über sexuelle Belästigung Teil eines Musters oder einer Regelung am Arbeitsplatz sind. Weinstein hat zu den Vorwürfen von inzwischen rund 50 Frauen erklären lassen, keinen nicht-einvernehmlichen Sex gehabt zu haben.

Staatsanwaltschaft forderte Dokumente über sexuelle Belästigungen

Die Oscar-Preisträger Matt Damon (47) und George Clooney (56), zeigten sich am Montag in einem gemeinsamen Interview beim US-Sender ABC bestürzt über das Ausmaß des Weinstein-Skandals. „Ich wusste, dass er ein Arschloch war“, sagte Damon. Er habe ihn auch als notorischen „Schürzenjäger“ wahrgenommen. Doch das große Ausmaß von „kriminellen sexuellen Nachstellungen“ sei ihm „absolut nicht“ bekannt gewesen.

Clooney sagte, dass Weinstein ihm gegenüber oft mit Affären angegeben habe. Er habe ihm das aber nie recht geglaubt. Weinstein müsse seine „wohlverdiente Strafe“ erhalten, erklärte der Regisseur und Schauspieler. Es sei wichtig, dass alle Vorwürfe an Licht kommen und dass ein derartiges Verhalten von Männern nicht mehr geduldet werde. Clooney und Damon arbeiteten vor allem in den 1990er Jahren eng mit Weinsteins damaliger Firma Miramax zusammen.

Auch Vorwürfe gegen Regisseur Toback

Nach Weinstein sieht sich auch der US-Regisseur James Toback Vorwürfen sexueller Übergriffe ausgesetzt. 38 Frauen werfen dem 72-Jährigen laut einem Bericht der „Los Angeles Times“ vor, sie ihm Laufe der vergangenen Jahrzehnte sexuell belästigt zu haben. Der Zeitung zufolge weist Toback die Anschuldigungen zurück. Er habe keine dieser Frauen jemals getroffen und wenn doch, sei es nur für fünf Minuten gewesen.

Über die vergangenen 22 Jahre sei es ihm zudem „biologisch unmöglich“ gewesen, sich auf die beschriebene Art gegenüber den Frauen zu verhalten. Er leide an Diabetes sowie einer Herzerkrankung, für die er Medikamente einnehmen müsse.

Der „Los Angeles Times“ sagten die Frauen, dass „Treffen, die in einem Hotelzimmer, einem Film-Wohnwagen, einem öffentlichen Park als Interviews oder Vorsprechen geplant waren, schnell eine sexuelle Wendung“ nahmen. Dabei habe er geprahlt, welche Promis er sexuell erobert habe und den betroffenen Frauen auch Fragen zu ihren sexuellen Vorlieben gestellt. Vor manchen Frauen soll er sich demnach auch selbst befriedigt haben.

Toback ist unter anderem für seine Dokumentation „Tyson“ über den Boxer Mike Tyson sowie die romantische Komödie „Ein Mann für zwei“ von 1997 und das Drama „Black and White“ von 1999 mit Robert Downey Jr. und Jared Leto bekannt. 1992 wurde er für sein Drehbuch zum Gangsterfilm „Bugsy“ für einen Oscar nominiert.

dpa

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