Verleihung in Hamburg

Henri-Nannen-Preis: Snowden zugeschaltet

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Edward Snowden wurde bei der Henri-Nannen-Preisverleihung  zugeschaltet.

Hamburg - Bei der Henri-Nannen-Preisverleihung kommt Ex-Geheimdienstmitarbeiter Snowden aus der Ferne zu Wort - ein Höhepunkt der Veranstaltung. Mehrere Journalisten werden für ihre Aufklärung ausgezeichnet.

Beiträge zur Aufklärung des NSA-Skandals und ein Porträt des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind bei der diesjährigen Verleihung des Henri-Nannen-Preises geehrt worden. Die Auszeichnung für die beste investigative Leistung ging an ein Journalisten-Team des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, das im Zuge der Geheimdienstaffäre das Abhören des Handys von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufdeckte. „Stern“-Chefredakteur Dominik Wichmann zeichnete „Spiegel“-Journalistin Özlem Gezer für ihr eindrucksvolles Gurlitt-Psychogramm in der Königsdisziplin Reportage aus.

In mehreren Kategorien erhielten Reporter, Autoren und Fotografen am Freitagabend die mit insgesamt 35 000 Euro dotierten Nannen-Preise. Die seit 2005 vergebenen Auszeichnungen erinnern an den Gründer des Magazins „Stern“, Henri Nannen (1913-1996). Zur diesjährigen Verleihung in Hamburg waren rund 1200 Gäste gekommen, darunter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Schauspieler Dominique Horwitz führte mit teils „spitzer Zunge“ durch die Gala.

Die US-Journalistin Laura Poitras, die sich aus Jury-Sicht um die Pressefreiheit verdient gemacht hat, war an der Erstveröffentlichung von Dokumenten über die Arbeit des US-Geheimdienstes NSA beteiligt - und bekam dafür große Anerkennung von Edward Snowden. Überraschend für das Publikum bedankte sich der frühere Geheimdienstmitarbeiter per Live-Botschaft direkt bei Poitras für ihre „riskante und gefährliche Arbeit“. Ihr Mut habe eine offenere, verantwortlichere Welt gebracht, meinte Snowden. Poitras kündigte an, in den von Snowden beschafften NSA-Dokumenten steckten noch viele Geschichten.

Gezer hatte den zurückgezogen lebenden Gurlitt nach Bekanntwerden der Kunstsensation mehrere Tage begleitet. Bei dem am 6. Mai im Alter von 81 Jahren Verstorbenen waren im Februar 2012 insgesamt 1280 Bilder gefunden worden - darunter Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde. Der Fall war im November 2013 publik geworden. Hunderte Werke stehen nach Auffassung der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein.

Der Publizist Alfred Grosser (89) wurde für sein publizistisches Lebenswerk bedacht, vor allem für seinen Einsatz für die deutsch-französische Verständigung. Ministerin von der Leyen würdigte dessen unbedingte Wahrheitsliebe. Weitere Auszeichnungen wurden in den Kategorien Essay, Dokumentation und Fotoreportage vergeben.

dpa

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