Monarchie

Für ihre Liebe gekämpft: Norwegens Königin Sonja wird 80

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Königin Sonja und König Harald sind seit August 1968 miteinander verheiratet. Foto: Joergen Gomnaes/Norwegian Royal Court

Als Sonja Haraldsen im Alter von 22 Jahren den zukünftigen norwegischen König trifft, ist eine Bürgerliche auf dem Thron undenkbar. Heute sorgt die norwegische Königin Sonja dafür, dass auch die Partnerwahl ihrer Kinder respektiert wird.

Oslo (dpa) - Was da zwischen dem jungen norwegischen Kronprinzen Harald und der Kaufmannstochter Sonja Haraldsen passierte, das hätte eigentlich nicht passieren dürfen. Dass sich ein Thronfolger in ein Mädchen aus dem Volke verliebt, war im Norwegen Ende der 50er Jahre ein Ding der Unmöglichkeit.

"Die Monarchie geht in Auflösung", warnte die Justizministerin und auch der regierende König Olav V. war wenig begeistert. Selbst dem Gesetz nach war die Heirat eines zukünftigen Königs mit einer Bürgerlichen nicht erlaubt. Doch der junge Kronprinz beharrte: "Die Zeit arbeitet für uns." Und er sollte Recht behalten. Am 4. Juli feiert das Königspaar gemeinsam Sonjas 80. Geburtstag.

"Das ist eine der schönsten Liebesgeschichten des letzten Jahrhunderts", meint die Adelsexpertin und Buchautorin Liv Berit Tessem von der Zeitung "Aftenposten". "Sie haben trotz Widerstands für ihre Liebe gekämpft."

Dass Sonja diese Leidenschaftlichkeit in sich trägt, ist ihr von außen nicht anzumerken. Die norwegische Königin gilt als zurückhaltend und sachlich, die Herzenswärme spricht man eher Harald zu. Doch sie erntet viel Respekt, schließlich hat sie ihre Rolle als Königin selbst definieren müssen.

Als Sonja heranwächst, scheint klar, dass sie eines Tages in den väterlichen Konfektionshandel mit einsteigen wird. Sie macht eine Schneiderausbildung in Oslo und in der Schweiz. Doch der Vater stirbt, und Sonja geht an die Uni, um Englisch, Französisch und Kunstgeschichte zu studieren. Auch wenn die Familie durch den frühen Tod des Vaters 1959 und den zweier Geschwister herausgefordert wird, ist sie finanziell und gesellschaftlich gut gestellt. So kommt es auch, dass Sonja und Harald schon in jungen Jahren demselben Freundeskreis angehören.

Skifahren und Segeln sind zwei Hobbys, die sie miteinander teilen. Als der junge Harald sie eines Tages bittet, ihn zum Abschlussball der Militärakademie zu begleiten, wird auch anderen langsam klar, dass sich da was anbahnt. Doch die Liebe muss ein Geheimnis bleiben.

Zweimal gibt das Königshaus eine Pressemitteilung heraus und dementiert die Gerüchte. "Es gab Zeiten, da verloren wir die Hoffnung, dass wir jemals König Olavs Zustimmung zu einer Heirat bekommen würden", erzählt Sonja später ihrem Biografen. Ein paar Mal hätten sie versucht, ihre Beziehung zu beenden. "Aber wir fanden immer wieder zueinander."

Neun Jahre geht das so hin und her. Erst als Harald seinem Vater droht: Entweder heirate ich Sonja oder ich bleibe ledig, gibt der konservative Olav nach. Am 19. März 1968 wird die Verlobung bekanntgegeben, im August geheiratet.

Doch das Leben als Kronprinzessin ist nicht leichter. Seit dem Tod von Haralds Mutter 1954 hatte keine Frau mehr im Schloss gelebt. "Es war ein männerdominierter Ort und dass nun eine junge und moderne Frau die Führung übernimmt, war schwierig für den Hof als Organisation und für den König persönlich", sagt die Expertin Tessem. Sonja muss sich die Anerkennung erkämpfen, erst nach 22 Jahren wird ihr ein eigenes Büro im Schloss bewilligt.  

Heute macht der Königin aus dem Volke niemand mehr den Rang streitig. Als Künstlerin hat sie ihr Metier gefunden, in dem sie sich ausleben kann. Sie wandert, fährt Ski, ist sehr aktiv. "Meine Frau sitzt nie still", sagt König Harald V., als die beiden im Mai gemeinsam mit anderen europäischen Königspaaren ihren 80. Geburtstag feiern.

Auch ihre Kinder, Kronprinz Haakon und Märtha Louise, haben, wenn es um Beziehungen geht, nicht den einfachsten Weg gewählt. Doch der Unterstützung ihrer Mutter konnten sie immer sicher sein. Adelsexpertin Tessem meint, das Königspaar sei aufgrund seiner eigenen Erfahrung gegenüber den Kindern großzügig gewesen: "Auch sie sollten mit dem Herzen wählen und durften heiraten, wen sie wollen."

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