Vor dem britischen Insolvenzdienst

Offenlegung: Muss Boris Becker jetzt die Hosen runter lassen?

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Boris Becker.

Boris Becker soll pleite sein, ein Gericht in London erklärte ihn für bankrott. Ob das wirklich stimmt, muss die Tennis-Legende nun selbst erklären.

London - „Überrascht und enttäuscht“ zeigte sich Boris Becker am Mittwoch, nachdem die Meldung darüber um die Welt gegangen war, dass ein Gericht den ehemaligen Tennis-Profi für bankrott erklärt hat. Seine Anwälte sagten dazu: „Medienmeldungen, wonach unser Mandant ,pleite‘ sei, entsprechen nicht der Wahrheit.“ Der Wert seines vorhandenen Vermögens übersteige „deutlich“ die gegen ihn bestehenden Forderungen. Becker sei auch in der Lage, „seinen regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich nachzukommen“. 

Ist Boris Becker also nun pleite oder ist er es nicht? Was wirklich stimmt, muss die Tennis-Legende jetzt selbst klären und erklären. 

Laut Bild.de muss Boris Becker nämlich beim britischen „Insolvent Service“ (Insolvenzdienst) offen legen, wem er Geld schuldet und in welcher Höhe. Michael Gibs vom staatlichen Insolvenzdienst sagte zur Bild: „Wir werden Herrn Becker selber fragen, wem er sonst noch Geld schuldet. Wenn nicht er, wer wird es sonst wissen?“

„Habe vor, noch länger in diesem Spiel zu bleiben“

Kurz bevor Wimbledon in London startet, ziehen sich an Beckers ganz persönlichem Horizont dunkle Wolken zusammen. Bankrott oder nicht? Diese Frage passt so gar nichts ins sommerliche Idyll an der Church Road. Vor ein paar Tagen schien die Welt des ehemaligen Tennisstars, der zuletzt als Eurosport-Experte bei den French Open und Australian Open glänzte, noch in bester Ordnung. Becker begleitete seinen jüngsten Sohn Amadeus zum "Sports Day" und hielt die schmalen Schultern des Siebenjährigen fest umklammert, als dieser stolz seine Sieger-Urkunde präsentierte.

Seit Mittwoch allerdings haben die Sorgen Becker fest im Griff - die Vorfreude auf den üblichen Kommentatorenjob bei der BBC während "seines" Wimbledonturniers (ab 3. Juli) dürfte empfindlich gedämpft sein. "Man hat den Eindruck eines Mannes, der den Kopf in den Sand steckt", sagte Richterin Christine Derrett bei der Urteilsverkündung und erklärte, es gebe keine glaubwürdigen Beweise, dass Becker die seit 2015 bestehenden "substanziellen" Schulden in Millionenhöhe zeitnah begleichen könne.

Doch Becker gibt sich inmitten der bedrohlichen Schlagzeilen kämpferisch. "Ich bin seit 32 Jahren in diesem Spiel und habe vor, es noch länger zu bleiben", twitterte er: "Wie heißt es so schön: Du bist in Gottes Hand, wenn du auf hoher See bist - oder vor einem Gericht stehst...aber das Leben geht weiter."

Niki Pilic indes ist geschockt. "Natürlich hat ihn sein Privatleben sehr viel gekostet. Aber ich hätte nie damit gerechnet, dass eine Richterin sagt: 'Sorry, aber Sie sind bankrott!'", sagte der ehemalige Davis-Cup-Teamchef Pilic dem Münchner Merkur über Becker (lesen Sie „Pilic über Becker: ,Ristorante hier, Ristorante da. . .‘“ bei Merkur.de*). Laut Pilic habe sein ehemaliger Schützling "halt immer" auf hohem Niveau gelebt. "Ristorante hier, Ristorante da - man verdient so viel und denkt, dass es gar nicht möglich ist, pleite zu gehen." Und dann sehe man: "Es ist doch möglich."

Knapp 25,1 Millionen Dollar Preisgeld hat der ewige Leimener in seiner Profikarriere verdient. Locker das Doppelte dürfte dank Sponsorenverträgen noch dazu gekommen sein. Immer wieder musste sich Becker aber auch gegen den Ruf wehren, ein lausiger Geschäftsmann zu sein. Seine drei Mercedes-Autohäuser hat er verkauft, ein Online-Portal ging pleite.

Scheidung soll ihn 15 Millionen Euro gekostet haben

Becker hat außerdem durch seine Patchwork-Familie erhebliche finanzielle Verpflichtungen. Vier Kinder von drei Frauen, dazu die Scheidung von Ex-Frau Barbara, die ihn rund 15 Millionen Euro gekostet haben soll.

Seinen mit rund einer Million Dollar pro Saison dotierten Job als Coach des ehemaligen Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien) ist der sechsmalige Grand-Slam-Sieger seit Dezember 2016 los. Auf eigenen Wunsch, wie es heißt, weil er sich mit der Anwesenheit von Mental-Guru Pepe Imaz im Team Djokovic nicht anfreunden wollte.

Dafür scheint Becker in seiner Rolle als analytischer, aber nie besserwisserischer TV-Experte voll aufzugehen. Dort bekommt er zu Recht die Anerkennung, die er sich auch schon als Trainer von Djokovic erarbeitet hatte. In seinem ureigenen Metier hat Becker das Renommee zurückgewonnen, das er einst vor einem Millionen-Publikum verspielte. Mit Fliegenklatschen am Kopf - in einer Sendung von Oliver Pocher. Es war der Tiefpunkt.

Becker dementiert Bericht

Boris Becker hat über seine Anwälte die Berichte dementiert, er sei pleite. Der einstige Sport-Star sagt, er hätte die Schulden, die ihm jetzt zum Verhängnis werden, schon bald zurückgezahlt. Der Wert seines vorhandenen Vermögens übersteige „deutlich“ die gegen ihn bestehenden Forderungen. Becker sei auch in der Lage, „seinen regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich nachzukommen“.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

SID/pak

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