Blick über den Tellerrand 

Das richtige CMS: Muss es immer WordPress sein?

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Symbolfoto

Der Markt hat sich scheinbar entschieden: WordPress ist mit einem globalen Marktanteil von derzeit rund 58,8 % das mit Abstand am häufigsten genutzte Content Management System.

Erst mit weitem Abstand folgen Joomla (7%) und Drupal (4,7%). Ist die Frage nach dem besten CMS damit beantwortet? Mitnichten - denn je nach konkretem Anwendungszweck haben auch die weniger verbreiteten Systeme noch Vorteile. Spielen Kosten oder die Verwaltung von Zugriffsrechten eine wichtige Rolle, gewinnen Alternativen zunehmend an Attraktivität. Welche CMS Sie durchaus in Betracht ziehen sollten, erfahren Sie hier.


Viele Unternehmen setzen auf TYPO3

Der Provider 1&1 gehört zu den wichtigsten Web Austern in Deutschland - und bezeichnet beispielsweise TYPO3 als Paradelösung für große Unternehmens-Portale. Tatsächlich wird TYPO3 häufig als "Enterprise-CMS" bezeichnet, welches insbesondere bei professionellen Anwendern im deutschsprachigen Raum nach wie vor beliebt ist. In der großen Community finden sich auch zahlreiche Experten, die bei möglichen Problemen schnell weiterhelfen können. Zudem ist die Funktionsvielfalt hoch; im Vergleich mit dem Platzhirsch WordPress sorgen vor allem die komplexe Rechteverwaltung für einen deutlichen Vorteil im professionellen Umfeld. Allerdings: für die Implementierung neuer Funktionen wird ebenso wie für die Administration ein hohes Maß an Know-how benötigt. Laien dürften mit TYPO3 zunächst überfordert sein.


WordPress mit unbestreitbaren Vorzügen - der Gefahr von Sicherheitslücken

Das Gründerportal "fuer-gruender.de" hält vermutlich aus Gründen der Komplexität WordPress für die beste Wahl, wenn dem neu gegründeten Unternehmen auch eine eigene Webpräsenz zur Seite gestellt werden soll. Das meist verbreitete CMS wurde vor allem für Blogger geschaffen, was sich heute noch in der einfachen Struktur zeigt. Durch die große Community ist es aber auch problemlos möglich, kompliziertere Anwendungen zu realisieren. Nachteilig wird immer wieder die Sicherheitssituation von WordPress beurteilt. Dabei geht es weniger um die Frage, ob WordPress für sich genommen weniger sicher ist, als ein anderes CMS. Die Erfahrung bei den Betriebssystemen hat aber schon gezeigt, dass Hacker sich auf jene Systeme stürzen, die von besonders vielen Nutzern verwendet werden, weil das Erfolgspotenzial nach einem Angriff besonders hoch ausfällt - und hier macht sich der Marktanteil von WordPress negativ bemerkbar.


Drupal: gut dokumentiert, kostenlos und sicher

Das Verbraucherportal Netzsieger empfiehlt hingegen Drupal - und findet auch dafür gute Gründe: die Anzahl der Erweiterungen liegt mit ca. 21.000 ungewöhnlich hoch, die in Zusammenhang mit WordPress geschilderte Problematik hinsichtlich der Sicherheit ergibt sich nicht. Zudem sorgt die gute Dokumentation des modularen Systems dafür, dass sich auch Einsteiger vergleichsweise gut zurechtfinden. Insgesamt 91 Sprachen werden unterstützt, was ebenso einen wichtigen Vorteil darstellen kann. Wer sich für ein CMS entscheidet, tut dies häufig auch aus einem weiteren Grund: aufgrund des Open-Source-Quellcodes ist die Verwendung kostenfrei, Lizenzgebühren entstehen nicht. Anders als das Image von Open-Source-Systemen vermuten lässt, ist die Bedienung von Drupal allerdings tadellos und einfach.


Fazit: Blick über den Tellerrand werfen

Es zeigt sich also: natürlich sorgt das umfangreiche Angebot von WordPress dafür, dass insbesondere weniger versierte Nutzer häufig zum Marktführer greifen. Nachvollziehbare Gründe gibt es dafür durchaus, die universelle Plattform ermöglicht beinahe jedes Projekt. Insbesondere wenn eine in Firmen wichtige differenzierte Verwaltung von Nutzerrechten eine Rolle spielt, sind Systeme wie TYPO3 eine ganz ausgezeichnete Alternative. Der Verzicht auf Lizenzkosten sowie das hohe Maß an Sicherheit machen auch Konkurrenten wie Drupal interessant. Wer sich als Administrator für eine der Varianten entscheidet, sollte sich zunächst umfangreich informieren. Denn die technischen Unterschiede rechtfertigen keinesfalls die klare Marktführerschaft von WordPress - ein Blick über den Tellerrand lohnt sich also in jedem Fall.

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