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Nach Kritik von Datenschützern

Löschung von Links: Google verteidigt Vorgehen

Berlin - Google lässt die Kritik von Datenschützern bezüglich seines Vorgehens beim Löschen von Links an sich abprallen: Es brauche dafür keine zusätzliche rechtliche Grundlage, hieß es. 90.000 Löschungsanträge sind schon eingegangen.

Google hat die umstrittene Benachrichtigung der Website-Betreiber bei der Löschung von Links aus der Vergangenheit von Europäern verteidigt. Das solle unter anderem helfen, ungerechtfertigte Anfragen herauszufiltern, erklärte Google in einer Antwort an europäische Datenschützer, die unter anderem das „Wall Street Journal“ am späten Donnerstag veröffentlichte. Google brauche für dieses Vorgehen keine zusätzliche rechtliche Grundlage, argumentierte der Internet-Konzern.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen. Die Informationen selbst müssen dabei von den Urhebern nicht entfernt werden. Nur die Verweise auf die Inhalte tauchen dann nicht mehr in der Google-Suche auf. Es geht um Informationen, die nicht mehr relevant sind oder das Recht auf Privatsphäre verletzen.

Datenschützer hatten kritisiert, dass der Internet-Konzern die Urheber - wie etwa Medien - über die Löschung der Links informiert. Dadurch wurden mehrere Personen, die Links aus den Google-Ergebnissen entfernen ließen, in den vergangenen Wochen öffentlich genannt.

Mehr als 90.000 Anträge zur Löschung eingegangen

Mehr als 91.000 europäische Internetnutzer haben bei Google bereits einen Antrag auf Löschung von unliebsamen Suchergebnissen eingereicht. Insgesamt sei bis Mitte Juli die Löschung von 328.000 Links beantragt worden, teilte der US-Internetriese am Donnerstag in einem Brief an die EU-Datenschutzkommission mit. Die meisten Anträge seien aus Frankreich (17.500) und Deutschland (16.500) gekommen.

53 Prozent der betroffenen Links seien gelöscht worden, hieß es in dem Brief des Google-Datenschutzbeauftragten Peter Fleischer. In dem 13-seitigen Papier geht Google auf eine Reihe von Fragen ein, die bei einem Treffen mehrerer Internet-Suchmaschinen mit den EU-Datenschützern in der vergangenen Woche aufgekommen waren.

Google wies auf Probleme bei der Bearbeitung der Löschanträge hin. Zum einen seien die Begründungen für die Löschung nicht immer verlässlich. "Einige Anträge enthalten falsche oder ungenaue Angaben", erklärte Fleischer. "Selbst wenn Antragsteller uns akkurate Informationen liefern, halten sie uns verständlicherweise vielleicht nachteilige Fakten vor." Zugleich benötige Google klarere Vorgaben, um entscheiden zu können, was im Interesse der Öffentlichkeit stehe und was nicht.

dpa/AFP

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