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Xavier Naidoo: Nach Tod von George Floyd – Sänger stellt verstörende Behauptung auf

Xavier Naidoo - In einer Telegram-Nachricht hetzt der Sänger gegen die „Black lives matter“-Bewegung und stellt eine verstörende Theorie zum Mord an George Floyd auf. 

  • Xavier Naidoo verbreitet auf Telegram weiter Verschwörungstheorien.
  • In einer Sprachnachricht äußert er sich zum Mord am US-Amerikaner George Floyd.
  • Darin bezeichnet er die Tat als False Flag-Aktion und beschimpft die Demonstranten.

Black lives matter“. Dieser Ausruf schallt nach dem Mord an dem Afroamerikaner George Floyd durch die ganze Welt. Der 46-Jährige wurde am 25. Mai 2020 in Minneapolis vom Polizisten Derek Chauvin getötet, als dieser mehrere Minuten lang sein Knie auf den Hals seines Opfer drückte. Die Tat passierte auf offener Straße und wurde aus mehreren Perspektiven gefilmt. Seitdem kommt es in den USA und auf der ganzen Welt zu Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Für Xavier Naidoo, der selbst Erfahrungen mit Rassismus gemacht hat, gibt es aber ein größeres Problem als den Tod von George Floyd. Denn er betont, dass „All lives matter“, also „alle Leben zählen“ - und stellt einmal mehr eine wirre Theorie auf. 

NameXavier Kurt Naidoo
Geboren2. Oktober 1971 in Mannheim
Größe1,76 Meter
Bekannte AlbenNicht von dieser Welt, Hin und Weg
Eltern Eugene Naidoo, Rausammy Naidoo
EhefrauJulia

Xavier Naidoo äußert sich in Sprachnachricht zu George Floyd

Über die App Telegram verschickt der Mannheimer eine Sprachnachricht. Genauer gesagt in der Gruppe „Der Ne*er aus Kurpfalz“. Dass der Titel ebenso rassistisch ist wie „Xavier(Der VeriNi*er)Naidoo“ scheint dem Sänger dabei völlig egal zu sein. Rund eine Woche nach dem Verbrechen an George Floyd äußert sich auch der 48-Jährige dazu. Was dabei sofort auffällt – er redet komplett auf Kurpfälzisch. Doch bevor er sich zum Fall George Floyd äußert, erklärt Naidoo sein Problem mit der Formulierung „Black lives matter“. Denn für ihn zähle jedes Leben. „Wer sich eine Organisation mit dem Namen „Black lives matter“ einfallen lässt – das ist ein Spalter“, erklärt der Sänger. 

Xavier Naidoo stellt wirre Behauptungen auf – und ist von Deutschland enttäuscht

Kurz darauf springt Xavier Naidoo von den USA nach Deutschland. „Wie viele Deutsche sind denn gestorben in den letzten Jahren? Da regt sich keiner auf. Keiner von euch geht auf die Straße“, beschwert sich der 48-Jährige. Diejenigen, die dagegen ankämpfen würden, kämen aus dem Osten. Außerdem erklärt der Sänger, dass Ostdeutschland ja eigentlich die Mitte des Landes sei – was auch stimmt, wenn man als Reichsbürger noch im Deutschen Kaiserreich lebt. Mehr Informationen darüber gibt es im Fakten-Check zu Naidoos Aussagen.

Mitten auf der Straße und vor laufender Kamera wird George Floyd von einem Polizisten getötet.

Jetzt stirbt in Amerika ein Schwarzer. Jeden Tag stirbt ein Palästinenser oder irgendjemand anderes auf der Welt. Oder unser anderes Thema mit den Kindern“, sagt Xavier Naidoo und spielt damit auf die Verschwörungstheorie an, dass weltweit Kinder für Adrenochrom gefoltert und getötet werden würden. Dass jeden Tag rund um den Globus, an den der Sänger nicht glaubt, Menschen sterben, stimmt – doch nicht nur durch einen Mord, sondern durch Hunger, Durst, Altersschwäche und andere Gründe. Diese Tode setzt Xavier Naidoo mit rassistischen Morden gleich – und bezeichnet gleich darauf die Demonstranten, die jetzt gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße gehen, als Heuchler. „Schämt euch! Das kotzt mich an“, beschwert sich der Mannheimer in abfälligem Ton. 

Xavier Naidoo stellt Mord an George Floyd in Frage – irre Verschwörungstheorie

Wer denkt, dass Xavier Naidoo mit seinen Aussagen nicht noch tiefer sinken kann, wird eines Besseren belehrt. „Warum habe ich mich nicht gemeldet? Weil man nicht sicher sein konnte, ob das nicht wieder so eine False Flag ist. Wie fast jedes Attentat oder fast jeder terroristische Anschlag“, sagt der 48-Jährige. 

Als False Flag werden Täuschungsmanöver und verdeckte Operationen bezeichnet, die von Militär oder Behörden genutzt werden. Damit will der eigentliche Urheber des Angriffs die Schuld auf einen Dritten schieben. So wie nun auch in der USA, wo Präsident Donald Trump die „Antifa“ verbieten möchte. Auslöser dafür ist mitunter ein Twitteraccount, der „Antifa_US“ heißt und zu Gewalttaten aufruft. Mittlerweile ist bekannt, dass dieser von Rechten betrieben wird, um Stimmung gegen Linke zu machen.

Rassismus und Gewalt auch in Deutschland

Rund zwei Drittel aller Angriffe (841 Fälle) waren rassistisch motiviert und richteten sich überwiegend gegen Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung und Schwarze Deutsche. Eine weitere große Gruppe von Betroffenen rechter Gewalt sind (vermeintliche) politische Gegner*innen (221 Fälle)“, heißt es in der Jahresbilanz 2019, die vom „Verband der Beratungsstellen für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V.“ veröffentlicht wird. Alleine in den fünf ostdeutschen Bundesländern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gab es 1.347 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe. 

Doch für viele Menschen steht trotzdem der Grundsatz „All lives matters“ im Vordergrund, weil Gewalt und Rassismus gegen People of Color nicht so sehr wahrgenommen wird. So trendet auf Twitter auch der #rassisumusgegenweiße, unter dem gerade Deutsche eine Bezeichnung als „Kartoffel“ auf eine Stufe mit Mord und Polizeigewalt in den USA stellen. Kein Wunder, wenn jemand wie Xavier Naidoo, der selbst Opfer von Rassismus geworden ist und in dem Song „Adriano“ sogar noch darauf aufmerksam macht, die Gewalttat an George Floyd so herunterspielt. Immerhin spricht der Sänger aber nicht stellvertretend für die Mannheimer. Denn dort gibt es am Samstag (6. Juni) eine „stille“ und gewaltfreie Demonstration unter dem Motto „Black lives matter“ geben, zu der 4.000 Personen erscheinen.

Xavier Naidoo distanziert sich in einem Interview von dem Anti-Rassismus-Song „Adriano“. Dabei verbreitet er auch weiter seine Verschwörungstheorien und zweifelt rechte Gefahren in Deutschland an.

dh

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