Neue Hasstirade im Video

Xavier Naidoo verbreitet irre Theorie: Corona eine Waffe der Regierung?

Xavier Naidoo: Der Sänger aus Mannheim hält die Corona-Krise für eine Verschwörung. Doch in einem Video sagt er, die Regierung nutze das Virus als tödliche Waffe. 

  • Seit Wochen tauchen immer wieder Videos von Xavier Naidoo im Internet auf.
  • Darin verbreitet er Verschwörungstheorien und macht Werbung für sein anstehendes Album.
  • In seinem neuestes Video wirft er der Regierung vor, „die Alten“ mit dem Coronavirus gezielt töten zu wollen.

Xavier Naidoo scheint der Lagerkoller nicht gut zu bekommen. Schon wieder kursiert ein Video von ihm im Internet, in dem der Sänger aus Mannheim krude und teils widersprüchliche Thesen und Verschwörungstheorien aufstellt. In einem Moment richtet er sich konkret gegen die Regierung und wirft ihnen vor, Rentner und „die Alten“ gezielt töten zu wollen. Im nächsten Moment hinterfragt er, ob die aktuelle Coronavirus-Pandemie überhaupt real sei. Er hätte immerhin noch keine Beweise gesehen, die die Gefährlichkeit des Virus belege.

Im Großen und Ganzen kann man das Video als nächste Episode der aktuellen Xavier-Naidoo-Video-Show sehen. Er versucht, durch seine provokanten Aussagen möglichst viel Aufsehen zu erregen und in den Schlagzeilen zu bleiben. Immerhin kann er sich so viel Promo- und Werbekosten für sein anstehendes Album sparen.

Name

Xavier Kurt Naidoo

Geboren

2. Oktober 1971 in Mannheim

Größe

1,76 m

Bekannte Alben

Nicht von dieser Welt, Hin und Weg

Eltern

Eugene Naidoo, Rausammy Naidoo

Ehefrau

Julia 

Xavier Naidoo: Regierung bringt „die Alten“ mit Coronavirus um

In seinem neuesten Skandal-Video ist Naidoo wieder allein und filmt sich selbst in einem geparkten Auto. Durch die Fenster scheint die Sonne und draußen scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Im Auto sitzt Naidoo mit Mund-Nasen-Maske und verspiegelter Sonnenbrille. Der 48-Jährige hadert nicht lang und kommt gleich zum Punkt: „Also diese Dinger hier, die sind für‘n Arsch. Und ich glaube, es sollte jetzt auch allen klar sein, dass wir uns nicht mehr verarschen lassen sollten.“ 

In einem neuen Verschwörungsvideo leugnet Xavier Naidoo die Existenz des Coronavirus. 

Er zieht seine Maske aus und wirft sie dramatisch auf den Beifahrersitz, bevor er anfängt, zu einem seiner eigenen Songs mitzusingen: „Und was bitteschön erzählt ihr uns morgen? Welche Sau treibt ihr dann wieder durch‘s Dorf? Das heißt, was schafft Angst, Kummer und Sorgen?“ Spätestens jetzt ist jedem klar, worauf Naidoo schon wieder hinauswill – auch wenn er auf der Studioversion seines Songs besser klingt als live im Auto.

Xavier Naidoo: Hasstirade gegen Spahn, Drosten & Merkel

Nach der kurzen musikalischen Gesangseinlage wechselt Naidoo wieder in seinen Monolog, der im weiteren Verlauf des Videos in eine Hasstirade mündet. „Ihr könnt uns jetzt alles erzählen. Wir tragen Mundschutz, der Kopfschmerzen verursacht“, fängt er. Alte, Taubstumme, die jetzt nicht mehr Lippen lesen können, würden darunter leiden, erklärt Naidoo. „Was tut ihr uns an?“, fragt er völlig aufgebracht.

Lieber Herr Spahn, lieber Herr Drosten“, er pausiert kurz. „Böse Frau Merkel, es tut mir Leid. Wir können das nicht mitmachen. Nicht nur, dass Sie unsere Wirtschaft an die Wand fahren. Sie bringen unsere Alten um. Wenn ich Ihnen Böse wollte, dann könnte ich sagen, wir wissen, dass Sie die Rentenkassen geplündert haben und wollen jetzt, dass so viel wie möglich Rentner – ich will es gar nicht aussprechen.“ Es ist nicht ganz ersichtlich, wie Naidoo darauf kommt, dass die Regierung den Coronavirus benutzt, um die ältere Bevölkerung zu töten. Denn die drastischen Maßnahmen in den letzten Wochen haben doch gerade diese Bevölkerungsgruppe schützen wollen. Außerdem haben Bund und Länder keine Kosten und Mühen gescheut, um die Kapazitäten der Intensivbetten in den Kliniken zu erhöhen, was letzten Endes den Älteren und Schwächeren in unserer Gesellschaft zugutekommt. 

Obgleich Naidoos esoterischer Verschwörungs-Unsinn erschreckend ist, bringt die Corona-Krise auch das Gute im Menschen hervor: Foto- und Interview-Projekt zeigt Corona-Helden des Alltags.

Xavier Naidoo: Coronavirus alles nur fake?

Zwischendurch lächelt Naidoo kurz, blickt aus dem Fenster, winkt und grüßt höflich seinen Nachbarn, der das gute Wetter genießt und an Naidoos geparktem Auto vorbeispaziert. Dann fährt der Sänger mit seiner Hasstirade fort: „Wir müssen diese Dinge tragen und damit zeigen, dass wir unser Hirn abgegeben haben“, erklärt er. Eine Ansicht die Kochbuch-Autor Attila Hildmann teilt und unterstützt, wie er bekannt gibt. 

Das Robert Koch-Institut hingegen sieht in den Masken eine sinnvolle Ergänzung zu den übrigen Maßnahmen in der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Beim Tragen einer solchen Maske könne das Risiko verringert werden, andere Personen anzustecken. Außerdem würde das gesundheitsbewusste Verhalten der Menschen verstärkt.

Ein neues Video von Xavier Naidoo kursiert im Internet.

Naidoo sieht das allerdings anders und zweifelt an den Informationen der Behörde für Infektionskrankheiten. „Bringt uns verdammt noch mal Beweise, um uns zu zeigen, dass dieses Ding echt ist. Lasst uns wieder zu unseren Alten gehen. Meine Fresse. Manche Leute sind demenzkrank, die haben gar keine Ahnung, warum sie dieses Ding überhaupt anhaben.“ Die Bilder der Corona-Patienten aus China, Italien und den USA scheinen dem Sänger dabei nicht als Beweismittel zu reichen.

Erst letzte Woche wurde ein Video von Naidoo veröffentlicht, in dem er der deutschen Bevölkerung eine „Massenpsychose“ attestiert. Nach diesen vielen Skandal-Videos wenden sich immer mehr Weggefährten von Xavier Naidoo ab – jetzt auch DSDS-Jurorin Oana Nechiti. Doch wie DSDS-Kollege Pietro Lombardi erklärt, ist Xavier Naidoo zumindest nicht telefonisch erreichbar. Zuletzt wurde Xavier Naidoo auf Instagram von Mercedes-Benz beschimpft - das steckt dahinter.

Xavier Naidoo leitet rechtliche Schritte gegen Corona-Verordnung ein

Ihr bringt gerade Deutschland um“, ruft Naidoo im neuesten Video dann verärgert. „Wenn ich es nicht besser wüsste, dass sie alle verlieren werden, die das anstreben, dann würd‘ ich sagen: Wow, ihr habt es geschafft. Aber ihr habt gar nichts geschafft. Jetzt geht es nämlich erst richtig los: Wir wehren uns!“, erklärt Naidoo. „Ich persönlich geh vor Gericht. Mir reicht es.“ Mehr Details zu seinem Vorhaben nennt er zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Ob er schon konkrete rechtliche Schritte eingeleitet hat, ist ebenfalls nicht geklärt. 

Mit Rechtsanwältin Bahner aus Heidelberg, die ebenfalls mit obskuren Aussagen bezüglich der Coronavirus-Pandemie aufgefallen ist, hätte Naidoo aber immerhin eine gute Kumpanin aus der Region. Auch Rapper Sido scheint dieser Vorstellung verfallen zu sein - Judenhass inklusive – und wird dann auch noch von Youtube-Star Rezo verteidigt. Im Gegensatz zu Xavier Naidoo verhält sich sein ehemaliger DSDS-Kollege Pietro Lombardi ganz vorbildlich und trägt sogar beim Einkaufen eine Maske

Xavier Naidoo: Widersprüchlichkeit und Obskurität – wird so das neue Album?

Die Widersprüchlichkeit seiner Behauptungen macht es schwierig ein Fazit aus dem Video zu ziehen. Denkt Naidoo, dass die Regierung die Alten mit dem Coronavirus umbringt? Oder glaubt er, dass alles nur erstunken und erlogen ist? Wahrscheinlich ist sich Naidoo da selbst nicht so sicher. Bei all der Unsicherheit weiß Naidoo aber eins gewiss: Die kostenlose Promo für sein anstehendes Album kommt ihm mehr als gelegen.

In der ProSieben Show „Late Night Berlin“ stellen sich Max Giesinger und Klaas die Frage, ob Xavier Naidoo „schon immer verrückt“ war. Denn Max Giesinger erinnert sich an eine Zeit zurück, als er von Naidoo gecoacht wurde.

Um die Corona-Verordnung durchzusetzen, müssen die Beamten des Polizeipräsidiums Mannheim viele Überstunden klopfen. Die ersten Wochen verliefen ruhig und der Großteil der kontrollierten Personen zeigte sich einsichtig und verständnisvoll. An einem Freitagabend in Mai wendet sich aber das Blatt: In den Planken trifft eine „Corona-Streife“ auf knapp 150 Jugendliche. Als sie diese kontrollieren wollen, eskaliert die Situation und die Beamten werden angegriffen.

Immer mehr Menschen nutzen die Messanger-App Telegram, um Fake News und Verschwörungstheorien untereinander zu teilen. In Gruppen und Chats tauschen sie sich aus und verbreiten ihre "Wahrheiten". Darunter auch Prominente wie Xavier Naidoo, Attila Hildmann oder Eva Herman.

mw

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Screenshot Facebook

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