Wie sieht er eigentlich von Innen aus? 

Der Wasserturm: Alles, was Du zu Mannheims Wahrzeichen wissen musst

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Der Wasserturm in Mannheim

Er ist das wohl bekannteste Wahrzeichen Mannheims: der Wasserturm am Rande der Quadrate. Doch wann und warum wurde der Wasserturm erbaut? Und wie sieht das Bauwerk eigentlich von Innen aus? Wissenswertes über Mannheims beliebtes Wahrzeichen: 

Was wäre Mannheim ohne seinen Wasserturm? Wer durch die Mannheimer Planken flaniert, hat ihn immer gut im Blick. Im Sommer versammelt sich ganz Mannheim zu seinen Füßen, um die schönen Sonnenstunden in der City zu genießen. Wenn man an die Quadratestadt denkt, hat man sofort sein Bild im Kopf. Der wunderschöne Turm am Rande der Innenstadt ist DAS Wahrzeichen Mannheims. Doch so sehr man sich als Mannheimer schon an seinen Anblick gewöhnt hat – manche dieser Fakten zum Wasserturm haben vielleicht selbst waschechte Quadratestädter noch nicht gehört. Wir haben alle Informationen und allerlei Wissenswertes zum Mannheimer Wasserturm für Dich zusammengefasst. Beginnen wir mit den wichtigsten Fakten:

  • Der Wasserturm steht am Rande der Quadrate am Friedrichsplatz.
  • Das Wahrzeichen ist 60 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 19 Metern.
  • Der Wasserturm wurde zwischen 1886 und 1889 erbaut.
  • Er war der erste städtische Wasserturm Mannheims.
  • Sein Fassungsvermögen beträgt 2 Millionen Liter.
  • Der Mannheimer Wasserturm gehört der MVV Energie Ag. 

Der Wasserturm: Geschichte des Mannheimer Wahrzeichens – Baustart und Fertigstellung

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bürger in Mannheim durch das Käfertaler Wasserwerk mit Wasser versorgt. Doch die Einwohnerzahl in Mannheim wuchs so rasch, dass das Wasserwerk bald nicht mehr ausreichte. Schnell wurde klar, dass die Stadt einen eigenen Wasserturm brauchte. Für das Herzstück der Mannheimer Trinkwasserversorgung wurde bald ein Standort gefunden, der möglichst kurze Leitungswege zu den Bewohnern der Quadrate, Schwetzingerstadt und Oststadt garantierte. 

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Im Herbst 1885 begann der Architekten-Wettbewerb zum Bau des Mannheimer Wasserturms. Gefordert wurde ein Gebäude, das sowohl seinen Zweck erfüllte, als auch architektonisch in der Lage war, sich in eine der damals schon besten Gegenden der Stadt einzufügen. Den 1. Preis im Architektur-Wettbewerb erhielt der Entwurf des Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber, der schließlich Anfang 1886 – im Alter von 23 Jahren – mit dem Bau des Mannheimer Wasserturms beauftragt wurde. Weil der junge Architekt jedoch kurz vor Baustart des Wasserturms nach Berlin gerufen wurde, um dort am Bau des Reichstagsgebäudes mitzuwirken, wurde Oskar Smreker zum Bauleiter erklärt. Der erste Spatenstich wurde am 1. Juli 1886 gefeiert.

Die Höhe! Blick vom (und in den) Wasserturm

Im Verlauf der dreijährigen Bauzeit des Wasserturms stiegen die Kosten für das Bauwerk in Mannheim auf rund 2,3 Millionen D-Mark an. Erst im Mai 1888 kam Architekt Gustav Halmhuber persönlich von Berlin nach Mannheim, um „seinen Wasserturm“ zu besichtigen. Ob er nach der Fertigstellung des Wasserturms im März 1889 noch einmal in die Quadratestadt kam, ist unbekannt. Im Jahr der Fertigstellung des Wasserturms lebten über 120.000 Menschen in Mannheim – doch bis 1900 waren nur rund 5.000 Anschlüsse an den Wasserturm installiert. 

Die Geschichte vom Wasserturm: Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Mannheimer Wasserturm bei der Bombardierung der Quadratestadt stark mitgenommen. Vor allem das Dach des Wasserturms lag nach den Bombenangriffen auf die Stadt in Trümmern. Auf dem Turm musste ein Notdach angebracht werden. Das Dach mit seiner charakteristischen Spitze wurde 1963 originalgetreu rekonstruiert, sodass endlich wieder die Statue der Amphitrie über die Stadt wachen konnte. Pläne, den zerstörten Wasserturm neu zu gestalten, wurden von den Mannheimern mit großem Protest zunichte gemacht. Seit seiner Restaurierung, die bis ins Jahr 1987 andauerte, steht der Wasserturm in Mannheim unter Denkmalschutz.

Mannheimer Wasserturm: Die Nutzung von 1889 bis 2019

Der Wasserturm in Mannheim wurde nach seiner Fertigstellung im Jahr 1889 als erster Hochbehälter für die Wasserversorgung der Mannheimer genutzt. Seine Leitungen führten zu den Wasserwerken Mannheims. Als im Jahr 1909 der höher gelegene Wasserturm in Luzenberg gebaut wurde, diente der Wasserturm am Friedrichsplatz nur noch als Reservebehälter. Zwischen 1998 und 2000 wurde der Turm stillgelegt. Seitdem wird das Wahrzeichen von seinem Besitzer, der MVV, gehegt und gepflegt – und ganz selten auch mal für Besucher geöffnet. 

Wasserturm Mannheim: Baustil und Architektur 

Der aus glattem Sandstein gebaute Wasserturm in Mannheim vereint Neobarock mit dem römischen Monumentalstil. Am Wasserturm findet man einige Statuen und Figuren aus der Mythologie – wie zum Beispiel die Sphinx. Die verschiedenen Sandsteinfiguren am Wasserturm stammen von Bildhauer Ernst Westphal. Auf dem Kupferdach des Wasserturms prangt eine über 3 Meter hohe Statue der Amphitrie. Die Ehefrau des Poseidon symbolisiert, ebenso wie die Nixen-Figuren im kleinen Wasserbecken, das Element Wasser. Die Amphitrie wurde von Johannes Hoffart entworfen und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von Hayno Focken nachgebildet. 

Die Parkanlage am Wasserturm in Mannheim

Gemeinsam mit seiner großen Parklandschaft gilt der Wasserturm als die größte zusammenhängende Jugendstilanlage Deutschlands. Direkt am Wasserturm gibt es große Grünflächen mit Wegen zum Spazierengehen, mehrere Wasserbecken und Sandsteinfiguren aus der griechischen Mythologie. Die bunt beleuchteten Wasserspiele sind für viele Besucher ein absolutes Highlight und werden oft zum Motiv romantischer Fotos. Wer sich in der Mannheimer Innenstadt für einen Tag in der Sonne verabredet, trifft sich meist am Wasserturm. In der Anlage rings um das Wahrzeichen Mannheims kommt Urlaubsfeeling auf – obwohl das Verbot den Rasen zu betreten die Mannheimer regelmäßig in zwei Lager spaltet. 

Brunnen, Fontänen und Wasserspiele am Wasserturm in Mannheim

Die spektakuläre Brunnenanlage mit seinen Fontänen und bunten Lichtspielen am Wasserturm ist ein absoluter Touristenmagnet in Mannheim. Tagsüber sprudeln die Wasserstrahlen der Fontänen vor dem Wasserturm und verbreiten ein entspanntes Plätschern. Die Wasserspiele sind unter der Woche von 12 bis 14 Uhr sowie von 16 bis 23 Uhr in Betrieb und an Wochenenden und Feiertagen durchgängig von 11 bis 23 Uhr. Sobald in Mannheim die Straßenlaternen angehen, werden auch die Fontänen beleuchtet – unter der Woche weiß und am Wochenende und an Feiertagen bunt. Der Brunnen am Wasserturm in Zahlen:

  • 1.200 Kubikmeter Wasser 
  • 178 Fontänendüsen
  • 98 Unterwasserscheinwerfer
  • 16 Farbwechsler

Leider kann man die Wasserspiele an Mannheims Wahrzeichen nicht das ganze Jahr erleben – denn ab Oktober lässt die MVV, Besitzerin des Wasserturms das Wasser aus dem Brunnen ab und putzt einmal kräftig durch, um den Wasserturm winterfest zu machen. 

MVV macht den Wasserturm winterfest

Traditionell ab Ostern heißt es jedes Jahr dann wieder „Wasser marsch!“ Erstmals sprudelten die Fontänen am Wasserturm übrigens im Jahr 1907 auf. 

Wasserturm Mannheim bei Nacht: Die Beleuchtung des Wahrzeichens

Neben den beleuchteten Fontänen bietet aber auch der Wasserturm alleine bei Nacht ein spektakuläres Bild. 40 Strahler leuchten das Wahrzeichen bei Dunkelheit an, sodass man seinen Anblick schon von Weitem genießen kann. 

Seit September 2016 erstrahlt der Wasserturm übrigens in ganz neuem Licht: Rund um die Lieblings-Sehenswürdigkeit der Mannheimer brachte die MVV nagelneue LED-Strahler an. Diese setzen nicht nur die Konturen des Wasserturms optimal in Szene, sondern bringen auch eine beträchtliche Energieeinsparung: 3.500 Kilowattstunden weniger im Jahr – der Jahresverbrauch eines Drei-Personen-Haushaltes. 

Seit 2016 erstrahlt der Wasserturm in neuem Licht.

Die neuen Strahler lassen sich dimmen – seit 2016 wird der Wasserturm auch nach 24 Uhr bis in die frühen Morgenstunden in einem gedimmten Licht beleuchtet. Aus dem Mittelbau des Turms erstrahlt nach wie vor blaues Licht – und erinnert an die frühere Funktion des Wahrzeichens. 

Zu verschiedenen Anlässen wechselt die Beleuchtung des Wasserturms bei Nacht auch mal ihre Farbe. Zum Beispiel im Juni 2019, als der Wasserturm in Grün erstrahlte, als die Stadt Mannheim ihre Ernennung zur Modellstadt feierte. 2015 strahlte der Wasserturm komplett in Blau – in Gedenken an die Opfer der schrecklichen Terroranschläge in Paris. 

Was ist im Wasserturm? Wie sieht das Wahrzeichen in Mannheim von Innen aus?

Betritt man den Wasserturm in Mannheim bietet sich einem ein beeindruckendes Bild: Ein großes türkisfarbenes Gerüst hält den riesigen ‚Hängebodenbehälter‘, der den Mannheimern einst als Reservehochbehälter diente. Im Erdgeschoss des Wasserturms findet man ringsum außerdem Infotafeln über die Geschichte der Trinkwasserversorgung in der Quadratestadt. 

links: Blick nach oben zum Wasserbehälter; recht: die blaue Beleuchtung im oberen Teil des Turms

Weiter oben im Inneren des Wasserturms kommt eine ganz besondere Stimmung auf – dank der blauen Innenbeleuchtung, die den Besuchern von Außen den Eindruck von Wasser vermitteln soll. Der beeindruckende Raum ist in ein atmosphärisches blaues Licht getaucht. 

Führungen und Besichtigungen im Wasserturm Mannheim

Das Wahrzeichen am Friedrichsplatz wird nur selten für Besucher geöffnet. Einige wenige Gelegenheiten gibt es aber doch, die sich kein Mannheimer entgehen lassen sollte: So werden zum Beispiel zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals regelmäßig Führungen durch den Wasserturm angeboten. Auch die MVV bietet hin und wieder Besichtigungen ihrer Sehenswürdigkeit an. 

‚Musik im Turm‘: Riot of Colours spielen im Wasserturm

Auch im Rahmen der Kulturerlebnisse ‚wOrtwechsel‘ vom KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar konnten die Fans des Wasserturms ein Konzert im Inneren der Sehenswürdigkeit erleben.

Hochzeit im Wasserturm: Kann man im Wahrzeichen Mannheims heiraten?

Im Jahr 2019 wird es zum ersten Mal überhaupt möglich sein, im Wasserturm zu heiraten. Am 19.9.19 können sich Paare im Wahrzeichen Mannheims standesamtlich trauen lassen. An diesem Tag können neun Hochzeiten stattfinden. Die Anmeldung für die Wasserturm-Hochzeiten läuft seit dem 19. März. Wer im Wasserturm heiraten will, sollte allerdings folgende Dinge beachten: 

  • Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt
  • Die Luftfeuchtigkeit im Turm beträgt 80 Prozent 
  • Der Fußboden ist sehr glatt
  • Durch die Betriebsanlage herrscht ein Geräuschpegel
  • Es wird eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen

Mehr Informationen zur Wasserturm-Hochzeit können sich Paare unter standesamt@mannheim.de einholen. Ob bald noch einmal die Möglichkeit besteht, im Wasserturm zu heiraten, ist zur Zeit nicht bekannt. 

Wasserturm: Lage am Friedrichsplatz, Adresse und Haltestelle

An der höchsten Stelle des Friedrichsplatzes, direkt am Eingang zur Oststadt, steht der Mannheimer Wasserturm. Angrenzend findet man die Festhalle Rosengarten und die Kunsthalle, deren Neubau im Juni 2018 feierlich eröffnet wurde. Das Wahrzeichen steht mitten an Mannheims bester Adresse. Seine gepflegte und grüne Anlage wird eingerahmt von den Arkaden, die einige Restaurants und Cafés beherbergen, die einen tollen Blick auf den Wasserturm bieten. 

kab

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