Ein Training mit der Rettungshundestaffel

Immer der Nase nach: Diese Hunde sind echte Lebensretter!

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Training mit der Rettungshundestaffel Mannheim-Ludwigshafen im Käfertaler Wald

Mannheim - Wenn sich Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen befinden, sind diese Vierbeiner oft die letzte Rettung! Wir haben die Rettungshundestaffel Mannheim-Ludwigshafen beim Training begleitet: 

Mit der Nase gegen den Wind arbeitet sich Ida durchs Unterholz. Dank ihres sensiblen Geruchssinns spürt sie innerhalb kürzester Zeit drei Zweibeiner auf, die sich auf der unübersichtlichen Fläche des Käfertaler Waldes versteckt haben. Nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt hat, kehrt sie stolz zu Hundeführer Jürgen Vogelsang zurück, der schon mit ihrem Lieblings-Snack auf sie wartet.

Hundeführer Jürgen Vogelsang mit Hündin Ida.

Für die Weimaraner-Hündin ist jeder Mensch gleich – ob vermisstes Kind, verirrter Senior oder verschüttetes Erdbebenopfer. Sie gehört zu den Helden auf vier Pfoten der Rettungshundestaffel Mannheim-Ludwigshafen. 20 ehrenamtliche Hundeführer, 13 geprüfte Rettungshunde und 10 vierbeinige ‚Azubis‘ bilden das Team, das alarmiert wird, wenn Menschen vermisst werden. Die Spürnasen können menschliche Gerüche auf mehrere hundert Meter erfassen – auch im Dunkeln, durch jedes Gebüsch und bei schlimmstem Wetter. Tierische Fähigkeiten, die auch der neuesten Suchtechnik noch weit überlegen ist. 

Ida ist 3 Jahre alt und noch in der Ausbildung. Die beginnt schon im Welpenalter und ist nach etwa drei Jahren abgeschlossen. Schritt für Schritt werden die jungen Hunde an ihre wichtige Aufgabe herangeführt. „Sie müssen alle Menschen erstmal toll finden“, erklärt Hundeführerin Anke Hoffmann. Ihre Hovawart-Hündin Calista, ebenfalls ‚Azubi‘, hat sichtlich Freude an ihrer Aufgabe. Blitzschnell flitzt sie durch das Waldstück und zeigt ihrem Frauchen, wo die Menschen versteckt sind. Dass den Hunden ihre Aufgabe Spaß macht, ist wichtig. Das klappt natürlich am besten mit Futter oder Spielzeug als Belohnung. 

Rettungshunde-„Azubi“ Calista beim Training.

Beim Training im Käfertaler Wald – nur eine der vielen regelmäßigen Übungseinheiten – darf auch der erfahrene Flinn zeigen, was er kann. Der zwölfjährige Labrador genießt zwar schon seine wohlverdiente Rente, doch sobald er seine Kenndecke mit Glöckchen und Reflektoren angelegt bekommt, weiß er, dass er eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. 

Routiniert spürt Flinn jeden der noch so gut versteckten Helfer auf. Sobald seine Spürnase ihn ans Ziel gebracht hat, bleibt er stehen und bellt, um Frauchen Regine Beer auf seinen Fund aufmerksam zu machen. „Die Tiere müssen bei der gefundenen Person bleiben, egal was ist. Gleichzeitig müssen sie genügend Abstand halten“, erklärt die Ausbilderin, die seit 10 Jahren bei der Rettungshundestaffel tätig ist. In der Ausbildung lernen die Tiere deshalb verschiedene Opferbilder kennen: sitzende, liegende, stehende Menschen – solche, die in einer hilflosen Lage sind und die Menschen, die gar nicht gefunden werden wollen. 

Flinn hat trotz Rente immer noch Spaß bei der Suche nach Menschen. 

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Flinn, Ida, und Callista sind Flächensuchhunde. Sie spüren jeden einzelnen menschlichen Geruch auf – und das auf einer Fläche von bis zu 60.000 Quadratmetern. Im Gegensatz dazu gibt es noch die Personensuchhunde, die sogenannten ‚Mantrailer‘, die den Geruchsgegenstand einer bestimmten Person erhalten und sich dann nur auf diese eine Spur konzentrieren. Trümmersuchhunde spüren verschüttete Personen auf und sind darauf ausgebildet, auch unter den widrigsten Umständen zu suchen, ohne sich ablenken zu lassen. Haben die Vierbeiner ihre jeweilige Prüfung zum Rettungshund bestanden, muss sie jährlich wiederholt werden. 

Zu einem gut ausgebildeten Rettungshund gehört natürlich auch ein genauso erfahrener Zweibeiner. Die ehrenamtlichen Hundeführer der Rettungshundestaffel müssen neben Erster Hilfe an Mensch und Hund auch Einsatztaktiken beherrschen sowie Karten lesen und ein Funkgerät bedienen können. Schließlich kommen die Rettungshunde meist in großen, unübersichtlichen Wäldern, Feldern oder Wiesen zum Einsatz. 

Training mit der Rettungshundestaffel im Käfertaler Wald

Bis zu 150 Kilometer weit fahren die Retter für ihre Sucheinsätze. Oft sind es alte Menschen oder Kinder, die sich in ausweglosen oder sogar lebensbedrohlichen Situationen befinden. Im Jahr 2017 wurden durch die Helden auf vier Pfoten des Bundesverband Rettungshunde rund 40 Personen gefunden und gerettet. 

Hintergrund: Bundesverband Rettungshunde

Die Rettungshundestaffel Mannheim-Ludwigshafen gehört, gemeinsam mit 80 weiteren Staffeln, zum Bundesverband Rettungshunde (BRH). In der größten Rettungshunde-Organisation Deutschlands setzen sich mehr als 700 Rettungshunde-Teams dafür ein, vermisste oder verschüttete Menschen auch unter den schwierigsten Bedingungen zu finden und aus lebensgefährlichen Situationen zu retten.

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kab

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