Testläufe in Mannheim, Stuttgart und Freiburg

Körperkameras für Polizisten – Acht Fragen und Antworten

+
Kameras wie diese sollen die Polizisten in Mannheim, Freiburg und Stuttgart künftig testen (Symbolfoto). 

Stuttgart/Mannheim - Polizisten in Baden-Württemberg sollen künftig mit ‚Body-Cams‘ durch die Städte laufen. So funktionieren sie; das passiert mit dem Videomaterial: 

Mit einem Knopfdruck sollen Polizisten künftig gefährliche Situationen aufzeichnen können – die Körperkamera soll kommen, die Polizei in Stuttgart, Mannheim und Freiburg sollen den Einsatz der Kameras testen (WIR BERICHTETEN). Acht Fragen und Antworten zum Thema:

Warum sollen die Körperkameras eingeführt werden?

Einerseits zur vorsorglichen Gefahrenabwehr. Von Tests in Hessen wird nach Angaben des Innenministeriums berichtet, dass die Hemmschwelle steigt, Polizisten mit Kamera anzugreifen. Andererseits könnten Videos als Beweismittel in Strafverfahren verwendet werden.

Wo wird die Kamera getragen?

Die Körperkamera wird nach Angaben des Innenministeriums entweder an der Schulter oder an der Brusttasche getragen. In der Anfangszeit wird die Polizei beide Varianten ausprobieren. 

Wie funktioniert sie?

Die Kamera nimmt erst auf, wenn sie aktiviert wird. Der Knopf dazu befindet sich je nach Modell an der Kamera oder an einem Armband, das eine Bluetooth-Verbindung zur Kamera hat. Die maximale Aufnahmedauer beträgt etwa 30 Minuten. Wenn eine Aufnahme läuft, ist das zu erkennen. Entweder leuchtet ein LED-Licht auf oder das aufgezeichnete Bild ist auf einem Display zu sehen.

Wann wird ein Video aufgenommen?

Ein Polizist darf seine Kamera einschalten, wenn er zur gerechtfertigten Annahme kommt, dass ein Angriff auf Leib und Leben für ihn oder Dritte bevorsteht. Das soll künftig im Polizeigesetz geregelt werden. Ein Beispiel: Wenn jemand aggressiv und angetrunken auf einen Polizisten zukommt, darf dieser die Kamera einschalten.

Wann werden die Videos ausgewertet?

Die Videos werden nach Angaben des Innenministeriums immer dann ausgewertet, wenn es tatsächlich zu einem Angriff gekommen ist. Diese Straftat kann dann verfolgt und das Video als Beweismaterial genutzt werden. Sollte sich die Einschätzung der Lage im Nachhinein als unbegründet herausstellen, muss das aufgenommene Material gelöscht werden.

Wie lange darf Material gespeichert werden?

Das Video-Material darf nach Angaben des Innenministeriums höchstens vier Wochen lang gespeichert werden. Sollte das Material für ein Strafverfahren benötigt werden, gilt diese Frist nicht mehr.

Wann beginnt der Test?

Dafür ist die Änderung des Polizeigesetzes nötig, die aller Voraussicht nach aber erst nach den Wahlen am 13. März durch den neuen Landtag entschieden wird. Wann das Projekt tatsächlich startet, kann daher nicht vorausgesagt werden.

Wo gibt es bereits Bodycams?

Die Bundespolizei testet Körperkameras in den Hauptbahnhöfen von Düsseldorf und Köln. Bei der Landespolizei von Hessen, Rheinland-Pfalz und Hamburg laufen Tests, in Bayern sollen sie in diesem Jahr beginnen.

dpa/mk

Mehr zum Thema

So kaputt sind die neuen Leitschwellen am Marktplatz

So kaputt sind die neuen Leitschwellen am Marktplatz

Fotos: Crash an Kreuzung: BMW-Fahrer im Krankenhaus

Fotos: Crash an Kreuzung: BMW-Fahrer im Krankenhaus

Kommentare