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Riedbahn-Pläne werden konkret – Strecke Mannheim-Frankfurt wird fünf Monate gesperrt

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Von: Marten Kopf

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Mannheim/Frankfurt - Die Riedbahn-Sanierungspläne werden konkret. 2024 wird die Strecke zwischen Mannheim und Frankfurt für fünf Monate gesperrt werden.

Weiter Ärger um die Riedbahn. Und neue Entwicklungen. Die Bahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Mannheim wird für die schon lange geplante Generalsanierung fünf Monate lang gesperrt, wie die Bahn am Donnerstag (15. September) bekannt gibt. Das Thema beschäftigt die Gesellschaft und die Stadtverwaltung Mannheims schon lange. Es geht um nicht weniger als eine der Hauptverkehrstrassen zwischen den beiden Großstädten – und um einen Knotenpunkt der des bundesweiten Güterverkehrs.

Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt: Arbeiten ab Mitte Juli 2024

Die Arbeiten sollen am 15. Juli des Jahres 2024 beginnen und zu Weihnachten 2024 beendet sein, wie die Bahn am Donnerstag angekündigte. Einschränkungen für die Kunden ließen sich nicht vermeiden, hieß es. Während der Sperrung werden Fern- und Güterzüge teilweise weiträumig umgeleitet. Busse sollen bis zu 200 Nahverkehrszüge am Tag ersetzen. 

„Uns ist bewusst, dass wir Kundinnen und Kunden während der Generalsanierung der Riedbahn viel zumuten“, bemerkte Bahn-Vorstandsmitglied Berthold Huber. Sie profitierten dann aber von mehr Qualität, Pünktlichkeit und attraktiveren Bahnhöfen. „Das Durchhalten lohnt sich auch deshalb, weil der Korridor Frankfurt/Main-Mannheim nach der Generalsanierung bis ins nächste Jahrzehnt von größeren Baumaßnahmen verschont bleiben wird.“ Unwidersprochen sind diese Pläne nicht. Die Stadt Mannheim etwa klagte schon im Juni gegen die Pläne der Bahn, kritisierte ein fehlendes Gesamtkonzept.

Riedbahn Mannheim – Frankfurt: „Stabilitätsanker“ für das gesamte Schienennetz

Die „Riedbahn“ ist das erste Vorhaben der geplanten Generalsanierung der hochbelasteten Schienen Korridore Deutschlands von 2024 bis 2030. Mit täglich rund 300 Zügen wird die Infrastruktur laut Huber nirgendwo stärker beansprucht als auf diesem Abschnitt. Mit der Sanierung werde diese zum „Stabilitätsanker“ für das gesamte Schienennetz.

Während der Sperrung sollen 1.200 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik erneuert werden, 152 Weichen, vier Bahnübergänge und gut zehn Kilometer Lärmschutzwände. Zudem soll es neue Überholmöglichkeiten für Züge sowie eine Ausrüstung für den digitalen Bahnbetrieb geben. Auch 20 Bahnhöfe entlang der Strecke werden erneuert. 

Bundestagsabgeordnete zu Ausbauplänen: „Begrüße das Sanierungsvorhaben“

„Der Verkehr wird wegen der Sperrung nicht zusammenbrechen“, versicherte Huber. „Wir machen vorher die Umleitungsstrecken fit, damit sie zusätzliche Züge aufnehmen können.“ Die Bahn kalkuliert mit Gesamtkosten der Generalsanierung von etwa 500 Millionen Euro. Sie
prach angesichts der vorgesehenen Dauer von fünf Monaten von einem Rekordtempo der Arbeiten. Auf dem „Bahngipfel“ in Berlin sprach Huber am Donnerstag von einer halbjährigen Sperrung.

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Zu den Plänen äußerte sich inzwischen auch Mannheims Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori mit den Worten: „Ich begrüße das heute bekanntgegebene Sanierungsvorhaben der Bahnstrecke Frankfurt – Mannheim. Nach Berechnungen des SPIEGEL kam im Mai nicht einmal jeder zweite Zug pünktlich in meiner Heimatstadt Mannheim an. Das ist wirklich nicht tragbar. Allerdings muss uns allen klar sein, dass die Sanierung eine komplette Sperrung der Strecke bedeutet. Das ist sowohl für die vielen Pendler als auch für den gesamten Güterverkehr eine Katastrophe. Hier brauchen wir gute verkehrstechnische Alternativen damit die Region bis 2024 nicht im Verkehrschaos versinkt“. (mko/PM)

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