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Lebenserwartung in BW: Menschen aus Mannheim sterben im Schnitt früher

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Das Statistische Landesamt zeigt, wie hoch die aktuelle Lebenserwartung in Baden-Württemberg ist – und welche Städte dabei besser oder schlechter abschneiden.

In keinem anderen Bundesland ist die Lebenserwartungen von Männern und Frauen so hoch, wie in Baden-Württemberg. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamtes, das auf den jüngsten Sterbetafelberechnungen für den Zeitraum 2019 bis 2021 hervorgeht. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg ist dann noch einen Schritt weitergegangen und hat die Werte für die Kreise und Städte des Bundeslands errechnet.

Lebenserwartung in Baden-Württemberg: Statistik zeigt, wie Mannheim abschneidet

Aus den deutschlandweiten Daten geht hervor, dass in Baden-Württemberg neugeborene Jungen eine Lebenserwartung von 79,8 Jahren haben und neugeborene Mädchen sogar auf 84,3 Jahre kommen. Direkt dahinter liegt das Nachbarbundesland Bayern, in dem Jungs bis zu 79,3 Jahre und Mädchen 83,8 Jahre erreichen. Schlusslicht der Erhebung ist Thüringen, wo Jungs 77,2 Jahre und Mädchen 83,0 Jahre vor sich haben.

Gründe für die regionalen Unterschiede der Lebenserwartungen gibt es viele. Entscheidend dürften laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg aber das Bildungsniveau und die daraus resultierenden Einkommenssituation sein. Mehr Geld durch höhere Bildung sorgt also für ein längeres Leben.

Die Statistik zeigt, dass in Baden-Württemberg die Lebenserwartung am höchsten ist. © Screenshot

Lebenserwartung in Baden-Württemberg: Frauen leben im Durchschnitt länger als Männer

Doch auch bei Frauen und Männern gibt es große Unterschiede. So fällt auf, dass in der Statistik die Jungs in keinem Bundesland über einen Wert von 80 Jahren kommen, während die Mädchen niemals unter diesen Wert rutschen. Das soll zum einen genetische Gründe haben, zum anderen aber auch mit den Verhaltensweisen zusammenhängen.

So setzen sich Frauen laut Statistischem Landesamt seltener Gefahren aus, gehen öfter zum Arzt und begehen „deutlich seltener“ Selbstmord! Schaut man sich die Werte der Sterbetafelberechnungen aus den Jahren 1970/72 an, erkennt man schon damals, dass Frauen im Schnitt rund sechs Jahre länger leben.

Mannheim auf dem letzten Platz: Lebenserwartung für Jungs und Mädchen schlecht

Wer in Baden-Württemberg auf ein langes Leben hofft, sollte als Junge in Tübingen und als Mädchen in Heidelberg geboren werden. Die Stadt am Neckar liegt aber bei den Jungs auf Platz zwei – mit einem geringen Unterschied. Ganz schlecht sieht es für beide Geschlechter in Mannheim und Pforzheim aus, die um den jeweils letzten Platz der gemessenen Städte und Kreise konkurrieren.

So haben in Mannheim geborene Jungs aktuelle eine Lebenserwartung von 77,7 Jahren, was ein wenig besser ist, als 77,5 Jahre in Pforzheim. Mädchen werden in beiden Städten nur 82,7 Jahre alt, während in Heidelberg eine Erwartung von 85,7 Jahren den ersten Platz belegt. Wirklich überraschend ist das Ergebnis aber leider nicht, da Mannheim schon seit ein paar Jahren das Schlusslicht in dieser Tabelle ist. So wie im Jahr 2018, als die Lebenserwartung in Mannheim fast so schlecht war, wie jetzt.

Lebenserwartung in Baden-Württemberg: Kaum Veränderung durch Corona-Pandemie

Interessant ist hingegen eine andere Beobachtung des Statistischen Bundesamtes. So scheint sich die Corona-Pandemie nicht wirklich groß auf die Lebenserwartung in Baden-Württemberg ausgewirkt zu haben. Während es bei den Männern im Vergleich zu den „Vor-Corona-Jahren“ gar keine Änderung gegeben hat, ist die Erwartung bei den Frauen sogar um 0,1 Jahre gestiegen. (dh)

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