Keine Freiheitsberaubung

Staatsanwalt stellt Ermittlungen gegen Kachelmann-Ex ein!

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Jörg Kachelmann und seine Ex-Partnerin.

Mannheim – Der medienwirksame Prozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann (59) wegen angeblicher Vergewaltigung – er hallt auch mehr als sechs Jahre nach seinem Freispruch noch nach:

Aufgrund der schweren Anschuldigungen seiner Ex-Freundin Claudia D. musste Wetter-Moderator Jörg Kachelmann (59) vier Monate im Gefängnis...

Denn wegen angeblicher Vergewaltigung und des entsprechenden Haftbefehls des Amtsgerichts Mannheim saß Kachelmann von März bis Juli 2010 in der JVA Mannheim in U-Haft – 132 Tage lang.

Der aufsehenerregende Prozess gegen Kachelmann endete im Mai 2011 am Mannheimer Landgericht mangels Beweisen mit einem Freispruch!

Danach ging der Beschuldigte wiederum in die Offensive, forderte unter anderen Schadensersatz für seine durch das Strafverfahren aufgewendeten Ausgaben für Sachverständige. 

Doch wie die Staatsanwaltschaft Mannheim am Freitag (22. September) mitteilt, wird mehr als sieben Jahre danach das Ermittlungsverfahren gegen seine frühere Partnerin wegen Verdachts der schweren Freiheitsberaubung eingestellt.

Ein „hinreichender Tatverdacht“ für eine Anklageerhebung könne laut Staatsanwaltschaft „unter Auswertung des gesamten Verfahrensstoffs“ nicht begründet werden. Auch habe die Vielzahl der Gutachtenergebnisse aus den verschiedenen Prozessen kein einheitliches Bild ergeben.

Da nicht damit zu rechnen sei, dass „in einer etwaigen Hauptverhandlung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer Verurteilung der Beschuldigten zu rechnen“ sei, wird das Ermittlungsverfahren Paragraf § 170 Abs. 2 StPO eingestellt.

Kaum hat die Staatsanwaltschaft ihre Pressemitteilung veröffentlicht, meldet sich auch Kachelmann bei Twitter zu Wort. Mit erwartungsgemäß deutlichen Worten: „Die Staatsanwaltschaft Mannheim behält ihre Linie bei, lieber Unschuldige zu verfolgen und dafür eine bereits rechtskräftig verurteilte Lügnerin und Falschbeschuldigern ... zu verschonen.“ Weiter sagt er, die Behörde schrecke „traditionell nicht vor Lügen zurück“.

Hintergrund

Die Mannheimer Behörde wurde als Konsequenz auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt aus dem Jahr 2016 hin tätig. Das OLG kam zu der Überzeugung, dass die Frau mit „krimineller Energie" und „direktem Vorsatz“ vorgegangen war – mit der Freiheitsberaubung des Wettermoderators als Folge.

Claudia D. habe sich „die bei ihrer ursprünglichen Vergewaltigungsanzeige festgestellten Verletzungen“ selbst zugefügt. In den Augen der aus Baden-Württemberg stammenden Ex-Geliebte sei das Urteil ein „Justizskandal“.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim leitete daraufhin im September 2016 einen Prüfvorgang ein. Dieser sollte checken, ob aus dem OLG-Urteil möglicherweise ein Anfangsverdacht auf Straftaten gegen die Anzeigenstellerin hervorgeht. Daraus erging letztendlich das Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der schweren Freiheitsberaubung.

Nach dem jetzigen Beschluss der Mannheimer Behörde steht für Kachelmann fest: „Damit geht der Kampf um Recht und Gerechtigkeit leider weiter. Ich hatte nach dem eindeutigen Frankfurter Urteil keine Strafanzeige gestellt in der Hoffnung, dass Ruhe einkehren kann. Diese Möglichkeit hat die Staatsanwaltschaft Mannheim nun zunichte gemacht.

Nach den Zivilrichtern würden auch Strafrichter laut Kachelmann über Claudia D. zu urteilen haben, „auch wenn das die Staatsanwaltschaft Mannheim verzweifelt verhindern möchte, weil es in jenem Prozess auch um ihr eigenes notorisches Versagen gehen wird“.

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pek

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