Rapper teilt Ansichten von Xavier Naidoo

Sido nach Verschwörungs-Skandal: Krasse Attacke auf Reporterin!

Nachdem Sido in einem Interview für die wirren Theorien von Xavier Naidoo Partei ergriffen hat, erreicht das Thema neue Ausmaße: Der Rapper soll eine Reporterin attackiert haben.

  • Sido spricht in einem YouTube-Video über krude Verschwörungstheorien und teilt damit die Ansichten von Xavier Naidoo.
  • Der Rapper behauptet: „Xavier ist zu tief drin“ 
  • Jetzt soll Sido vor seinem Grundstück in Berlin auf eine Reporterin losgegangen sein, die ihn zur Rede stellen wollte. 
  • Woher die Verschwörungstheorien stammen und wieso sie so gefährlich sind:

Update vom 14. Mai: Der Skandal um Sido scheint neue Ausmaße anzunehmen. Nachdem der Rapper in einem YouTube-Interview irre Verschwörungstheorien verbreitete und dabei auch seine Gedanken zu Xavier Naidoos Skandal-Videos teilte, berichtet die BILD nun, dass Sido eine Reporterin vor seinem Grundstück in Berlin angegriffen haben soll. Diese habe den Rapper wegen seiner Verschwörungs-Aussagen zur Rede stellen wollen. Nach der Attacke postet der Rapper eine Warnung auf Instagram:

Nach der Attacke postet Sido eine Warnung in seine Instagram-Story

In dem YouTube-Interview mit Rap-Kollegen Ali Bumaye hatte Sido unter anderem über die „Rothschild-Theorie“ gesprochen, einer antisemitischen Verschwörungstheorie. Youtube-Star Rezo nimmt den Rapper jedoch in Schutz und attestiert ihm lediglich am Verschwörungsdenken „vorbeigeschrammt“ zu sein.  

Aus den Aussagen des Rappers ging auch hervor, dass er den kruden Theorien und Ansichten von Xavier Naidoo teilt. Viele dieser Aussagen, Theorien und auch Songtexte von Xavier Naidoo haben wir einem Fakten-Check unterzogen. 

Künstlername

Sido

Vollständiger Name

Paul Hartmut Würdig

Geboren

30. November 1980 in Berlin

Ehepartnerin 

Charlotte Würdig (getrennt)

Bekannte Songs

Mein Block, Astronaut, Tausend Tattoos

Sido packt über Verschwörungs-Fanatiker Xavier Naidoo aus - „sage so wie es ist“

Erstmeldung vom 13. Mai: Einer nach dem anderen scheint dem Wahn der Verschwörungstheorien verfallen zu sein. Nachdem bereits Xavier Naidoo in unzähligen selbstgedrehten Videos seine kruden Ansichten der Öffentlichkeit mitteilt, schließen sich ihm nun auch weitere Promis wie Kochbuch-Autor Attila Hildmann an. Auch Rapper Sido, der bald auch ein Konzert in Mannheim gibt, schenkt den Verschwörungstheorien scheinbar mehr Glauben als Fakten.  

In einem knapp 40-minütigen YouTube-Video mit dem Titel „Ali therapiert: SIDO!“ sprechen Sido und Rapper-Kollege Ali Bumaye über Gott und die Welt. Etwa nach der Hälfte des Interviews driften die beiden allerdings ab und landen in der abgedrehten Verschwörungssphäre. Sido erweckt dabei den Eindruck, dass er der sogenannten QAnon-Verschwörungstheorie glaubt. Bereits Sänger Xavier Naidoo hat in einem verstörenden Video darüber gesprochen. Unter Tränen „erklärte“ er, dass Kinder entführt, misshandelt und getötet werden. Drahtzieher sei der kruden Vorstellung nach eine unsichtbare Schattenregierung aus den USA, die letztlich – so die Theorie – das Blut der Kinder als Verjüngungstrank nutze. 

Glaubst Du? Hast Du das gesehen?“, will Bumaye daraufhin von Sido wissen. Der Rapper spricht daraufhin über Kinder, die „auf unerklärliche Weise verschwinden“ und über den Vermisstenfall Maddie McCann. Das Mädchen wird seit über 13 Jahren vermisst. „Da sind so Dinge, und sehr reiche, sehr mächtige Leute, die sich daran irgendwie, keine Ahnung, was die da irgendwie machen. Aber ich glaube schon daran, dass sowas sein kann“, so Sido. Er gibt also zu, dass er eigentlich keine Ahnung hat, aber trotzdem an wirre Verschwörungsfantasien glaubt – eindeutig ein „schlechtes Vorbild“ für seine Fans!

Sido über Verschwörungs-Fanatiker Xavier Naidoo – „zu tief drin“

Da die beiden Rapper bereits beim Thema Verschwörungstheorien sind, dauert es natürlich nicht lange, bis der Name Xavier Naidoo fällt. Während der Sänger noch vor wenigen Monaten als DSDS-Juror gefeiert wurde, wird der Mannheimer heute von einigen als „Aluhutträger“ bezeichnet. Denn in vielen seiner Videos spricht der 48-Jährige über oftmals widersprüchlichen Ansichten, die in seinem Kopf herumschwirren. Beispielsweise behauptet er, dass das Coronavirus gar nicht existiere. Im nächsten Atemzug versteigt sich Xavier Naidoo allerdings in der steilen These, dass die Regierung das Virus als tödliche Waffe gegen „die Alten“ benutze oder, dass die Erde eine Scheibe sei

Doch zurück zum Interview: Bumaye will von Sido wissen, ob Xavier Naidoo verrückt ist, „also, ist der einfach nur verwirrt oder so?“. „Xavier ist zu tief drin, gibt Sido zu verstehen. Doch unterstützt und verteidigt Sido damit die Ansichten des 48-Jährigen? Statt sich klar zu positionieren kommt es noch heftiger: Sido bringt die anti-jüdische Nazi-Legende von den Rothschilds ins Spiel.   

Einen Tag nach der Veröffentlichung des YouTube-Videos setzt Sido in einer Instagram-Story zu diesem Satz nochmal an. Wie 39-Jährige zu verstehen gibt, halte er nichts von Nadioos Verhalten: „Sorry Xavier, mein Lieber. Auch wenn die das schreiben, aber ich hab Dich nicht in Schutz genommen. Ich find das einfach alles crazy.“ 

Außerdem sagt der Rapper: „Ich sage es so wie es ist, ich glaube niemanden. Ich glaube nur, was ich mit den eigenen Augen sehen. Ich glaube nicht der einen Seite, ich glaub nicht der anderen Seite. Ich glaube nur, was ich selber mitkriege.“ 

Sido meldet sich einen Tag nach der Veröffentlichung des YouTube-Videos auf Instagram.

Es ist unklar, ob er damit nun auch seine Ansichten zur QAnon-Verschwörungstheorie etwas verharmlosen will. Allerdings: Wenn Sido nur das sagt „wie es ist“, dann darf er sich nach diesem Interview neben Xavier Naidoo und Attila Hildmann zu den Verbreitern von kruden Theorien einreihen. 

Verschwörungstheorie über Kindesmissbrauch – warum ist die Verbreitung so gefährlich

Seit 2017 kursiert in den USA die QAnon-Verschwörungsthorie. Diese wurde auf dem Netzwerk 4Chan verbreitet. Der unbekannte Autor behauptete, dass er ein hochrangiges Regierungsmitglieder sei und deshalb in supergeheime Akten einsehen könne. Zwar kann das eigentlich jeder behaupten, dennoch glauben viele Menschen dem Unbekannten. Sie teilen seine völlig makabere Vorstellung, das ein Geheimbund mit den höchsten Kreisen tausende Kinder entführe und in Keller- und Tunnelsysteme gefangen halte. Dort sollen die Kinder missbraucht und ihr Blut entnommen werden. Je nach Variation der kruden Theorie soll das Blut auch als Verjüngungs-Medikament der Elite dienen. 

Seit Anfang April, also mit der Corona-Krise, schwappt das ganz stark nach Europa", so Andre Wolf, Sprecher des Vereins mimikama, der über Falschinformationen im Netz aufklärt, in einem RTL-Bericht. Vor allem über den Messenger-Dienst Telegram tauschen sich die Verschwörungsfanatiker aus. Miro Dittrich, der für die Amadeu-Antonio-Stiftung Extremismus im Internet beobachtet, erklärt, dass es für viele Menschen einfacher sei, solche Geschichte zu glauben, als sich einen unsichtbaren Feind wie das Coronavirus vorzustellen. „Das sind die letzten Anhänger einer geordneten Welt", sagt Dittrich über die von der Realität überforderten QAnon-Anhänger. 

Diese Weltansicht kann jedoch sehr gefährlich werden. „Wenn man in einer apokalyptischen Welt lebt, erzeugt das sehr großen Handlungsdruck", gibt Dittrich zu bedenken. So veröffentlichte der Attentäter von Hanau, der neun Menschen tötete, ein YouTube-Video, in dem er ebenfalls von einem US-Geheimbund redet, der Kinder misshandle. Laut dem RTL-Bericht stünden in den USA zwei Morde, ein versuchter Mord sowie zwei Entführungen im Zusammenhang mit den QAnon-Anhängern. „Wenn Prominente diese Geschichten verbreiten, ist das sehr gefährlich“, warnt Dittrich. 

jol

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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