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Keine freien Betten mehr: Mannheimer Kinderklinik „komplett ausgelastet“

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Das RS-Virus stellt Kinderkliniken im ganzen Land vor große Probleme. Auch am Mannheimer Universitätsklinikum sind jetzt die Betten voll ausgelastet.

Seit Monaten steigen die Fallzahlen des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) rasant an. Vor allem für Kinder kann eine Infektion richtig gefährlich werden, im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Überall in Deutschland müssen Kinder daher in Kliniken behandelt werden, was mittlerweile zu einer hohen Belastung führt. Wie der SWR berichtet, gehen daher in Baden-Württemberg an einigen Krankenhäusern die Betten aus.

Mannheimer Kinderklinik wegen RS-Virus komplett ausgelastet

Zu den betroffenen Krankenhäusern gehört laut dem Mannheimer Morgen auch die Kinderklinik am Universitätsklinikum. So sei das Kinderzentrum „komplett ausgelastet“, was bedeutet, dass keine Betten mehr frei sind. Rund die Hälfte der aktuellen Patienten werden wegen akuter Atemwegserkrankungen behandelt. Wie ein Sprecher bestätigt, habe die Welle dieser Krankheiten nicht nur untypisch früh begonnen, sondern falle auch ungewöhnlich stark aus.

Obwohl die Kinderklinik Mannheim bereits Pflegepersonal von anderen Stationen abgezogen hat, um weitere Betten für Kinder und Jugendliche zu schaffen, reicht das nicht aus. Daher sind jetzt auch planbare und nicht dringliche Eingriffe sowie Termine für Routine-Kontrollen verschoben worden. Der Sprecher betont gegenüber dem Mannheimer Morgen jedoch, dass die Notfallversorgung am Universitätsklinikum „jederzeit sichergestellt“ sei.

Immer mehr Kinderkliniken sind ausgelastet – Arzt spricht von „Katastrophenzuständen“

Als weiterer Schritt gegen die Auslastung werden zudem Kinder mit leichten Erkrankungen in andere Häuser verlegt. Das hat auch damit zu tun, dass andere Kliniken ihre jungen Patienten zur ECMO-Behandlung in die Kinderklinik Mannheim schicken, da die Erfahrung mit schweren Atemwegserkrankungen dort besonders ist. Bei dieser Art von Behandlung müssen Maschinen die Funktionen der Lunge übernehmen.

Das RS-Virus hält weiterhin Mediziner im ganzen Land auf Trab. Auch Kinderärzte aus Rheinland-Pfalz schlagen Alarm, weil die Intensivstationen überlastet sind. Kinder-Intensiv- und Notfallmediziner Florian Hoffmann spricht gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) von einem „dramatischen epidemischen Geschehen“. Dass zu wenig Pflegepersonal vorhanden sei, wodurch nicht alle Betten betrieben werden können, bezeichnet der Mediziner zudem als „Katastrophenzustände“. (dh)

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