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Nach 2,5 Jahren: Mannheimer Kohlekraftwerk fährt Reserveblock wieder hoch

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Von: Peter Kiefer

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Mannheim - Im Kohlekraftwerk in Neckarau sollen ab Januar insgesamt vier Blöcke laufen, damit wertvolles Erdgas eingespart werden kann. Der Plan des GKM-Verantwortlichen:

Ein Teil des Kohlekraftwerks in Mannheim erwacht nach rund 2,5 Jahren wieder aus seinem Dornröschenschlaf. Weniger romantisch ausgedrückt: Der Block 7, der seit Mai 2020 auf Anordnung der Bundesnetzagentur nur in der Netzreserve schlummert, soll im Stadtteil Neckarau wieder ans Netz gehen. Das hat der Betreiber des Großkraftwerks Mannheim (GKM) jetzt angekündigt.

Mannheim-Neckarau: GKM will Block 7 ab Januar reaktivieren

Heißt: Um zur Einsparung von Erdgas in der anhaltenden Energiekrise beizutragen, will das Mannheimer Kohlekraftwerk den bisherigen Reserveblock wieder für längere Zeit einsetzen. Der Block 7 solle von Januar 2023 an bis längstens Ende März 2024 zur Verfügung stehen, hat der Betreiber am Montag (19. Dezember) mitgeteilt.

Im Detail würden somit ab Januar in dem Kraftwerk insgesamt vier Blöcke laufen, die mit Steinkohle betrieben werden, wie ein Sprecher auf dpa-Anfrage erklärt hat.

Das Kohlekraftwerk in Mannheim aus der Vogelperspektive.
Das Kohlekraftwerk in Mannheim aus der Vogelperspektive. (Archivfoto) © Uli Deck/picture alliance/dpa

Aufgrund seines aktuellen Status als Netzreserve darf Block 7, der in der Vergangenheit von waghalsigen Klimaaktivisten tagelang besetzt worden ist, nur bei Bedarf angefordert werden, um die Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten. Eine solche Situation sieht der Betreiber jetzt gegeben. Ursprünglich wollte das Unternehmen den Meiler komplett stilllegen.

Block 7 in Großkraftwerk Mannheim kann Strom für bis zu eine Million Haushalte liefern

Die Grundlage für die Nutzung sei nun das Gesetz der Bundesregierung zur Bereithaltung von Ersatzkraftwerken. Die Anlage könne Strom für rechnerisch bis zu eine Million Haushalte bereitstellen. „Mit diesem Schritt leistet unser Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Einsparung von Gas im Rahmen der Stromerzeugung, um damit die Versorgung der Menschen und der Industrie bei bestehender Gasmangellage sicherstellen zu können“, so der kaufmännische Vorstand Holger Becker.

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