Berufung auf Kunstfreiheit

Xavier Naidoo vor Gericht: Klage wegen Antisemitismus-Vorwürfen

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Xavier Naidoo möchte sich nicht mehr mit Vorwürfen der Judenfeindlichkeit beschäftigten. (Symbolbild)

Regensburg - Nicht nur sei er nicht judenfeindlich – er möchte auch nicht ,Antisemit‘ genannt werden. Das will Sänger Xavier Naidoo jetzt vor Gericht bewirken.

Der Mannheimer Sänger und Prominente aus der Metropolregion, Xavier Naidoo, setzt sich gegen den Vorwurf der Judenfeindlichkeit zur Wehr. Das Landgericht Regensburg verhandelt am Dienstag (26. Juni) eine Unterlassungsklage des 46-Jährigen. 

Berufung auf Kunstfreiheit

Naidoo, der mit der Band Söhne Mannheims bekannt wird, beruft sich nach Gerichtsangaben auf die Kunstfreiheit und betont, dass er sich gegen Rassismus einsetze. 

Das Benefiz-Konzert der Söhne Mannheims in der SAP Arena

Bei einer Veranstaltung der Amadeu-Antonio-Stiftung 2017 in Straubing sagt eine Referentin vor Publikum: „Er ist Antisemit, das ist strukturell nachweisbar.“ 

Unterlassungsverfügung

Naidoo erwirkt daraufhin eine vorläufige Verfügung, dass diese Äußerung zu unterlassen sei. Das Urteil soll am 17. Juli bekanntgegeben werden. 

Das Gericht befasst sich in der Verhandlung mit der Auslegung des Wortes ,Antisemitismus‘. Die Beklagte bekräftigt ihren Standpunkt und behauptet, dass Naidoo in seinen Liedtexten unter anderem antisemitische Codes und Chiffren verwende. 

Auftritt bei Reichsbürgern

Politisches Aufsehen erregt Naidoo nicht nur mit seinem Lied ,Marionetten‘, in dem Politiker beschimpft werden. Noch größer ist der Aufschrei nach einem Auftritt am Tag der Deutschen Einheit 2014. 

Da spricht er in Berlin bei einer Demonstration der sogenannten Reichsbürger, die die staatliche Ordnung in Deutschland ablehnen. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) zieht Ende 2015 die Nominierung des Sängers für den Eurovision Song Contest (ESC) nach öffentlicher Kritik zurück.  

gs/dpa

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