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Neujahrsempfang in Mannheim: „Stehen vor einer historisch unvergleichlichen Anforderung“

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Von: Josefine Lenz

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Mannheim - Nach zwei Jahren Pause findet am Freitag der Neujahrsempfang statt. Im Vordergrund steht die BUGA23, doch auch andere Themen werden angesprochen:

Nach einer zweijährigen coronabedingten Pause fand dieses Jahr wieder am traditionellen Datum, nämlich an Heilige Drei Könige, der Neujahrsempfang der Stadt Mannheim statt. Die Veranstaltung im Congress Center Rosengarten, zu der insgesamt 7.000 Bürger kamen, stand unter dem Motto „Fenster in eine nachhaltige Zukunft: Die BUGA 23“. Zu Beginn des Empfangs sorgten Klimaaktivisten für einen Polizeieinsatz.

Neujahrsempfang in Mannheim – alles im Zeichen der BUGA23

Im Ausstellungsbereich auf den Ebenen 0, 1 und 2 sowie auf den dortigen Bühnen haben sich rund 200 Vereine, Verbände, Organisationen, Hochschulen und städtische Einrichtungen mit etwa 1.200 Mitwirkenden präsentiert. Die Sonderausstellung zur BUGA23 auf der Ebene 0 gab den Besuchern dabei einen Ausblick auf das, was sie im BUGA-Jahr erwartet. In den Bereichen Spinellipark, Luisenpark, Blumenschauen, Experimentierfeld, Campus sowie die Lebenskunst-Bühne der BUGA 23 wurde verdeutlicht, welche positiven Effekte in Mannheim und in der gesamten Region zu erwarten sind.

Der Festakt wurde in diesem Jahr von Julia Alicka, die unter anderem das sozio-kulturelle Zentrum „Alter“ am Alten Meßplatz leitet, und von Kim Hirsch, Mitarbeiterin des mit dem Deutschen Gründerpreises 2022 ausgezeichneten Unternehmens osapiens, moderiert. 14 Personen und Vereine hat Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz im Rahmen des Festakts für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Das künstlerische Programm stammte vom Kurpfälzischen Kammerorchester und dem Tanz-Ensemble der Junior Dance Company, EinTanzHaus. Zudem gab es einen Auszug aus dem Joy-Fleming-Musical.

Der Neujahrsempfang 2023 in Mannheim
Der Neujahrsempfang 2023 in Mannheim © Stadt Mannheim/Andreas Henn

Neujahrsempfang in Mannheim – OB Peter Kurz: „Stehen vor einer historisch unvergleichlichen Anforderung“

Im Rahmen des Festakts hielt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz seine traditionelle Neujahrsrede. Darin ging er unter anderem auf die Herausforderungen der Gegenwart ein: „Wir stehen vor einer historisch unvergleichlichen Anforderung: der grundlegenden, willentlichen Änderung von Verhaltensweisen und Geschäftsmodellen. Dabei erscheint die notwendige Änderung zugunsten des Klimas und der Umwelt zunächst als etwas, das soziale und wirtschaftliche Folgen hat, die abzuwägen sind: Wohlstand auf der einen, Klimaschutz auf der anderen Seite. Wir tun so, als ob man zwischen den verschiedenen Zielen einen Kompromiss finden müssen. Doch das führt uns in die Sackgasse.“

Weiter sagt er: „Wir sind an einer absoluten Grenze angelangt: Erreichen wir bestimmte ökologische Minimalziele nicht, sind gerade die ökonomischen und sozialen Folgen ohne Vergleich.“ Wir müssten lernen, vom Ergebnis her zu denken, so der OB. Wir sollten uns darauf konzentrieren, wo am schnellsten und effizientesten CO2 eingespart werden kann. Stattdessen seien wir konfrontiert mit Vorgaben aus einer Misstrauenskultur, die nicht an Zielen misst, sondern möglichst haarklein das Vorgehen vorschreibt. Das müsse sich grundlegend ändern.

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei seiner Neujahrsrede im Rahmen des Festakts
Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei seiner Neujahrsrede im Rahmen des Festakts © Stadt Mannheim/Andreas Henn

Neujahrsempfang in Mannheim: Die Rede von Oberbürgermeister Peter Kurz

Im Weiteren stellte Kurz die Lösungsansätze für Mannheim dar: „Für den umfassenden Weg zur Transformation wenden wir unter dem Titel ‚I-deal für Mannheim‘ die acht Handlungsfelder des Europäischen Green Deals auf unsere Stadt an. Auch hier stärken wir unser Wissen und Kapazitäten und werden mit acht Local Green Deal Manager*innen in den nächsten Wochen gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren von Ihnen zu Mobilität, Kreislaufwirtschaft, Artenvielfalt, Ernährung und anderem auf den Weg bringen. Es geht nicht zuletzt um die praktische Erfahrung, dass Änderungen möglich sind. Und dass sie uns bereichern können.“

Anhand eines Beispiels beschrieb er, „dass wir als Stadt und Stadtgesellschaft bereit sind, zu lernen und neue Entwicklungen aufzugreifen“. Während auf FRANKLIN das Bauen mit Holz noch eher die Ausnahme gewesen sei, gelte für Spinelli nun das Gegenteil und der CO2-Fußabdruck beim Bauen werde deutlich gemindert.
 
Schließlich bezeichnete er die BUGA 23 als ein Geschenk an uns selbst. „Sie ist auch ein großes Fest, das wichtig ist, gerade mit Blick auf die bestehenden Krisen und die Tatsache, dass wir Begegnungen so lange entbehrt haben. Sich begegnen, zusammen feiern, Neues entdecken und – nicht nur aus der Seilbahn – einen neuen Blick auf die Stadt werfen und neue Perspektiven entwickeln – das wird uns Kraft und Inspiration schenken.“

Neujahrsempfang: „Mannheim als Vorbild“

Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, hielt die Festrede mit dem Titel „Neujahr 2023 – Mannheim als Vorbild“. Sie führte darin unter anderem aus, dass Europa wie bei der Industrialisierung auch bei der Klimatransformation eine Vorreiterrolle einnehmen müsse, um allen Menschen auf der Welt einen angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen, ohne die natürlichen Ressourcen weiterhin überzustrapazieren.

Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, bei ihrer Festrede
Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, bei ihrer Festrede © Stadt Mannheim/Andreas Henn

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Besondere Verantwortung sehe sie bei den am Bau Beteiligten. Schließlich sei der Städtebau für 40 bis 50 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Architektinnen und Architekten seien jedoch auch Teil der Lösung: Die natürlichen Ressourcen müssten Grundlage aller raumbezogenen Planungen und des Gestaltens sein. Zudem bezog sie sich auf die Planungen der Stadt Mannheim in Bezug auf den Local Green Deal und auf die BUGA 23. Es sei Mannheim hoch anzurechnen, Spinelli freizulassen und in einer dichtbesiedelten Region nicht zu bebauen. (pm/jol)

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