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„Quadrate Mannheim“: Gangsta-Rap statt Clans – Wird diese Serie der nächste Streaming-Hit?

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Von: Peter Kiefer

Ulas Turan und Viktor Schreider sind die kreativen Köpfe hinter der in Mannheim spielenden Serie „Quadrate“.
Ulas Turan (li.) und Viktor Schreider sind die kreativen Köpfe hinter der in Mannheim spielenden Serie „Quadrate“. © André Metzger

Mannheim – Harte Jungs und fette Beats – das sind die Hauptzutaten der Streaming-Serie „Quadrate“, die gerade in Mannheim entsteht. MANNHEIM24 kennt die Details:

Entsteht in Mannheim gerade der nächste große Streaming-Hit? Doch auch wenn es angesichts der vielen harten Jungs auf den ersten Blick so aussehen könnte, hat „Quadrate“ nichts mit dem Streaming-Hit „4 Blocks“ zu tun, in dem es um brutale Clan-Kriminalität in Berlin geht.

In erste Linie kann man ‚Quadrate‘ nicht mit ‚4 Blocks‘ gleichstellen, da sich die Serie nicht um arabische Clans dreht. Einzig und allein den musikalischen Aspekt könnte man in Betracht ziehen. ‚Quadrate‘ bezieht sich keinesfalls auf Clans, sondern mehr auf das multikulturelle Zusammenleben in Mannheim“, betont der Macher Ulas Turan (32) im MANNHEIM24-Interview ausdrücklich.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche144,96 km²
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Die Idee für die Milieu-Studie, die auch das Leben in Mannheim widerspiegeln soll, ist Ulas Turan und Viktor Schreider gekommen, als dieser bei Ex-Frisör Turan vor 3,5 Jahren als Kunde auf dem Frisörstuhl im Salon „Reyna“ gesessen hat. Inspiriert worden ist das kreative Duo dabei durch einen Freund, „der aus religiösen Gründen leider nicht an der Serie teilhaben möchte“. 

„Quadrate“ in Mannheim: Von der Idee zum Drehbeginn der Streaming-Serie

Viktor und ich waren so angetan von dieser Idee, dass wir uns direkt am nächsten Morgen in einem Café zusammengesetzt haben, um Pläne und die ersten Schritte zur Serie zu konzipieren und einzuleiten“, blickt Turan zurück. Schnell wurde jedoch klar, dass man ein ambitioniertes Projekt dieser Größenordnung nicht ohne Investoren stemmen kann. Doch dann der Schock: Nachdem man endlich Investoren gefunden hatte, sind diese „uns am Ende leider aufgrund der Corona-Pandemie abgesprungen“.

Anstatt nach diesem finanziellen Rückschlag aufzugeben, hat man die Ärmel hochgekrempelt und ein schlagkräftiges Team zusammengestellt, das „zusammen mit uns an dieses Projekt geglaubt hat und immer noch daran glaubt“. Und das Ganze sogar völlig unentgeltlich und in Eigenregie!

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„Quadrate“ in Mannheim: Ohne Gage – alle am Set ziehen an einem Strang

So besteht die Crew aus derzeit 15 aktiv belegte Rollen innerhalb der Serie. Da es in der Serie auch viel um Rap-Musik geht, sind zehn Rollen für Rapper reserviert. Auch im Team: Zwei Kamera-Männer, ein Set-Fotograf, ein Tontechniker, eine Make-Up-Artistin sowie eine Krankenschwester, die am Set Schnelltests bei den Schauspielern durchführt und auf die Einhaltung der Hygieneschutzmaßnahmen achtet. Zusätzlich sind vier bis sechs Helfer am Set, die den anderen unter die Arme greifen.

Seit den ersten Probe-Drehtagen im März ist das insgesamt 39-köpfige Team fleißig am Drehen. „Aber aufgrund der Corona-Pandemie konnten wir gezwungenermaßen mit dem tatsächlichen Dreh erst im Mai 2021 beginnen“, erklärt Ulas Turan.

Dennoch sei man in der glücklichen Lage, keinerlei Druck zu haben: „Da wir eine unabhängige Produktion sind, besteht bei uns keine Deadline, die wir einhalten müssen“, so Turan. Die Macher haben die erste Staffel von „Quadrate“ auf sechs bis acht Folgen ausgelegt – es könnten jedoch durchaus auch zehn werden.

Mannheim-Serie „Quadrate“: Ein Blick ins Milieu der Quadratestadt

Doch Multitalent Ulas Turan, selbst Absolvent der Mannheimer Theaterakademie, steht nicht nur hinter, sondern als Hauptdarsteller Mikail auch vor der Kamera. Mikail versucht das halbseidene Gangster-Leben abzulegen, um mit seinen Buddys sein (legales) Glück in der Musik zu finden. Und da sich die Szene-Serie außer Musik auch um Liebe, Drama und Gewalt dreht, habe man im Vorfeld der Dreharbeiten „sehr viel recherchiert“.

So hat Fatih Özmen, ein sehr guter Freund von Turan, ein Ex-Rocker und aktuelles Mitglied in einer Bruderschaft, „uns in die dunkelsten Ecken Mannheims gebracht und uns berichtet und gezeigt, was in dieses Stadt eigentlich hinter verschlossenen Türen geschieht“. So gebe es in Mannheim „diverse Clubs Bruderschaften und Gruppierungen“. 

Mannheim: Bereits erste Gespräche für „Quadrate“ auf Netflix oder Amazon Prime

Wann und wo „Quadrate“ letztendlich zu sehen sein wird, steht aktuell noch in den Sternen. „Da wir ja erst in den Startlöcher der Dreharbeiten stehen, und es auf Grund der Pandemie oder anderen Einwirkungen nachweislich immer wieder zu Verzögerungen kommt, wollen wir uns aktuell noch auf kein genaues Release festlegen“, so der grobe Zeitplan der Macher. Es sei jedoch ihr Wunsch, die erste Staffel in den nächsten ein bis zwei Jahren fertig zu stellen.

Wir stehen in Kontakt mit mehreren Streaming-Diensten, aber aktuell nicht in Verhandlungen“, schildert Ulas Turan den Stand der Dinge bei den Gesprächen mit Netflix und Amazon Prime. „Wo die Serie zu sehen sein wird steht deshalb noch nicht fix fest, da wir natürlich auch sicher gehen wollen, wo wir später am besten aufgehoben sind.

Wir können also gespannt sein, wo „Quadrate“ letztendlich in Zukunft über die Bildschirme flimmern wird. Bis dahin können sich Film-Fans und Interessierte bei den jeweiligen Kanälen auf Instagram („quadrate_mannheim“) oder dem YouTube („Quadrate Mannheim“) über den aktuellen Stand der Serie informieren. (pek)

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