Nach Bluttat vor Revier in H4

Polizeipräsident Köber nimmt Beamten in Schutz: "Er hat sich sehr tapfer verhalten!"

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Polizeipräsident Thomas Köber nimmt seinen Kollegen in Schutz.

Noch immer ist die Aufregung groß nach den dramatischen Szenen mit einem Toten vor dem Revier in H4. Jetzt meldet sich Mannheims Polizeipräsident Thomas Köber im Morgenweb zu Wort.

Die schreckliche Bluttat direkt vor dem Innenstadtrevier H4. In der Nacht zum 5. September war dort ein 20-Jähriger bei einer Messerstecherei getötet, sein Vater (44) schwer verletzt worden (MANNHEIM24 berichtete).

Noch immer sind die Bürger über solch Brutalität fassungslos!

Jetzt äußerte sich der Mannheimer Polizeipräsident Thomas Köber im Morgenweb zu den laut gewordenen Vorwürfen, die Polizei habe nicht schnell und beherzt genug eingegriffen.

Köber stellt sich schützend vor seinen Kollegen, der in der Tatnacht alleine im Revier war, da zeitgleich sechs Kollegen im Einsatz waren: "Er hat sich sehr tapfer verhalten, ihm ist kein Vorwurf zu machen."

Schuld an der Mindestbesetzung des Reviers waren laut Polizeipräsident Krankheit und Urlaub der Beamten – normal seien elf Kollegen. 

Auch habe der Polizist absolut vorschriftgemäß gehandelt, da er nicht aus der Sicherheitsschleuse an der Tür könne und dürfe, wenn er allein im Revier sei.

Niedergestochen: 20-Jähriger vor Polizeirevier getötet

Die erklärt auch den für viele Bürger ungewöhnlichen Umstand, warum der Polizist aus dem Fenster gesprungen war.

Per Schlagstock habe er die Streitenden getrennt und sei dann zurück ins Revier, um Verstärkung zu rufen. Diesen Moment nutzte der Messerstecher dann leider, um dem Opfer die tödlichen Verletzungen zuzufügen.

Als er dies bemerkte, sei der Polizist mit Erste-Hilfe-Kasten ausgerüstet erneut aus dem Fenster gestiegen.   

Fünf Minuten nach der Alarmierung waren bereits vier Streifenwagen am Tatort, weitere drei Minuten später durchkämmten acht weitere Polizeiwagen das Umfeld des Reviers.

Die "professionelle Fahndung" sei dann angelaufen, so Köber im Morgenweb. 

Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft, drei weitere Beteiligte seien ermittelt, aber wieder aus dem Gewahrsam entlassen, da kein Haftgrund vorliegt. 

Die Ermittlungen zum Hergang der Bluttat sowie zum Motiv dauern noch an.

pek

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