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Polizeipräsidium Mannheim: Zuständigkeit, Reviere und Ausrüstung

Das Polizeipräsidium Mannheim ist für die Sicherheit und den Schutz von über einer Million Einwohner zuständig. Alle Informationen über Wachen, Ausrüstung und Geschichte.

  • Das Polizeipräsidium Mannheim ist für Mannheim, Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis zuständig.
  • Zu dem Präsidium gehören 17 Reviere, 27 Posten und zwei Autobahnreviere.
  • Alle Infos zur Geschichte, den Präsidenten und der Ausrüstung.

Die beiden Großstädte Mannheim und Heidelberg sowie der Rhein-Neckar-Kreis haben zusammen über eine Million Einwohner. All diese Menschen haben eine Gemeinsamkeit – das Polizeipräsidium Mannheim ist für ihre Sicherheit zuständig! Der Zuständigkeitsbereich umfasst eine Fläche von rund 1.315 Quadratkilometer, in denen 17 Polizeireviere, 27 Polizeiposten und zwei Autobahnpolizeireviere liegen. Insgesamt arbeiten über 2.600 Menschen für das Polizeipräsidium Mannheim. Doch wie hat sich dieser Bereich entwickelt und wie ist er organisiert? Und welche Ausrüstung benutzt die Polizei überhaupt, um gegen die Verbrecher aller Art vorzugehen? 

Polizei Mannheim: Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Deutschen Reichs im Jahr 1945 übernahm die amerikanische Besatzungsmacht die Wahrnehmung aller staatlichen Gewalt in Baden-Württemberg. Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern musste eine Gemeindepolizei aufstellen und für Gemeinden unter 5.000 Personen gab es eine Landespolizei. Das änderte sich im April 1952 mit dem neuen Polizeigesetz, durch das nur noch Städte mit mehr als 75.000 Bewohnern eine eigenen kommunalen Polizeivollzugsdienst haben durften. In Baden-Württemberg waren es Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Pforzheim. In den 60er und 70er Jahren wurde darüber diskutiert, ob diese Aufgabe wieder zurück an das Bundesland gehen soll – auch wegen zu hoher Kosten. Doch mit der Verstaatlichung der Polizei 1972 in Mannheim und 1973 in Stuttgart endete diese Diskussion. 

Bei den zwei großen Reformen der Polizei nach dem Jahrtausendwechsel spielte Mannheim weiterhin eine große Rolle. Bei der Verwaltungsreform 2005 wurde die Wasserschutzpolizeiinspektionen aufgelöst und die Aufgaben übernahm das Regierungspräsidium Karlsruhe am Sitz Mannheim. Durch die Polizeistrukturreform 2012 wurden zwölf regionale Polizeipräsidien und Verkehrspolizeidirektionen eingerichtet – beide auch in der Quadratestadt. Auf Grundlage der Reform wurden dann am 1. Januar 2014 das Polizeipräsidium Mannheim und die Polizeidirektionen Heidelberg zusammengelegt. Die Kriminalpolizeidirektion befindet sich seitdem in Heidelberg. 

Polizei Mannheim: Reviere und Polizeiposten

Polizeireviere sind Dienststellen, die in einem geografisch festgelegten Bereich ihren Aufgaben nachkommen. Sie sollten so gelegen sein, dass ein Ereignisorten innerhalb des Revierbereichs in etwa 15 Minuten erreicht werden kann. Polizeiposten sind meistens in Stadtteilen oder kleineren Orten in der Umgebung eines Polizeireviers eingerichtet. Meist sind sie nur tagsüber besetz, in Mannheim aber rund um die Uhr. 

Das Polizeipräsidium in L6 wird seit 2018 umgebaut. (Archivfoto)

Reviere und Posten im Präsidium Mannheim:

  • Eberbach.
  • Heidelberg-Mitte.
  • Heidelberg-Nord.
  • Heidelberg-Süd mit den drei Polizeiposten Eppelheim, Heidelberg-Emmertsgrund und Heidelberg-Wieblingen.
  • Hockenheim mit dem Polizeiposten Neulußheim.
  • Ladenburg mit den drei Polizeiposten Edingen-Neckarhausen, Heddesheim und Mannheim-Seckenheim.
  • Mannheim-Innenstadt.
  • Mannheim-Käfertal mit den zwei Polizeiposten Mannheim-Freudenheim und Mannheim-Vogelstang.
  • Mannheim-Neckarau mit den zwei Polizeiposten Brühl und Mannheim-Rheinau.
  • Mannheim-Neckarstadt.
  • Mannheim-Oststadt mit den zwei Polizeiposten Mannheim-Neuostheim/Flugplatz und Mannheim-Schwetzingerstadt.
  • Mannheim-Sandhofen mit den zwei Polizeiposten Mannheim-Schönau und Mannheim-Waldhof.
  • Neckargemünd mit den zwei Polizeiposten Meckesheim und Schönau.
  • Schwetzingen mit dem Polizeiposten Ketsch.
  • Sinsheim mit den zwei Polizeiposten Angelbachtal und Waibstadt.
  • Weinheim/Bergstraße mit den zwei Polizeiposten Hemsbach und Schriesheim.
  • Wiesloch mit den fünf Polizeiposten Leimen, Mühlhausen (Kraichgau), Sandhausen, St. Leon-Rot und Walldorf.

Weitere Einheiten des Polizeipräsidiums Mannheim

Im Zuständigkeitsbereich der Polizei Mannheim liegen zudem noch die Führungsgruppe, die Polizeihundeführerstaffel, die Einheit Gewerbe und Umwelt, die Besondere Aufbauorganisation Südosteuropa und die Einsatzzüge aus Mannheim und Heidelberg. Auch die Verkehrspolizeidirektion hat ihren Sitz in Mannheim und befehligt das Verkehrskommissariat Heidelberg, das Verkehrskommissariat Walldorf, die Verkehrsunfallaufnahme West, die Verkehrsüberwachung-Außenstelle Mannheim sowie das Autobahnpolizeirevier Mannheim. Am Mannheimer Hauptbahnhof befindet sich zudem noch ein Revier der Bundespolizei, das aber zur Polizeidirektion Stuttgart gehört. 

Die Hundestaffel der Polizei übt regelmäßig im Patrick Henry Village. (Archivfoto)

Polizeipräsidium Mannheim: Standort steht unter Denkmalschutz

Das Hauptgebäude des Polizeipräsidiums Mannheim liegt im Quadrat L6. Dort arbeiten über 400 Personen. Das Haus wurde im Jahr 1903 als Badisches Bezirksamt Mannheim eröffnet. Seit 1938 wird es von die Polizei genutzt. Damit auch das Führungs- und Lagezentrum mehr Platz bekommt, soll ein viertes Obergeschoss angebaut werden – doch das ist nicht so einfach. Denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz! Daher musste der Neubau genau mit der Denkmalschutzbehörde abgesprochen und geplant werden. Die geplanten Kosten beliefen zum Baustart im Jahr 2018 liegen bei etwa 9,3 Millionen Euro. Das Stockwerk soll noch dieses Jahr fertig werden. 

Neue Schaltzentrale im Polizeipräsidium Mannheim

Welche Fahrzeuge fährt die Polizei Mannheim?

Die Polizei Mannheim nutzt die selbe Ausrüstung wie alle anderen Präsidien in Baden-Württemberg. Laut dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg besitzt die Landespolizei über rund 5.200 Fahrzeuge verschiedener Modelle und Klassen. Diese werden aber ausgetauscht und ersetzt. „Neben dem MB E 220 CDI-T-Modell in silber-blauem Design gehören auch der VW Passat B7, die MB Transporter Vito und Sprinter sowie der VW Caddy zu den Standardstreifenwagen. Die Fahrzeuge verfügen über aktuellste Insassensicherheitssysteme, Digitalfunk und LED Sondersignaltechnik der neuesten Generation“, heißt es auf der Seite des Ministeriums. 

Welche Waffen nutzt die Polizei Mannheim

Auch hier gibt es Vorlagen vom Land Baden-Württemberg. Seit den 1970er Jahren wurde die Pistole Walther P5 genutzt. Diese wurde zwischenzeitlich aber durch die P2.000 von Heckler & Koch ersetzt. Auch die Maschinenpistolen wurden vor ein paar Jahren auf einen neuen Stand gebracht – der Grund war aber eher tragisch. Nach den Terroranschlägen am 13. November 2015 in Paris durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ reagierte die Landesregierung mit zwei Anti-Terror-Paketen. Dadurch erhielten Polizei, Verfassungsschutz und Justiz rund 200 zusätzliche Personalstellen und 30 Millionen Euro für zusätzliche Ausstattung.

Wir wollen unseren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten eine flexible Intervention gegen solche Täter – gerade auch aus der Distanz – ermöglichen. Hierzu statten wir die Polizei mit rund 3.000 leistungsfähigen Maschinenpistolen einschließlich elektronischer Zielhilfeeinrichtungen aus und eröffnen unseren Einsatzkräften damit erweiterte Handlungsmöglichkeiten“, erklärte Reinhold Gall, damaliger Innenminister von Baden-Württemberg. Die Maschinenpistolen des Typs Heckler & Koch MP5, die teilweise noch aus den 70er Jahren stammten, wurden ab 2017 durch die MP7 ersetzt. 

Liste der Polizeipräsidenten in Mannheim

  • Jakob Bader: 1932 bis 1933
  • Karl Heinrich Müller: 1933
  • Günther Sacksofsky: 1933
  • Hermann Ramsperger: 1933 bis 1940
  • Friedrich Habenicht: 1940 bis 1945
  • Rudolf Leiber: 1945 bis 1962
  • Alfred Stümper: 1962 bis 1971
  • Willi Menz: 1971 bis 1988
  • Knut Feldmann: 1988 bis 2007
  • Gerhard Klotter: 2007 bis 2011
  • Caren Denner: 2011 bis 2014
  • Thomas Köber: 2014 bis 2019
  • Andreas Stenger: Seit 2019

Besonderheiten der Polizeipräsidenten: 

  • Jakob Bader war bereits ab 1919 Polizeidirektor in Mannheim. Durch die Nationalsozialisten wurde er 1933 befördert und trat der NSDAP bei. 
  • Hermann Ramsperger war Mitglied der NSDAP und der SS, wo er den Rang des Brigadeführer erreichte. 
  • Friedrich Habenicht war gleichzeitig Polizeipräsident von Wuppertal-Elberfeld und SA-Brigadeführer. Außerdem kandidierte er für die NSDAP.
  • Willi Menz erhielt 1985 den Mannheimer Bloomaulorden verliehen. Zudem bekam er von der US-Army die Host Nation Scroll of Appreciation“-Urkunde und -Medaille, weil er sich gegen die Diskriminierung von US-Soldaten in öffentlichen Einrichtungen und Lokalen engagierte. 
  • Gerhard Klotter stieg nach seiner Arbeit in Mannheim zum Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg auf. 
  • Caren Denner musste ihre Stelle in Mannheim aufgeben, weil sie keine Polizistin, sondern Juristin war. Das war nach der Polizeistrukturreform im Jahr 2014 nicht mehr erlaubt. Am 1. Juli 2018 trat sie aber eine weitere Stelle an – und zwar als Leiterin des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Damit ist sie die einzige Frau, die eines der zwölf baden-württembergischen Polizeipräsidien leitet!
  • Thomas Köber war 2009 im Planungsstab zur Vorbereitung des Polizeieinsatzes anläßlich des NATO-Gipfels.
  • Andreas Stenger war von 2014 bis 2018 Leiter des Kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg.

dh

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Robin Eichelsheimer

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