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Mannheim: Solidaritäts-Kundgebung am Paradeplatz – „Das Undenkbare ist passiert“

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Von: Fabienne Schimbeno, Daniel Hagen

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Russland greift die Ukraine an. Anlässlich Putins Vormarsch haben sich viele Menschen auf dem Paradeplatz in Mannheim versammelt, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden:

Update vom 2. März: Da der Angriff auf die Ukraine durch Russland unvermindert weitergeht, steigen am Samstag (5. März) zwei große Schweigemärsche zum Ehrenhof des Mannheimer Schlosses, wo eine große Friedenskundgebung stattfindet.

Update vom 25. Februar: Auch am Freitag (25. Februar) wird es in Mannheim eine Solidaritätskundgebung mit der Ukraine geben. Die Demo wird ab 18 Uhr unter dem Motto „Frieden, Solidarität und Zusammenhalt ‒ stoppt Putin“ am Toulonplatz stattfinden.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner309.370 (Stand: 2019)
Fläche145 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Update vom 24. Februar, 21:15 Uhr: „Solidarität mit der Ukraine“, „Ukraine ist Europa“, „Stop the war“ – das sind nur ein paar der vielen Schilder, die die Menschen in Mannheim am Donnerstagabend (24. Februar) auf dem Paradeplatz in die Höhe halten. Um kurz nach 17 Uhr füllt sich der Platz um die Grupello-Pyramide. Etwa 250 Menschen nehmen an der Demonstration teil: Große wie Kleine, Bürger wie Politiker, Deutsche wie Ukrainer. Bei der öffentlichen Kundgebung geht es den Anwesenden nur um eines: Frieden für die Ukraine und Europa. Die Stimmen zum Krieg und Putins unwahrscheinlicher Kaltschnäuzigkeit:

Mannheim: Solidaritäts-Kundgebung am Paradeplatz – mehrere Mannheimer Politiker vor Ort

„Was für ein düsterer Tag“ – so beginnt die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori (SPD) ihre Rede vor rund 250 Menschen. Mehrere Politiker aus Mannheim zeigen am Donnerstagabend auf dem Paradeplatz ihre Solidarität mit der Ukraine, darunter Grünen-Politiker Gerhard Fontagnier, Stadtrat Chris Rihm (Bündnis 90/Die Grünen), Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD) und viele weitere.

Solidaritäts-Kundgebung in Mannheim: Rund 250 Menschen haben sich am Donnerstag (24. Februar) auf dem Paradeplatz versammelt, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden.
Solidaritäts-Kundgebung in Mannheim: Rund 250 Menschen haben sich am Donnerstag (24. Februar) auf dem Paradeplatz versammelt, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. © MANNHEIM24/Fabienne Schimbeno

„Ich gehöre einer Generation an, die ernsthaft geglaubt hat, Krieg in Europa sei keine reale Option mehr. Heute ist das bisher Undenkbare passiert: Putin ist mit militärischen Kräften von Russland und Belarus in die Ukraine einmarschiert“, fasst Isabel Cademartori die politische Situation in Russland und der Ukraine zusammen. In den letzten Wochen haben der Bundeskanzler und die Außenministerin gemeinsam mit den Partnern der Europäischen Union und der NATO alle diplomatischen Kanäle erschöpft und alles versucht, um Putin von seinem Vorhaben abzubringen, so die Bundestagsabgeordnete. Doch zwecklos. Putin hatte kein Interesse an einer friedlichen Lösung.

Mannheim: Solidaritäts-Kundgebung am Paradeplatz – „Heute ist das Undenkbare passiert“

„Wir haben Krieg in Europa und Putin trägt dafür die Verantwortung“, verkündet Isabel Cademartori am Donnerstagabend auf dem Paradeplatz in Mannheim. Die SPD-Politikern fordert daher ganz klar: „Wir, die Europäische Union, gemeinsam mit unseren Partnern, müssen unsere regelbasierte Ordnung deshalb mit aller Macht und Entschlossenheit verteidigen, gegen eine Weltordnung, in der nur noch das Recht des Stärkeren gelten soll“.

Im Anschluss an Isabel Cademartori spricht der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Konrad Stockmeier (FDP). Auch er verurteilt den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste. Dieser Angriff breche auf allerschwerste Weise das Völkerrecht, es sei ein Angriff auf die europäische Friedensordnung insgesamt. Konrad Stockmeier und Isabel Cademartori würden daher in einer Sondersitzung des Bundestags am Sonntag (27. Februar) parteiübergreifend für Frieden und Freiheit eintreten.

Mannheim: Solidaritäts-Kundgebung am Paradeplatz – ein ukrainischer Teilnehmer kämpft mit den Tränen

Die Menge applaudiert. Nachdem auch Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin Elke Zimmer (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Grünen-Politiker Gerhard Fontagnier ihre Solidarität mit der Ukraine kundgetan haben, wird das Mikrofon für die Bürgerinnen und Bürger freigegeben. Diverse Menschen treten aus der Menge, stellen sich auf die Grünanlage am Paradeplatz und sprechen ihre Gedanken aus. Mitgefühl, Sensibilität, Forderung – die Bürgerinnen und Bürger stellen sich klar auf die Seite der Ukraine und verteufeln Putins fürchterliches Vorgehen wie auch dessen Anhänger. Manche berichten vom Austausch mit Freunden aus der Ukraine, die mit aller Kraft versuchen, das Land zu verlassen.

Plötzlich tritt ein Mann hervor. „Ich heiße Alexander, ich bin Ukrainer und komme aus Kiew“. Applaus aus dem Publikum. „Ihr könnt euch vorstellen, wie schwer es für mich ist, hier zu reden. Denn ich weiß, dass mein Staat, meine Heimatstadt gerade bombardiert werden“. Mit gebrochener Stimme versucht er den Versammelten zu erklären, was Putin mit seinem Krieg gegen die Ukraine erreichen will. „Ist doch offensichtlich“, sagt der Ukrainer. Putin wolle Rache und die im Kalten Krieg verlorenen Gebiete zurückerobern. Alexander hält während seiner Rede kurz inne, kämpft sichtlich mit den Tränen.

„Ich möchte, dass jeder, der in Deutschland wohnt, in Europa lebt, versteht und das ist das wichtigste: Wenn die Ukraine fällt, ist Polen als nächstes dran und die Baltikum-Staaten auch und dann müsst ihr eingreifen. Man darf nicht zulassen, dass die Ukraine fällt“. Die nächste öffentliche Kundgebung anlässlich des Ukraine-Kriegs findet bereits am Freitag (25. Februar) um 18 Uhr auf dem Toulonplatz in Mannheim statt. Eine weitere sei außerdem für Samstag (26. Februar) geplant. Zeit und Ort sind noch nicht bekannt. (fas)

Mannheim: Krieg in der Ukraine – Solidaritäts-Kundgebung am Paradeplatz geplant

Erstmeldung vom 24. Februar, 13:00 Uhr: Am Donnerstag (24. Februar) hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine „Militäroperation“ im Nachbarland Ukraine gestartet. Damit sind die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden – die Krise wird zum Krieg! Um den Bewohnern des Landes moralisch beizustehen, findet heute Abend eine Kundgebung am Paradeplatz in Mannheim statt. Die Partei - und Bündnisübergreifende Veranstaltungen unter dem Motto „Kein Krieg in der Ukraine - Solidarität jetzt!“ findet ab 17 Uhr statt. Wie der Mannheimer Morgen berichtet, werden die Mannheimer Bundestagsabgeordneten Isabel Cademartori (SPD) und Konrad Stockmeier (FDP) vor Ort Reden halten. Weitere Beiträge seien derzeit noch in Planung.

„Es herrscht wieder Krieg auf europäischen Boden. Deutschland und der Westen dürfen die Menschen in der Ukraine nicht mit den Gewalttaten der autokratischen russischen Regierung allein lassen, die mit ihrem Angriff auf eine Demokratie die Angst vor ihrem eigenen Volk verschleiern möchte“, heißt es in der Einladung zu der Solidaritätskundgebung. Um 19 Uhr findet auch am Heidelberger Bismarckplatz eine Versammlung für die Ukraine statt. (dh)

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