Polizei muss Verkehr regeln

Motorrad-Demo in Karlsruhe: 8.000 Biker sorgen für Chaos

Friedrichshafen/Mannheim - Aufgrund der „Initiative Motorradlärm“ demonstrieren heute hunderte Biker. Sie haben Angst vor Fahrverboten und weiteren Einschränkungen.

  • Die „Initiative Motorradlärm" will beschränkte Fahrverbote erreichen.
  • Die Gruppe „Biker for Freedom" stellt sich dagegen und organisiert eine Motorrad-Demo.
  • Fast 8.000 Biker fahren nach Karlsruhe zum Bundesverfassungsgericht.

Update vom 5. Juli: Die Motorrad-Demo hat in Karlsruhe für jede Menge Chaos gesorgt. Denn völlig unerwartet ist die Innenstadt von 7.000 bis 8.000 Bikern bevölkert gewesen. Diese sind nach einer Auftaktkundgebung an der Neuen Messe in Rheinstetten in Kleingruppen zum Bundesverfassungsgericht gefahren. Wegen der gewaltigen Anzahl an Demo-Teilnehmern muss die Polizei Streifenwagenbesatzungen aus dem Stadt- und Landkreis zusammenziehen, die das Verkehrschaos in der Innenstadt regeln sollen.

Nach Durchsagen an die Motorradfahrer in Rheinstetten verlassen spontan mehrere Demonstranten die Versammlung in Richtung Innenstadt Karlsruhe. Teilweise sind sie dabei in Gruppe von bis zu 500 Bikes unterwegs! Die Polizeibeamten müssen dauerhaft verkehrsregelnd eingreifen, es kam außerdem zu wiederholten Verkehrsverstößen. Bis zu 3.000 Biker treffen sich dann am Bundesverfassungsgericht, um dort ihre Thesen auszuhängen. Gegen 15:30 ist die Demo beendet und es kehrt wieder Ruhe in Karlsruhe ein.

Motorrad-Demo in Baden-Württemberg: Bis zu 10.000 Biker in Karlsruhe

Update von 16:00: Unter dem Motto „Wir sind gegen das geplante Fahrverbot für Motorräder“ haben auch in Hessen tausende Biker an der Motorrad-Demo teilgenommen. Die Polizei schätzt die Anzahl der Teilnehmer auf 7.500, die Betreiber auf sogar 10.000! Eigentlich sind gerade einmal 3.000 erwartet worden. Die Biker übergeben den Veranstaltern zufolge auch eine Petition an einen Vertreter des hessischen Wirtschaftsministeriums in Wiesbaden. Laut Polizei habe es keine größeren Probleme gegeben. Während der Demo sind mehrere Straßen gesperrt worden, wodurch es zu Staus gekommen ist. Bundesverkehrsminister Andreas
Scheuer hat sich gegen weitere Verbote für Motorradfahrer ausgesprochen. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im hessischen Landtag, Stefan Naas, forderte zudem die Landesregierung auf „deutlich zu machen, dass es ein pauschales
Fahrverbot in Hessen nicht geben“ werde.

Motorrad-Demos in Deutschland: Initiative fordert härtere Vorgehensweise gegen Biker

Erstmeldung von 12:00: „Wir ridern easy über Berg und Tal, stoppen kann uns nur ein Begrenzungspfahl“, sangen 1990 schon die Rocker von Torfrock für den Film „Werner - Beinhart“. Seitdem sind 30 Jahre vergangen und wir befinden uns in der Zeit des Klimaschutzes und der Lärmbekämpfung. Ein Zusammenschluss von Menschen in Baden-Württemberg könnte es zudem schaffen, die Biker zu stoppen – und zwar mit der „Initiative Motorradlärm". Zu der haben sich mehr als 100 Städte, Gemeinden und Landkreise zusammengeschlossen. Ihre Ziele: geänderte Zulassungsregelungen für Motorräder und drastischere Strafen für Manipulationen an Motoren, Verkehrsverbote und stärkere Kontrollen! Dagegen wollen die Biker vorgehen – mit einer Demo. Darüber berichtet MANNHEIM.de*.

Motorrad-Demo in Baden-Württemberg: Beschränkte Fahrverbote werden geprüft

Die Bundesländer haben sich Mitte Mai dafür eingesetzt, dass Motorräder weniger Lärm verursachen. So sollen die zulässigen
Geräusch-Emissionen auf einen Wert begrenzt werden, der in etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkw oder eines Rasenmähers entspricht. Zudem will der Bundesrat beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen einführen. Die Bundesregierung will allerdings noch darüber entscheiden.

Die Mitglieder der „Initiative Motorradlärm“ sind genervt von den lauten Motorrädern, die bei schönem Wetter an Wochenenden und Feiertagen die Ruhe stören. Als Lärm-Hotspots in Baden-Württemberg gelten vor allem landschaftlich reizvolle und kurvige Strecken wie auf der Schwäbischen Alb, im Schwarzwald und Odenwald sowie die Löwensteiner Berge und die Bergstraße.

Motorrad-Demo in Baden-Württemberg: Tausende Biker fahren zum Bundesverfassungsgericht

Doch die Biker sind natürlich nicht mit den Forderungen und den drohenden Wochenend- und Feiertags Fahrverboten einverstanden. Für viele gehört es einfach zum Lebensgefühl, zusammen mit Freunden bei schönem Wetter ins Grüne zu düsen. Das soll ihnen nun genommen werden! Aus diesem Grund hat die Gruppe „Biker for Freedom“ für Samstag (4. Juli) eine Motorrad-Demo angekündigt.

Hunderte Biker versammeln sich in Mannheim.

Start der Demonstration ist die Messe in Friedrichshafen, anschließend fahren die Biker über Meersburg, Überlingen, Radolfzell und Singen nach Engen im Kreis Konstanz. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 1.000 Teilnehmern. Auch an anderen Orten in Deutschland sollen solche Demos stattfinden. In Mannheim-Neckarau haben sich am Morgen bereits etwa 700 Fahrer eingefunden. Diese fahren bis zum Platz der Grundrechte in Karlsruhe, um dort gegen 15 Uhr ein Thesenpapier am Bundesverfassungsgericht anzubringen. Weitere Startpunkte der „Sternfahrt“ befinden sich in Filderstadt und Niedereschach „Auf unserer Fahrt wollen wir „ANSTÄNDIG FAHREN“ demonstrieren. Drehzahlstakato und offene Rohre sind fehl am Platz und nicht gern gesehen“, schreiben die Veranstalter. (pri/dpa/dh) *MANNHEIM24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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