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Nach Maskenpflicht-Ende in Mannheim: Ist der Mundschutz immer noch Alltags-Begleiter?

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Von: Fabienne Schimbeno

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Mannheim - Am Sonntag (3. April) sind fast alle Corona-Maßnahmen gefallen, auch die Maskenpflicht. Wie aber sieht es am Montag in der City aus? Trägt man trotzdem noch Mundschutz?

Seit dem 3. April gilt das neue Infektionsschutzgesetz. Neben G-Regeln, Kontakt- und Zugangsbeschränkungen ist auch Masketragen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens kein Thema mehr. Auch in Mannheim geht man den Weg der Lockerung. Bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel in städtischen Einrichtungen, herrscht keine Maskenpflicht mehr. Wie aber gehen Bürger, Händler und Gastronomen mit der neuen Regelung um? MANNHEIM24 war vor Ort und hat sich ein Bild gemacht:

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner309.721 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche144,97 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: Trotz Ende der Maskenpflicht – viele halten Mund und Nase bedeckt

Montag, 12:30 Uhr in der Mannheimer Innenstadt: Die City füllt sich so langsam, viele haben vermutlich Mittag. Bei REWE im Stadthaus N1 gehen die Leute ein und aus. Fast alle tragen Maske. So auch zwei Damen Mitte 30: Sie sind gerade auf dem Weg in den Supermarkt und haben die Maske schon vorm Betreten des Ladens aufgesetzt.

„Weil ich mich und andere schützen möchte und die Inzidenzen weiterhin sehr hoch sind. Und noch dazu bin ich schwanger“, antwortet eine der beiden Frauen auf die Frage, warum sie trotz Ende der Maskenpflicht Mundschutz trägt. „Einfach, um vorsichtig zu sein“, ergänzt die zweite im Bunde. Man habe in der Vergangenheit viele Freunde und Bekannte gehabt, die an dem Coronavirus erkrankt sind. Deshalb wolle man kein Risiko eingehen.

Die Mannheimer Planken am Montagmittag (4. April).
Die Mannheimer Planken am Montagmittag (4. April). © MANNHEIM24/Fabienne Schimbeno

„Fühlt sich unwohl an“: Mannheimer Bürger über das Ende der Maskenpflicht

Drei Teenager, die aus dem Supermarkt kommen, sehen das ähnlich: Auch sie tragen Maske. „Ich erachte das immer noch als sinnvoll“, erklärt der eine. Sein Kumpel stimmt ihm zu: „Man ist es nach zwei Jahren gewohnt, Maske zu tragen“. Und auch ein Mädchen, das in der Gruppe dabei ist, sagt: „Es fühlt sich unwohl an ohne Maske“.

Geht man die Planken entlang, zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Auch bei dm und Müller kommen die meisten Leute mit Mund-Nasen-Bedeckung raus oder gehen mit dem Mundschutz rein. Ein älteres Ehepaar ist sich sicher: „Wir behalten die Maske auf“ – auch wenn die Zahlen wieder sinken sollten. „Wir sind ja auch im entsprechenden Alter“, erklärt die Frau. Das Paar ist zwar viermal geimpft, dennoch möchte man Vorsicht walten lassen.

Mannheim: „Haben doch schon alles durchgemacht“ – deshalb tragen andere keine Maske

Eine Kundin im Bekleidungsgeschäft AppelrathCüpper sieht das ein wenig anders: Sie ist froh, keine Maske mehr tragen zu müssen. „Man fühlt sich endlich wieder frei und lebendig“, erklärt sie auf Nachfrage von MANNHEIM24. Sie sei dreifach geimpft, wenn man sich anstecken würde, dann passiere das mit und ohne Maske.

„Wir haben doch schon alles durchgemacht: Mit Maske, mit Lockdown sind die Zahlen nach oben gegangen. Ich denke nicht, dass sich jetzt viel verändern wird“. Im Bekleidungsgeschäft AppelrathCüpper bleibt es jedem Kunden selbst überlassen, ob er Maske trägt oder nicht – ebenso den Mitarbeitern. „Wir haben uns erstmal bei den anderen Geschäften informiert, wie sie das handhaben, und das dann mit unseren Mitarbeitern kommuniziert“, erklärt die stellvertretende Filialleitung auf Anfrage.

Mannheim: Trotz Ende der Maskenpflicht kommen viele Leute mit Maske aus den Geschäften.
Mannheim: Trotz Ende der Maskenpflicht kommen viele Leute mit Maske aus den Geschäften. © MANNHEIM24/Fabienne Schimbeno

Mannheim: Nach Maskenpflicht-Ende – so gehen Geschäfte und Gastro mit der neuen Regelung um

Ihrem ersten Eindruck nach sind viele Kunden mit Maske unterwegs, ihre Mitarbeiterinnen tragen zum größten Teil auch Mund-Nasen-Schutz. Nicht weit von AppelrathCüpper befindet sich das beliebte Café boland‘s in Mannheim. Schon beim Betreten fällt auf, dass der Großteil der Belegschaft keine Maske trägt. „Wir lassen unsere Mitarbeiter im Moment selbst entscheiden“, sagt der Geschäftsführer Ronny Boland.

Man müsse schauen, wie sich die Zahlen entwickeln. „Aber erstmal etwas Freiheit geben“, erklärt der Cafébetreiber. Er selbst trägt nach wie vor FFP2-Maske. „Ich habe viele Monate an Corona gelitten“, offenbart Ronny Boland. Das Tragen einer Maske erachtet er als sinnvoll. Jeder sollte aber für sich selbst entscheiden können, ob er sie aufsetzt oder nicht.

Lockerungswelle: Baden-Württemberg verzichtet auf Hotspot-Regelung

Wie die Landesregierung am Dienstag (29. März) beschlossen hat, wird es in Baden-Württemberg keine Hotspot-Regelung geben. Das heißt, unabhängig davon, wie hoch die Inzidenzen in den Land- und Stadtkreisen sind, greifen keine weiteren Corona-Maßnahmen. Die grün-schwarze Koalition hatte insbesondere kritisiert, dass im neuen Infektionsschutzgesetz nicht klar definiert ist, was explizit als Hotspot angesehen wird und was nicht.

Das neue Gesetz sei „handwerklich schlecht gemacht und schwerfällig“, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann im SWR-Interview. Der Grünen-Politiker appellierte dennoch an die Bevölkerung, auch in Innenräumen weiterhin Maske zu tragen: „So schützen wir nicht nur die eigene Gesundheit, sondern zeigen auch Solidarität in der Gemeinschaft“, so Kretschmann. (fas)

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