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Tödlicher Polizeieinsatz in Mannheim: Rund 175 Personen bei Gedenkzug – weniger als gedacht

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Von: Fabienne Schimbeno

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Mannheim - Wegen des tödlichen Polizeieinsatzes auf dem Marktplatz im Mai hatte die Initiative „2. Mai Mannheim“ am Samstag zu einem Gedenkzug aufgerufen. Dabei kamen weniger als geplant:

Update vom 6. November, 10:05 Uhr: Wie aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, soll der Gedenkzug durch die Mannheimer Innenstadt anlässlich des tödlichen Polizeieinsatzes am Marktplatz am Samstag deutlich kleiner ausgefallen sein als geplant. Erwartet waren rund 1.000 Menschen, rund 175 zogen schlussendlich durch die Innenstadt. Zuvor hätten sich etwa 120 Menschen versammelt. Die Initiative „2. Mai Mannheim“ hatte zu einer Demo gegen Polizeigewalt aufgerufen.

Wegen der Demonstration kam es zu Verkehrsproblemen in der Innenstadt. Ansonsten soll es zunächst keine besonderen Vorkommnisse gegeben haben, so ein Polizeisprecher laut DPA.

Nach tödlichem Polizeieinsatz in Mannheim: Gedenkzug durch Innenstadt geplant

Erstmeldung vom 5. November, 10:04 Uhr: Es ist ein schrecklicher Vorfall, der sich am 2. Mai diesen Jahres in Mannheim ereignet: Ein psychisch kranker Mann wird bei einem Polizeieinsatz am Marktplatz tödlich verletzt. Einsatzkräfte hatten den Mann zuvor am Boden fixiert. Wie mindestens ein belastendes Video zeigt, soll einer der Beamten dem Fixierten auf den Kopf geschlagen haben.

Demo nach tödlichem Polizeieinsatz in Mannheim: Wann und wo es losgeht

Weil der Vorfall noch immer präsent in den Köpfen der Menschen ist, ruft die Initiative „2. Mai Mannheim“ zu einem Gedenkzug durch die Mannheimer Innenstadt auf. Geplant ist die Mahnwache für Samstag (5. November), 14 Uhr. Los geht es am Alten Messplatz und von dort aus durch die Innenstadt bis zum Marktplatz.

Bei der Demo werden nach Angaben der Stadt rund 1.000 Menschen erwartet. Die Zivilgesellschaft wolle konkrete Forderungen stellen, damit psychisch erkrankte Menschen nicht durch Polizeigewalt sterben, kündigte die Initiative „2. Mai Mannheim“ laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur an.

Blumen vor einem Supermarkt.
Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in Mannheim wurden Blumen und Kerzen ausgelegt. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe

Tödlicher Polizeieinsatz in Mannheim: Staatsanwaltschaft äußert sich zu Ende der Ermittlungen

Mitte September war durch die Staatsanwaltschaft Mannheim bekannt geworden, dass der Verstorbene nicht eines natürlichen Todes gestorben sei. Wie die Ermittlungen ergaben, soll der 47-Jährige an einer „lage- und fixationsbedingten Atembehinderung mit konsekutiver Stoffwechselentgleisung in Kombination mit einem Ersticken durch eine Blutung in die oberen Atemwege“ verstorben sein.

Ein Sprecher der Behörde teilte vor wenigen Tagen mit, dass „das Verfahren noch nicht abgeschlossen“ sei. Das ergibt sich aus den Informationen der DPA-Meldung. „Wir streben einen Verfahrensabschluss möglichst noch vor Jahresende an“, heißt es.

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Die „2. Mai Mannheim“-Initiative kritisierte derweil, die Polizisten hätten die Atembehinderung und die Blutung verursacht. „Sie sollen zur Rechenschaft gezogen werden“, heißt es. Die brutale Tat und die Todesursache dürfe nicht verharmlost werden. „Hier darf nicht weggeschaut werden“, so die Initiative weiter. Innenminister Strobl hatte derweil „gründliche Aufklärung“ im Fall des tödlichen Polizeieinsatzes am Marktplatz versprochen. (fas mit dpa)

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