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„Erschütternder Fall“ – Grüne wollen tödlichen Polizeieinsatz in Mannheim als Thema im Landtag

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Von: Marten Kopf

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Mannheim - Ein neues Gutachten zum Tod eines 47-Jährigen nach einer Polizeikontrolle am Marktplatz erschüttert – auch die Politik. Nun soll der Fall Thema im Landtag werden.

Gut vier Monate nach dem Tod eines Mannes infolge eines Polizeieinsatzes in Mannheim soll sich das Parlament mit dem Fall befassen. „Wir Grüne haben beantragt, dass sich der Innenausschuss des Landtags in der kommenden Woche mit den neuesten Erkenntnissen in diesem traurigen und erschütternden Fall auseinandersetzt“, so Oliver Hildenbrand, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. „Die Ermittlungen müssen mit größter Sorgfalt fortgesetzt und die Aufklärung mit größter Konsequenz betrieben werden.“

Tödlicher Polizeieinsatz am Marktplatz Mannheim: 47-Jähriger stirbt in Klinik

Rückblick: Am 2. Mai dieses Jahres bittet ein Arzt des in der Mannheimer Innenstadt gelegenen Zentralinstituts für seelische Gesundheit (ZI) die Polizei um Hilfe. Ein Patient sei verschwunden und brauche möglicherweise Hilfe. Zwei Beamte entdecken den Mann schließlich am Marktplatz, der 47-Jährige aber widersetzt sich. Viele Menschen in Cafés und Restaurants in unmittelbarer Nähe beobachten den Vorfall.

Der Versuch der Festnahme endet für den ZI-Patienten tödlich, er verstirbt wenig später in einem nahegelegenen Krankenhaus. Der Fall entfacht seinerzeit eine bundesweite Diskussion um Polizeigewalt. Im Netz nämlich tauchen schon kurze Zeit später diverse Handy-Videos des Einsatzes in Mannheim auf. Die Szenen dort sind nicht schön anzusehen. So ist auf einem der Videos deutlich zu erkennen, wie einer der Beamten dem schon am Boden fixierten Mann mehrfach mit der Faust ins Gesicht schlägt.

Toter nach Polizeieinsatz am Marktplatz: „Nicht natürlicher Tod“

Laut vorläufiger Bewertung eines neuen Gutachtens war eine „lage- und fixationsbedingte Atembehinderung“ mit darauf folgender Stoffwechselentgleisung die Todesursache, wie die Staatsanwaltschaft Mannheim am Mittwoch (14. September) mitteilt. Ein Ersticken durch eine Blutung in die oberen Atemwege sei noch dazugekommen. Der Tod sei also nicht natürlich gewesen.

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Die beiden Beamten waren in der Folge vom Dienst suspendiert worden. Gegen die Mannheimer Polizisten wird inzwischen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt mit Todesfolge ermittelt. Am Ort des Geschehens versammelten sich später hunderte Menschen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. (mko/dpa)

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