Soziales Secondhand-Kaufhaus

Steht das „Markthaus“ in Mannheim vor dem endgültigen Aus? 

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Schließt das soziale Secondhand-Kaufhaus „Markthaus“ bald seine Pforten?

Mannheim - Seit 20 Jahren setzt sich das Recycling Kaufhaus „Markthaus“ für Behinderte und Bedürftige ein. Doch jetzt müssen sie um ihre Existenz kämpfen. 

Update vom 19. Juli: Diese Woche finden die ersten Gespräche zwischen Markthaus und Insolvenzverwalter statt. Auf Anfrage von MANNHEIM24 äußern sich jetzt auch die anderen politischen Parteien über die Insolvenz des Markthauses – und eines haben alle gemeinsam: niemand will, dass das Markthaus schließt. Für Stadtrat Chris Rihm von der CDU erfüllt das Markthaus „einen großartigen gesellschaftspolitischen Beitrag“ und er hofft, dass der Betrieb gesichert werden kann. Allerdings findet Rihm, dass die Insolvenz auch Konsequenzen haben muss: Wurde hier schlecht gewirtschaftet? Wer hat dies zu verantworten? In der Tat wurde der ehemalige Geschäftsführer Thomas Weichert vor nicht all zu langer Zeit von Sabine Neuber abgelöst. Ob dies mit der Insolvenz zusammenhängt, bleibt zu diesem Zeitpunkt Spekulation.

Auch die Grünen Stadträtin Elke Zimmer steht voll und ganz hinter dem Markthaus. Für sie hat der Erhalt der inklusiven Arbeitsplätze „oberste Priorität“. Auch Zimmer möchte wissen, wie es zu dem finanziellen Ruin der sozialen Institution kommen konnte – für sie ist es allerdings zu früh, um die Faktoren zu erkennen. 

Auf die Frage wie denn die Stadt auf die Insolvenz reagieren könne, antworten beide Politiker entsprechend vage. So möchten die Grünen, dass die Stadt den „Prozess konstruktiv begleitet und ein neues tragfähiges Konzept unterstützt.“ Ob dabei Fördergelder vonseiten der Stadt rausspringen, lassen sie offen. 

Update vom 16. Juli: Das „Markthaus“ Mannheim ist insolvent – so viel ist seit dem Wochenende bekannt. Jetzt werden die ersten Stimmen laut, die den sozialen Inklusionsbetrieb retten wollen, so wie Dr. Stefan Fulst-Blei. Für den SPD-Landtagsabgeordneten ist das Markthaus „zu wertvoll, um zu sterben!“  Denn hier hätten „Beschäftigte mit Einschränkungen ein würdevolles Auskommen“, was letztlich die gesamte Kommune stabilisiert. Deshalb fordert der Sozialdemokrat, dass die Stadt prüfen soll, ob sie einen Unterstützungsfond zur Rettung des Markthauses einrichten könne – es gehe schließlich um „eine Art der Daseinsfürsorge“. Es sei verständlich, dass gemeinnützige Unternehmen nicht immer über genügend finanzielle Mittel verfügen, um in der heutigen Marktwirtschaft zu überleben: „Letztendlich geht es hier um eine Liquiditätskrise und nicht um Überschuldung“, so Fulst-Blei.

Markthaus Mannheim meldet Insolvenz an

Für viele Mannheimer ist das Secondhand-Kaufhaus „Markthaus“ in Mannheim ein wahrer Segen, denn hier kann man günstig, individuell und nachhaltig einkaufen – und das für einen guten Zweck. Seit über 20 Jahren gibt es das Markthaus in der Floßwörthstraße in Mannheim-Neckarau, das mittlerweile über 115 Mitarbeiter mit und ohne Behinderungen beschäftigt. Doch im Juli 2019 kommt die schockierende Nachricht: Das Markthaus in Mannheim muss Insolvenz anmelden! Auf Anfrage von MANNHEIM24 bestätigt dies ein Mitarbeiter von „Markthaus“ Mannheim – auch im Dortmunder Insolvenz-Versteigerungskalendar wird das Markthaus Mannheim aufgelistet. Wie es dazu kommt, dass das soziale Kaufhaus in Mannheim pleite geht, ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht bekannt.

Eine „Markthaus“-Mitarbeiterin erzählt gegenüber MANNHEIM24, dass sie und ihre Kollegen in Mannheim am 4. Juli über die Insolvenz informiert worden sind. Was die Insolvenz jedoch für die Mitarbeiter bedeutet, soll bisher jedoch nicht klar kommuniziert worden sein. 

Abgesehen vom Secondhand-Kaufhaus in Mannheim-Neckarau betreibt das Markthaus auch weitere Läden in Wallstadt, Weinheim, Friedrichsfeld, Neckarhausen und Lindenfels.

Mannheim: Markthaus gemeinnützige GmbH meldet Insolvenz an

Als staatlich anerkannter Inklusionsbetrieb beschäftigt Markthaus unter anderem Menschen mit Behinderungen, psychische Handicaps oder Lernschwierigkeiten – wie es für ihre Mitarbeiter nach der Insolvenz weitergeht, ist noch nicht geklärt.

Ob Möbel, Klamotten oder Bücher: Im Markthaus Mannheim werden gespendete Waren kostengünstig verkauft und die dadurch erzielten Gewinne kommen der gemeinnützigen GmbH zu gute. Aber auch in der Nahversorgung mit Lebensmitteln spielt Marktkauf in der Region eine wichtige Rolle ganz nach dem Motto „Sozial. Nah. Frisch.“ Besonders für ältere Menschen oder Familien mit Kindern, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sind Markthaus Lebensmittelläden eine große Erleichterung.

Mannheim: Schließt das Secondhand-Kaufhaus „Markthaus“ bald seine Pforten?

In den vergangenen Jahren hat sich das Markthaus Mannheim aus den verkauften Sachspenden, aber auch aus Fördermitteln und Geldspenden, finanziert. Woran es jetzt hapert, kann auf Anfrage von MANNHEIM24 nicht geklärt werden.  

Auch in Heidelberg gibt es ein Laden mit einem ähnlichen Konzept: Im „Recyclingkaufhaus“ kann man nach Herzenslust shoppen und die Preise richten sich dann nach den Käufern! Wer weniger hat, muss weniger zahlen.

Auch in der Nähe des Messplatzes ist der Alte Bahnhof in Bedrängnis, die Waggons werden bald abtransportiert.

mw

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