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Corona in Mannheim: Stadtteile auf einen Blick – HIER ist der Inzidenz-Wert besonders hoch

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Von: Florian Römer

Mannheim - Die Inzidenz kratzt an der 200er-Marke, viele Bürger fragen sich, wo die Infektionszahlen besonders hoch sind. Die Stadt legt erstmals konkrete Zahlen aus den Stadtteilen vor:

Das Coronavirus hat auch Mannheim wieder fest im Griff. Nachdem die 7-Tage-Inzidenz in der Quadratestadt im Februar zeitweise unter die 50er-Marke gefallen war, gehen die Infektionszahlen seither wieder bergauf. Zuletzt näherte sich Mannheim wieder der Inzidenz-Marke von 200. Viele Bürger wollen derweil genauer wissen, wie sehr „ihre“ Stadtteile von Neuinfektionen betroffen sind und wie hoch die Inzidenz ist. Bislang gab es dazu keine detaillierten Informationen. Das Gesundheitsamt der Stadt Mannheim meldete lediglich die tagesaktuellen Neuinfektionen und die Inzidenz.

StadtMannheim
Einwohner309.370 (2019, Eurostat)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: Stadt veröffentlicht Stadtteil-Statistik zu Corona-Fällen

Das soll sich künftig ändern: In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag (22. April) hat die Stadtverwaltung konkrete Daten zur Corona-Fallzahlenentwicklung vorgelegt. Darin sind nicht nur Infektionsgeschehen, Tests oder 7-Tage-Inzidenz abgebildet. Erstmals enthält der Überblick des ersten Quartals 2021 auch eine konkrete „Stadtteil-Statistik“. Diese soll auf vielfachen Bürgerwunsch künftig ein Mal pro Woche veröffentlicht werden. Warum? „Das Spekulieren darüber ist schädlicher als das Zeigen der Zahlen“, befindet Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (SPD), berichtet der „Mannheimer Morgen“.

Durchschnitte 7-Tage-Inzidenz nach Stadtbezirken am 1. Quartal 2021
Durchschnitte 7-Tage-Inzidenz nach Stadtbezirken am 1. Quartal 2021 © MANNHEIM24

Mannheims „Inzidenz-Spitzenreiter“ in den ersten drei Monaten 2021: die Neckarstadt-West. Der Stadtteil kommt im ersten Quartal des Jahres auf eine Durchschnitts-Inzidenz von 141,8. Auf den weiteren Plätzen folgen Käfertal (128,9), Vogelstang (121,5) und Waldhof (119,8). Die 7-Tage-Inzidenz lag im gleichen Zeitraum für ganz Mannheim bei 100,4. Deutlich niedrigere Inzidenzen wiesen im ersten Quartal hingegen die Stadtteile Lindenhof (57,1), Schwetzingervorstadt/Oststadt (57,6) und Feudenheim (73) auf.

Corona in Mannheim: Inzidenz bei Kita-Kindern und Schülern hoch, aber ...

Interessant ist auch die Statistik zur Inzidenz nach Altersgruppen: Die war im ersten Quartal bei Jugendlichen im Alterssegment von 15 bis 18 Jahren am höchsten (156,1). Auch bei Kita-Kindern (drei bis sechs Jahre) lag der Wert wesentlich höher (132,1) als der Gesamtschnitt. Die Inzidenz bei jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahren) war mit 126,6 ebenso höher wie in der Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen (119,5). Deutlich unter dem Durchschnitt lag die Inzidenz indes bei den „älteren“ Bevölkerungsgruppen: 65- bis 80-Jährige verzeichneten in den ersten drei Monaten eine Inzidenz von 49, bei über 80-Jährigen lag sie bei 58,9. Gesundheitsamts-Leiter Peter Schäfer spricht von einem „Impf-Effekt“. Corona-Infektionen fielen auch am anderen Ende des Altersspektrums weniger ins Gewicht: bei den Kleinkindern (0 bis 3 Jahre) lag die Inzidenz bei 80,4.

7-Tage-Inzidenz nach Altersgruppen
7-Tage-Inzidenz nach Altersgruppen © MANNHEIM24

Trotz der hohen Inzidenzahlen im 3-Monats-Schnitt sind jüngere Bürger derzeit keine Infektionstreiber: „Kinder und Jugendliche machen aktuell nicht die Mehrzahl der Infektionen in Mannheim aus“, betont Schäfer. Wenn man die aktuellen Fallzahlen der Gruppe der 0- bis 18-Jährigen in Kalenderwoche 15 addiere, kommt man auf 118 Fälle. Demgegenüber stünden deutlich „mehr Fälle im klassischen Erwerbstätigenalter von 30 bis 45 Jahre oder im Alter von 45 bis 60 Jahre“. Bei den 30- bis 45-Jährigen sind es 163 Corona-Fälle, bei 45- bis 60-Jährigen 143.

Corona in Mannheim: Wohn- und Arbeitsverhältnisse als Faktoren

Neuinfektionen in Kalenderwoche 15
Neuinfektionen in Kalenderwoche 15 © MANNHEIM24

Dass in „wohlhabenderen“ Stadtteilen geringere Inzidenzen verzeichnet werden, lässt für OB Kurz und Schäfer den Schluss zu, dass Wohn- und Arbeitsverhältnisse entscheidende Faktoren für die Ausbreitung des Virus seien: Wo Menschen in beengten Verhältnissen zusammenleben, komme es ebenso häufiger zu Infektionen wie an Arbeitsplätzen mit häufigen Kontakten. (rmx)

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