So geht es nach Freistellung weiter

XXXL-Skandal: Darüber streiten Betriebsrat und Unternehmen!

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Hunderte demonstrieren gegen die Freistellung von knapp 100 Mann Mobilia-Mitarbeitern.

Mannheim - Nachdem knapp 100 Mitarbeiter freigestellt wurden, sollen jetzt „faire Abfindungen“ folgen. Die Verständigung darüber, was in diesem Fall ‚fair‘ ist, mündet jedoch in einem Streit:

Von heute auf morgen sind 99 Jobs bei XXXL Mann Mobilia in Mannheim futsch! Ihre Arbeit soll jetzt in Würzburg gemacht werden. Die betroffenen Mitarbeiter werden von heute auf morgen nicht einmal mehr an ihren bisherigen Arbeitsplatz gelassen. Ein Skandal. 

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Streitpunkt: Neue Verträge

Mittlerweile soll sich die Situation zumindest für 32 der freigestellten Mitarbeiter verbessert haben: Sie wurden an andere Arbeitsstellen vermittelt, sind künftig in einem neuen Bereich für eine andere Gesellschaft der Unternehmensgruppe zuständig. Gleicher Standort, gleiches Gehalt, gleiche Urlaubsvereinbarungen – und immerhin ähnliche Aufgaben. Das berichtet zumindest der Unternehmenssprecher gegenüber MANNHEIM24. 

Der Betriebsrat sieht das jedoch anders: Der Betriebsratsvorsitzende Thomas Becker erklärt, dass ihm ein entsprechender Vertrag vorliegt. Darin enthalten: Mehr Arbeitsstunden und zusätzlich noch Urlaubstage, die pro Jahr von dem Betrieb gekürzt werden können. Die Angaben des Unternehmens bezeichnet er dagegen schlichtweg als eine Lüge. Ein Sprecher des Unternehmens erklärt dagegen, dass den Mitarbeitern Standardverträge vorliegen und bedeutet, dass sich die Arbeitsbedingungen nicht verändert haben. Einzige Ausnahme: Einige Mitarbeiter haben nach Wunsch oder Absprache einer Mehrarbeit (bei entsprechend höherer Bezahlung) zugestimmt. Der XXXL Mann Mobilia-Sprecher betont jedoch, dass dies absolut freiwillig geschehen ist. 

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Sieben der freigestellten Mitarbeiter hatten laut Unternehmenssprecher einen befristeten Arbeitsvertrag, der nun ausgelaufen ist und nicht verlängert wird. Bleiben also noch 60 Mitarbeiter, die nun ihren Arbeitsplatz verlieren. 

Der Plan von XXXL Mann Mobilia: Möglichst schnell eine Regelung finden – gemeinsam mit dem Betriebsrat. Es geht um Sozialpläne und Interessenausgleich. Wie ein Sprecher gegenüber MANNHEIM24 erklärt, will man nun dafür sorgen, „dass die betroffenen Mitarbeiter eine faire Abfindung erhalten“. Damit das möglich ist, hat das Unternehmen bereits neben der geplanten Abfindungssumme noch einen Härtefall-Fonds vorbereitet, der dem Betriebsrat als Angebot vorgestellt werden soll. Mit diesen Geldern soll dafür gesorgt werden, dass beispielsweise Alleinerziehende und Behinderte – insbesondere diejenigen, die noch nicht so lange im Betrieb waren und dementsprechend mit einer kleineren Abfindungssumme rechnen müssen – besser versorgt sind. 

Streitpunkt: Verhandlungstermine

Die genaue Abfindungssumme und Höhe und Einsatz des Härtefall-Fonds sollen nun mit dem Betriebsrat ausgehandelt werden. Dabei seien von Seiten des Unternehmens bereits mehrere Termine vorgeschlagen worden, bestätigt wurde laut Sprecher jedoch noch keiner. Von Seiten des Betriebsrats heißt es dagegen, dass ein Termin bereits durch den zuständigen Rechtsanwalt bestätigt wurde. 

Streitpunkt: Vorgehensweise

Der Betriebsrat hat indes die Interessen der Mitarbeiter im Blick und beharrt auf der Feststellung, dass was das Unternehmen gemacht hat, rechtswidrig sei, so Betriebsrats-Sprecher Becker weiter. Der Betriebsrat fordert, dass die Freistellungen aufgehoben werden.

Die eigene Vorgehensweise sieht man bei XXXL Mann Mobilia inzwischen selbstkritisch: „Die Art und Weise war sicherlich zu diskutieren, juristisch aber korrekt", erklärt ein Sprecher des Unternehmens gegenüber MANNHEIM24.

Allerdings seien die Zustände im Service-Center laut Unternehmenssprecher ein „riesiges Problem“ gewesen: Von 18 Standorten war Mannheim mit Abstand das ineffizienteste. Das sollen auch zahlreiche Kundenbeschwerden belegen. Bereits im März 2015 habe es deshalb laut Unternehmenssprecher Gespräche mit Mitarbeitern und dem Betriebsrat gegen. Verbessert habe sich nichts: „Die Verlagerung nach Würzburg kam daher nicht aus heiterem Himmel für die Belegschaft.

Auch diesen Punkt sieht der Betriebsratsvorsitzende jedoch anders. Becker zufolge, soll es seit mehr als einem Jahr V erhandlungen über eine Verlängerung der Standsortssicherung gegeben haben. Die Mitarbeiter sollen demnach einen Punktekatalog mit Anforderungen vorgelegt bekommen haben. Diese seien laut Becker auch ausnahmslos erfüllt worden.

Wie geht es weiter:

Am 10. März sollten die Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und dem Unternehmen beginnen. Ein Sprecher von XXXL Mann Mobilia erklärt, dass man davon ausgeht, dass einige Termine notwendig sein werden, um eine gemeinsame Einigung zu finden. Der erste Verhandlungstermin wurde jedoch abgesagt. Der Grund: Der Anwalt des Betriebsrats hat sich krankgemeldet (WIR BERICHTETEN)

>>> Alles zum Thema: Skandal bei XXXL Mann Mobilia

mk

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