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Mannheim: Winfried Kretschmann warnt – „Wir kommen anders nicht aus der Krise“

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Von: Josefine Lenz

Ministerpräsident Kretschmann besucht Mannheim
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), vorne rechts), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Mannheims OB Peter Kurz (SPD, vorne links) lassen sich nach einem Besuch der Quartiersimpfung im Bürgerhaus Neckarstadt-West, mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern fotografieren. © Marijan Murat/picture-alliance/dpa

Mannheim - Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist am Freitag zu Besuch in der Quadratestadt. Er spricht über das Impfen und warum es keine Pflicht werden darf:

Am Freitag (2. Juli) besucht Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) das Lessing Gymnasium in Mannheim. Dort spricht er sich gegen eine Impfpflicht in Deutschland aus. Man müsse für die Corona-Impfung werben, um den Menschen die Angst vor deren möglichen Nebenwirkungen zu nehmen, sagt der Regierungschef. Der Impfstoff sei so gut geprüft wie kein anderes Medikament. Die Nebenwirkung von Covid-19 könne der Tod sein. Impfen sei umso wichtiger, da bei der sich ausbreitenden Delta-Mutation erst eine Herdenimmunität erreicht werde, wenn sich 90 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, sagt er.

StadtMannheim
Einwohner309.370 (2019)
OberbürgermeisterPeter Kurz

Alle, die sich nicht impfen lassen, würden über kurz oder lang angesteckt und könnten dann andere infizieren. Die Impfung sei auch ein Zeichen der Solidarität untereinander. „Wir kommen anders nicht aus der Krise raus.“ Er gibt zu bedenken, dass eine obligatorische Impfung ein großer Eingriff in die Grundrechte sei. Die Frage, wie die Skepsis gegenüber der Impfung vertrieben werden könne, sei ein „ein wunder Punkt“, so Kretschmann bei einer Diskussionsveranstaltung mit zwei zehnten Klassen.

Mannheim: Ministerpräsident Winfried Kretschmann schaut sich Impfaktion an

Weitere Station des Regierungschefs in der Quadratestadt ist eine sogenannte Quartiersimpfung; das ist ein Impfangebot in einem Stadtteil mit bislang geringer Impfquote. In der Neckarstadt-West sind in den vergangenen zwei Wochen 4.500 Menschen zum zweiten Mal geimpft worden. Der Schwund im Vergleich zur Erstimpfung betrage etwa 10 Prozent, sagt Tobias Vahlphal, Koordinator des Quartiermanagements in Mannheim. Er zeigt sich überzeugt, dass das niedrigschwellige Angebot die Quote in dem durch Vielfalt und beengte Lebensverhältnisse geprägten Quartier deutlich verbessert habe.

Neben 30 Ehrenamtlichen und drei Impfteams ist auch eine junge Frau als Multiplikatorin eingesetzt. Sie soll vor allem die bulgarischen Familien im Stadtteil auf die Impf-Möglichkeit aufmerksam machen.

Mannheim: Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Austauch mit Peter Kurz

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) betont, es sei an der Zeit, nicht auf die Leute zu warten, sondern auf sie zuzugehen. Die dezentralen Angebote würden bis in den Herbst fortgesetzt. Corona zeige wie mit dem Brennglas den Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialem Status. „Da müssen wir ausgleichend wirken.“ Kretschmann und Kurz kommen auch mit einer Bürgerinitiative ins Gespräch, die sich gegen steigende Mieten in der Neckarstadt wendet und die Zusammenarbeit der Stadt mit privaten Investoren kritisiert. Die Sanierung des Bestands führe dazu, dass weniger wohlhabende Menschen verdrängt würden. (dpa/jol)

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