Schluss mit Posern?

Fußgängerzonen in Kunststraße und Fressgasse? Was das bedeuten könnte!

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Wird die Kunststraße bald zur Fußgängerzone? (Archivfoto)

Mannheim - Kannst Du schon bald nicht mehr mit dem Auto durch die Fressgasse und Kunststraße fahren? Der Gemeinderat stimmt am Dienstag über einen Antrag ab, der die zwei Straßen autofrei machen will:

  • Kunststraße und Fressgasse in Mannheim sollen Fußgängerzonen werden
  • CDU legt am 1. Oktober Gemeinderat Antrag vor
  • Kostenpunkt: 5 Millionen Euro
  • Gemeinderat verweist den Antrag an den Hauptausschuss

Folgt nach der großen Umgestaltung der Planken nun die Kunststraße und die Fressgasse? Am Dienstag (1. Oktober) bespricht der Mannheimer Gemeinderat einen Antrag der CDU, der eine große Veränderung für die Innenstadt vorsieht. Die Fressgasse und die Kunststraße sollen nämlich autofrei und zu einer großen Fußgängerzone werden – und das am besten noch vor Beginn der Bundesgartenschau 2023. Laut dem Antrag soll die Verwaltung in Mannheim ein neues Entwicklungskonzept für die beiden Straßen erstellen, allerdings weist der Antrag bereits genaue Vorstellung auf. 

Oft gelesen: Für sichere Planken – Poller werden dauerhaft in Seitenstraßen aufgestellt 

Mannheim: Keine Poser mehr in Fressgasse? Straße soll zur Fußgängerzone werden

Die von Posern so beliebte Fressgasse soll demnach ab dem Bereich P5/Q5 bis zur Querung der Marktstraße autofrei werden. Lediglich Fußgänger, Radfahrer, Lieferverkehr (zu bestimmten Zeiten), unmittelbare Anlieger und Sonderverkehr dürfen dann in die Fressgasse einfahren. „Mehr Lebensqualität braucht mehr Raum, der vom fließenden und ruhenden Verkehr ausgenommen ist“, heißt es in dem Antrag der CDU Mannheim. Das Stadtquartier Q6/Q7 soll allerdings vom Ring aus erreichbar bleiben und das Abbiegen zum Bauhaus-Parkhaus möglich sein. 

Vor rund zwei Jahren habe man etwa 1.500 Autofahrer gezählt, die täglich vom Wasserturm bis zum Jungbusch über die Fressgasse gedüst sind. Hinsichtlich der derzeitigen Sperrung der Hochstraße Süd in Ludwigshafen ist die Zahl vermutlich sogar gestiegen. „Über Stunden hinweg staut sich der Verkehr auf mindestens halber Länge vom Wasserturm bis zur Breiten Straße. Damit ist weder den Autofahrern auf ihrem Weg nach Ludwigshafen geholfen noch denen, die zum Einkaufen einfahren oder den Händlern, vor deren Türen ein Dauerstau das Flanieren vermiest – von der Lebensqualität der Anwohner ganz zu schweigen“, kritisiert die CDU Mannheim die aktuelle Situation. 

Auch sind die Fressgasse und die Kunststraße vor allem bei Posern sehr beliebt. Die jungen Männer führen hier gerne ihre teuren Autos vor und scheuen nicht davor, auch mal aufs Gaspedal zu drücken. Das nervt sowohl die Anwohner, die durch den Lärm belästigt werden, sondern auch die Polizei. Die Polizei Mannheim hat bereits vor Jahren eine „Einsatzgruppe Poser“ gebildet, um gegen die PS-Protzer vorzugehen.

Mannheim: Vom Paradeplatz bis Kapuzinerplanken – Kunststraße soll autofrei werden

Auch die parallel verlaufende Kunststraße soll wie die Planken zur Fußgängerzone umgebaut werden. Ab dem Paradeplatz bis hin zu den Kapuzinerplanken (Höhe Quadrat O6) sollen hier künftig keine Autos, Lkws und Roller in Mannheim mehr fahren dürfen. Außerdem sollen die angrenzenden Seitenstraßen ebenfalls für den Verkehr gesperrt werden – diese Maßnahme soll auch im Bereich der Fressgasse gelten. 

Neue Fußgängerzone in Mannheim: Hunderte Parkplätze würden wegfallen

Doch nicht nur, dass keine Autos mehr durch Fressgasse und Kunststraße fahren sollen, auch die anliegenden Parkplätze würden dann für die erweiterten Fußgängerzonen weichen müssen. Laut der CDU stelle dies jedoch kein Problem dar, denn alle wegfallenden Parkplätze würden durch die Parkhäuser in Mannheim aufgehoben werden. Die Auslastung in den Parkhäusern sei „bei weitem nicht optimal; in den allermeisten Häusern gibt es deutliche Reserven“, heißt es im Antrag. Insgesamt würden 300 Parkplätze in Fressgasse, Kunststraße und Seitenstraßen wegfallen. Anwohner sollen in den angrenzenden Quadraten einen Stellplatz für ihre Autos suchen.

Damit das Parken in Parkhäusern in Mannheim nicht zum Problem wird, sei ein neues Tarifkonzept vorgesehen. Die Parkpreise sollen sich dann je nach Auslastung anpassen und die erste halbe Stunde komplett kostenfrei sein. Insgesamt werden die Kosten für das Vorhaben auf rund fünf Millionen Euro geschätzt, die aus dem Haushalt 2020/21 bereitgestellt werden sollen.

Mannheim: Gemeinderat verweist Antrag an den Hauptausschuss

Die Zukunft der Kunststraße und Fressgasse wird am Dienstagabend (1. Oktober) noch nicht entschieden. Der Antrag der CDU Mannheim wird an den Hauptausschuss verwiesen. 

jol

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