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Mannheim: „Erhebliche Einbußen“ – VRN stellt Bilanz 2021 vor 

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die VRN schwere finanzielle Einbußen gemacht. Es geht um rund 20 Prozent der Einnahmen vor dem Jahr 2019. Doch das Unternehmen reagiert:

Als Anfang 2019 die Corona-Pandemie Deutschland erreichte und der erste Lockdown begann, war dies ein gewaltiger finanzieller Einschnitt für mehrere Gruppen. Restaurants, Bars und Diskos waren genauso geschlossen, wie Geschäfte, die keine wichtigen Waren des täglichen Lebens wie Essen oder Trinken anboten. Doch auch Transportunternehmen hatten ihre Probleme.

NameVerkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN)
HauptsitzMannheim
Gründung1. Dezember 1989
Geografische AbdeckungMetropolregion Rhein-Neckar

Mannheim: VRN macht Verluste wegen Corona-Pandemie

So wie der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), dessen Busse und Bahnen durch Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und die Region fahren. Ohne Fahrgäste werden natürlich auch keine Fahrkarten gekauft. Am Montag (2. Mai) hat VRN-Geschäftsführer Volkhard Malik im Beisein des Ersten Bürgermeisters Christian Specht die Unternehmens-Bilanz des Jahres 2021 vorgestellt. Dabei geht es um „erhebliche Einbußen“.

Laut dem scheidenden VRN-Geschäftsführer – dessen Stelle vom ebenfalls anwesenden Dr. Michael Winnes übernommen wird – könne man mit dem vergangenen Jahr nicht zufrieden sein. So haben die Verkehrsunternehmen im VRN-Verbund 2021 durch Fahrgeld Einnahmen von insgesamt 262,6 Millionen Euro gemacht – rund 20,8 Prozent weniger als noch im Jahr 2019! Selbst 2020 seien es 5,9 Prozent mehr gewesen.

Christian Specht, Dr. Michael Winnes und Volkhard Malik
Auf dem Maimarkt reden Christian Specht, Dr. Michael Winnes und Volkhard Malik über das 9-Euro-Ticket. © MANNHEIM24/Daniel Hagen/VRN

Starker Rückgang bei Tickets der VRN in Mannheim und Region

Glücklicherweise haben Bund und Länder während der Corona-Pandemie einen Rettungsschirm für den ÖPNV gespannt, der auch von der VRN genutzt worden ist. Geschäftsführer Malik erklärt allerdings, dass dieser wegfalle, wenn die Zahlen weiter so schlecht blieben.

Leider haben im vergangenen Jahr nur rund 182,6 Millionen Menschen den ÖPNV in der Region genutzt, während es 2020 noch 183,6 Millionen waren. Die Statistik zeigt, dass es vor allem bei Wochen- und Monatskarten, Job-Tickets und Semester-Tickets starke Einbrüche gegeben hat. Dahingegen sind die Käufe von Einzelfahrkarten und Tageskarten leicht gestiegen.

VRN hat Anfang des Jahres Tarifreform in Mannheim und Region durchgeführt

Um dem Negativ-Trend entgegenzuwirken, hat die VRN ein „Jahrhunderttarifwerk“ gestaltet, wie es Volkhard Malik nennt. Die Tarifreform, die zu Beginn des Jahres umgesetzt wurde, soll „flexibler, fairer und einfacher“ für die Fahrgäste sein. Die neuen Angebote sollen durch ihre Flexibilität neue Anreize für die Nutzung des ÖPNV schaffen. Ein ähnliches Ziel hat auch das 9-Euro-Ticket, auf dessen Einführung die VRN hinarbeitet.

„Auch wenn wir im Jahr 2021 unser Ziel, nach dem Fahrgasteinbruch im ersten Pandemiejahr 2020 den ÖPNV wieder zu stärken, nicht erreicht haben, werden wir alles daransetzen, den Fahrgastrückgang in diesem Jahr zu stoppen und den Trend umzukehren. Die Entwicklung in den ersten Monaten des Jahres 2022 bestärken mich darin, dass uns das gelingt“, sagt Bürgermeister Christian Specht, der übrigens auch Kritik am 9-Euro-Ticket äußert.

Mehr App-Käufe und Fahrrad-Nutzer in Mannheim und der Region – VRN stellt Lichtblicke vor

Während die Umsätze der VRN im Bus- und Bahnbetrieb seit 2019 gesunken sind, gibt es allerdings auch Lichtblicke. So sei laut Malik 2021 das beste Jahr für das Fahrradvermietsystem des Verkehrsunternehmens gewesen. Zudem würden immer mehr Fahrgäste ihr Ticket online kaufen.

Der digitale Vertrieb hat im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 17,3 Millionen Euro erwirtschaftet – was 6,6 Prozent der VRN-Fahrgeldeinnahmen entspricht. Über die App myVRN ist der Umsatz von knapp 100.000 Euro im Jahr 2020 auf rund 380.00 Euro gestiegen. Die VRN hofft, mit diesen Lichtblicken und der neuen Tarifreform bald wieder Aufwind zu bekommen. (pm/dh)

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