Medienbericht

Bilfinger-Tochter: Bestechung und Exportkreditbetrug?

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Bestechung und Betrug bei Bilfinger-Tochter?

Mannheim - Haben Bilfinger-Mitarbeiter bei Geschäften in Bosnien Amtsträger bestochen und sich österreichische Exportkredite erschlichen? Ein Medienbericht legt diesen Schluss nahe:

Bestechung und Betrug bei Bilfinger?

Mitarbeiter des Baukonzerns sollen in Bosnien Amtsträger bestochen und österreichische Exportkredite in Höhe von 28 Millionen Euro erschlichen haben. Das berichtet der ‚SPIEGEL‘ am Donnerstag (2. August). 

Laut SPIEGEL legten bislang unbekannte Ermittlungsberichte einer britischen Wirtschaftsdetektei diesen Verdacht nahe. Die Detektei hatte Geschäfte der österreichischen Bilfinger-Tochter VAM Anlagentechnik mit Unis in Sarajevo, Banja Luka und Bihac in den Jahren 2011 bis 2016 geprüft.

Deutlich höhere Preise als marktüblich 

In Rechnung gestellte Preise für Equipment und Dienstleistungen lagen dabei teilweise mehr als doppelt so hoch wie marktüblich. Nach Erkenntnissen der Ermittler teilten sich Bilfinger-Mitarbeiter und bosnische Uni-Angestellte die Differenz. Zudem wurden teilweise Produkte geliefert, die einzelne Fachabteilungen gar nicht bestellt hatten, etwa Keramik-Öfen für 200.000 Euro. Trotz öffentlicher Ausschreibung blieb VAM in allen Verfahren einziger Bieter.

Die Bosnien-Geschäfte könnten auch in Österreich Konsequenzen für Bilfinger haben, da sie mit österreichischen Exportkrediten finanziert wurden. Im Raum steht der Vorwurf des Exportkreditbetrugs. Bilfinger weist laut SPIEGEL alle Vorwürfe zurück. Wegen Korruption steht der Baukonzern unter Aufsicht des US-Justizministerium.

rmx

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